wollte mal wissen ob eine vollnarkose schlimm ist

13 Antworten

Hatte vor 6 Wochen auch ne OP an der Schulter. Unangenehm war der Stich mit der Nadel. Dann bekam ich einen "Drink auf Kosten der Krankenkasse" injekziert. Der Narkosearzt fragte mich kurz drauf ob sich schon Alles dreht, ich antwortete mit Nein, Alles läuft diaonal. Das Nächste woran ich mich erinnere ist ein Piepen vom Pulsüberwacher im Aufwachraum. Dazwischen sind wohl einige Stunden vergangen. War überhaupt nicht schlimm, nur etwas blöd weil man ja mit nüchternem Magen kommen muss. Essen war unbedingt nötig, aber etwas schwer.

Eine Vollnarkose ist in der Regel ungefährlicher, als man allgemein befürchtet. Es heisst, dass die Fahrt zum Krankenhaus gefährlicher ist als die Narkose. Das gilt gerade auch unter den Umständen, wenn du jung und ohne Begleiterkrankungen bist. Will sagen: Bestimmten Alltagsrisiken ist man immer ausgesetzt, man macht sich nicht mal Gedanken darum. Oder plastisch ausgedrückt: Wenn du auf dem OP-Tisch liegst, kann dich in der Zeit auch kein Auto überfahren.

Du siehst, sich über die lebensbedrohlichen Risiken einer Vollnarkose Gedanken zu machen, ist in deinem Fall wohl eher müßig. Ansonsten ist eine Vollnarkose für die meisten ein eher spannendes, meist auch angenehm empfundenes Erlebnis.

Vor der OP kriegst du in der Regel eine Beruhigungstablette (Midazolam). Das nimmt Angst und Unruhe, kann aber auch zum vorübergehenden Erinnerungsverlust eine gewisse Zeit nach der Einnahme führen. Du bist zwar noch wach und ansprechbar, aber du erinnerst dich weder an den OP noch an die Einleitung der Narkose. Manchen ist das recht, andere bedauern das eher hinterher. Kannst auch auf die Pille verzichten, kannst das auch selber entscheiden. In die Narkose wirst du dann entweder in einem Narkoseeinleitungsraum oder im OP versetzt. Je nachdem, ob du die Pille eingenommen hast und wie sie wirkt, fühlst du dich locker, gleichgültig oder auch schon schläfrig während der Vorbereitungen für die Narkose. Du liegst dann auf dem OP-Tisch. Deine Arme werden wahrscheinlich an Stützen festgemacht, damit sie während du schläfst, nicht runterfallen und es so zu Verletzungen kommen kann. Da werden EKG-Pads an deinem Oberkörper angeklebt und du kriegst einen Klipp an den Finger, der den Sauerstoff im Blut misst. Dann gibts noch eine Blutdruckmanschette um den Arm und ja, den Piks, mit dem der Zugang für die Narkosemittel, die Nadel in eine Vene am Handrücken oder im Unterarm gestochen wird.

Manche Anästhesisten setzen den Patienten schon vor dem Einschlafen die Atemmaske auf. Da kommt aber meistens nur 100% Sauerstoff raus, das ist gut, um deine Lungen mit Sauerstoffreserven zu füllen. Die Maske wird normalerweise sanft über Mund und Nase gesetzt. Da die Luft aus der Maske strömt, fällt das Atmen aus der Maske in der Regel leicht, die Angst vor einem Erstickungsgefühl ist unbegründet.

Die Narkose selber besteht aus drei Arten von Medikamenten. Zum einen ein starkes Schlafmittel, Standard ist Propofol. Dann kommen Schmerzmittel dazu, sogenannte Opioide, die heissen Fentanyl, Alfentanil oder ähnlich. Dazu werden noch sogenannte Relaxantien gespritzt, die die Muskeln während der Narkose erschlaffen lassen.

Wie du dann das Gleiten in die Narkose empfindest, kommt drauf an, welche Mittel in welcher Reihenfolge verabreicht werden. Manchmal kommen die Schmerzmittel zuerst. Deren Wirkung setzt kurze Zeit nach der Injektion ein und wird häufig als lustig empfunden. Alles um dich herum beginnt zu tanzen, dir wird schwindlig oder du glaubst zu schweben. Möglicherweise wird noch eine kleine Vorabdosis des Relaxanz gespritzt. Und dann kommt das Schlafmittel, das Propofol. Häufig brennt das etwas beim Einspritzen in der Vene. Eventuell sollst du dir noch einen Traum aussuchen. Aber es wirkt sehr schnell. Du kommst allenfalls noch zum Staunen, aber nicht mehr zum Nachdenken, geschweige denn, dir einen Traum zu überlegen. Dir wird schwindlig, alles verschwimmt, oder du kannst die Augen nicht mehr offenhalten und sie fallen dir zu und dann bist du schon wieder wach. Oder du liegst einfach nur da und wunderst dich, dass nichts passiert. Aber plötzlich heisst es, die OP ist vorbei. Dann hast du nicht mal mehr das Einschlafen mitgekriegt. Wenn dir die Vorstellung, dass das Einspritzen des Narkosemedikamentes schmerzt, Angst macht, kannst du möglicherweise auch ergänzend zum oder anstelle der Schlafmittelinjektion schon etwas Narkosegas über die Maske atmen. Dazu wird heutzutage Sevofluran verwendet. Das riecht etwas nach Lösungsmittel oder Klebstoff und macht je nach Konzentration (bis zu 8%) mehr oder weniger schnell etwas belämmert, müde und schläfrig, so daß du auch innerhalb einer Minute einschläfst, aber die Erinnerung verlässt dich schon nach einigen, meist gar nach einem tiefen Atemzug. Die Möglichkeit, Gas von Anfang an zu atmen, kannst du ja beim Narkosegespräch erfragen.

Ein etwas unangenehmeres Szenario ist, dass das möglicherweise gespritzte Relaxanz das Schlafmittel in der Wirkung überholt. Dann fallen dir die Augen zu, oder du kannst dich nicht mehr rühren oder auch nicht mehr atmen. Das ist bei weitem nicht die Regel, kommt aber ab und an vor und die Leute kriegen kurz vorm Einschlafen noch ne Panik. Das klingt zunächst tatsächlich erschreckend, aber ist eigentlich harmlos und kein Grund zur Sorge. Insbesondere, wenn du ohnehin schon die Atemmaske aufhast oder sie dir der Narkosearzt zwischen den Spritzen aufgesetzt hat. Auf alle Fälle bist du dann ohnehin innerhalb eines Augenblickes tatsächlich weg.

Schon während des Einschlafens oder spätestens unmittelbar danach setzt dir der Anästhesist die Maske dann tatsächlich auf, wenn nicht schon geschehen und du kriegst die 100% Sauerstoff. Dann wird noch die Hauptdosis des Muskelrelaxans gespritzt und deine Muskeln entspannen sich innerhalb der nächsten Minuten total.

Da dir das Atmen dadurch immer schwerer fällt, beginnt der Anästhesist mit dem Beatmungsbeutel am Narkosegerät, dich dabei zu unterstützen. Am Ende nimmt er dir die ganze Atemarbeit ab. Derweil sinkst du in einen immer tieferen Schlaf, störende Reflexe, wie der Schluckreflex und der Hustenreflex, schwinden. Bist du dann ausreichend tief betäubt, kommt die Maske vom Gesicht und der Beatmungsschlauch kommt in die Luftröhre. Das macht dir in dem Zustand wirklich nichts aus, weil die Narkose alle Reize unterdrückt und die Stimmbänder durch die Muskelrelaxantien schlaff sind.

In der Regel geht das Ruckzuck und der Schlauch wird an das Narkosegerät angeschlossen, sodass du weiter mit Sauerstoff versorgt bist. Für den Fall, dass es Probleme beim Schlaucheinführen gibt, hast du ja während des Einschlafens genügend Sauerstoffreserven geatmet, dass ausreichend Zeit bleibt, das in aller Ruhe fertig zu kriegen. Der Beatmungsschlauch oder Tubus im Fachjargon, ist die einfachste und zuverlässigste Möglichkeit, deine durch den Verlust des Schluck- und Hustenreflexes ungeschützten Atmung zu sichern und dich während der OP mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen.

Währenddessen beginnt aber die Konzentration des Propofols im Blut zu sinken, weil es einerseits im Körper verteilt wird und andererseits von der Leber und der Niere abgebaut wird. Dadurch wird die Narkose weniger tief und du würdest innerhalb kurzer Zeit wieder aufwachen. Das wäre aber zur Unzeit, weil du ja den Schlauch im Hals hast und ausserdem noch nicht operiert bist. Deshalb wird entweder laufend Propofol durch eine automatische Spritzenpumpe oder die Narkose wird gasförmig in der Form von Sevofluran und möglicherweise Lachgas zugeführt. Auch die Muskelrelaxantien und die Schmerzmittel verlieren allmählich ihre Wirkung und werden ggf. nachgespritzt.

Vor dem vorzeitigen Aufwachen bist du als junge, ansonsten gesunde Patientin auch besonders geschützt, weil da können die Narkosemittel etwas grosszügiger gegeben werden. Ob du ausreichend in Narkose bist, kann bei der Gasnarkose anhand deiner Ausatemluft gemessen werden. Um dir einen Eindruck zu geben, ein einfaches Beispiel: Bei einer reinen Sevoflurannarkose ist das Aufwecken ungefähr bei 0,8 % Konzentration in der Ausatemluft möglich. Operiert wird aber in der Regel erst ab 2,0-2,4 % und mit dieser Konzentration wirst du dann auch während der OP beatmet, da die Narkosemedikamente in ihrer Gesamtwirkung deine Atmung abschwächen. Dabei schläfst du wirklich tief, fest und total ungestört!

Wenn die OP dann vorbei ist, lässt man dich wieder aufwachen. Dabei wird im Falle der totalintravenösen Anästhesie einfach die Propofolzufuhr abgestellt. Was an Propofol und anderen Narkosemedikamenten im Blut ist, wird dann von Leber und Niere abgebaut. Die Relaxantien und die Schmerzmittel können auch noch durch Gegenmittel in der Wirkung aufgehoben werden. Das Narkosegas wird einfach abgestellt und du atmest es während des Aufwachens einfach wieder aus, so wie du es beim Einschlafen auch eingeatmet hast. Die Atmung stellt sich wieder ein, je mehr du dich dem Aufwachen näherst. Kurz vor dem Erwachen wirst du dann auch noch vom Schlauch im Hals befreit. Möglicherweise kriegst du das beim Aufwachen schon verschwommen mit. Aber in den allermeisten Fällen fällt das aber noch in den Schlund der Erinnerungslosigkeit in der Folge der Narkose ebenso wie die ersten Augenblicke nach dem Aufwachen im OP.

Es kann durchaus sein, dass du dich im ersten Moment des Wiedererwachens sehr ungern aus dem Narkoseschlaf lösen willst. Manchmal kommt es vor, dass noch ein Überhang an Schmerzmitteln deinen Atemantrieb hemmt und du wieder mit der Maske auf dem Gesicht erwachst und die Leute dich laut zum Atmen auffordern. Aber das gibt sich auch mit zunehmenden Abklingen der Medikamente. Meistens schlummerst du wegen der anhaltenden Müdigkeit gleich wieder ein und schläfst den Rest der Narkose aus, vergisst auch die Episode des ersten Aufwachens und kommst dann richtig im Aufwachraum wieder zu dir.

Unangenehme Nachwirkungen der Narkose können manchmal Übelkeit und Erbrechen sein, insbesondere wenn Narkosegase verwendet wurden oder ein frierendes Zittern. Das kommt daher, dass es im OP meistens kalt ist und die Narkose auch die automatische Wärmeregulierung des Körpers aufgehoben hat. Gegen beides gibt es Gegenmittel und gegen das Frieren noch warme Decken.

Sollte dir wirklich eine Narkose bevorstehen, dann mach dir nicht zuviele Gedanken darüber, wie hoch das Risiko dabei ist. Sondern mal dir den Traum aus, den du währenddessen haben willst, denn wenn du dann auf dem OP-Tisch liegst, geht es so schnell, dass du nicht mehr dazu kommst.

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