Wollen sich die Kirchen " entchristlichen?

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7 Antworten

Was sagt denn bitte das Christentum? "Gott schuf den >Menschen< zu seinem Ebenbild." Nicht: "den Juden", auch nicht: "den Christen". Sondern "den Menschen", und zwar gleichberechtigt männlich wie weiblich. So finde ich es in der Bibel. Es gibt in der Bibel eine Linie, in der sich die Religion radikal gegen andere Religionen abgrenzt. Und es gibt bis in Jesu Stammbaum hinein eine Linie, die keinerlei Berührungsängste zu Menschen anderer Religionen hat. Bei Jesus selbst berichtet die Bibel in dieser Hinsicht einen Lernprozess, bei dem er letztlich auch keinen Unterschied mehr macht zwischen den Menschen. Und genau dazu sagt er: Schaut auf mich, geht meinen Weg, folgt mir dabei nach. Diese Entscheidung muss dann jeder Christ selber treffen: Will er auf Abgrenzung setzen? Oder auf eine einladende Willkommenskultur, die sich jedem Menschen (=Ebenbild Gottes!) zuwendet, unabhängig von dessen Religion. Letzteres ist m.E. eine klare evangelische Position, und Bedford-Strom würde sie verraten, wenn er sich anders äußern würde. Ich glaube übrigens nicht, dass an dieser Stelle ein Dissenz zu seinen beiden Vorgänger(inne)n besteht.

Noch etwas: Paulus betont als Wichtigstes: Glaube, Liebe und Hoffnung. An welche Stelle dieser drei hat er den Glauben gestellt? An die Spitze? Und wenn nicht: Wem muss sich der Glaube unterordnen? Die Lösung findet sich 1. Kor. 13,13.

Und Bedford-Strohm steht offensichtlich klar hinter diesem biblisch-christlichen Profil. Sie hoffentlich auch!

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Nein, das wollen sie sicher nicht, denn dann würden sie ja sich selbst abschaffen. Denn ihr Auftrag ist es, das Wort Gottes zu verkünden.

Ob sie diesen Auftrag nun tatsächlich gut ausführen, das kann man durch einen Vergleich feststellen zwischen dem, was in der Bibel steht und dem was die Kirchen lehren und sagen und tun.

Was du mit "entkernen der Grundleitkultur" meinst, ist mir nicht klar.

Im Christentum geht es jedenfalls nicht um Machtausübung, sondern um eine persönliche Beziehung des einzelnen Menschen zu Gott.

Das unterscheidet das Christentum ganz grundsätzlich vom Islam, dem es auch um weltliche Vorherrschaft geht.

Die Trennung von Kirche und Staat ist schon im neuen Testament an mindestens zwei Stellen angelegt (Mt. 22,21 und Röm. 13).

Es sind nicht die Kirchen, sondern der Staat, der Macht ausüben muss und soll. Der Staat muss eine "Grundleitkultur" definieren und durchsetzen, nicht die Kirchen.

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Das ist die Meinung dieses Herrn Bedford-Strom, sein Vorgänger hätte mit Sicherheit nicht nur eine andere Rede gehalten, sondern sich auch anders verhalten.

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Nein, wollen sie nicht - ist auch gegen ihren dezidierten Auftrag. Schade, wenn bei dir dieser Eindruck entstanden ist!

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Indem sie etwas sagen, was jedem eigentlich klar sein sollte?

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Unsere Grundleitkultur ist eine Einhaltung der Grundrechte eines Menschen und eine Gesellschaft der Kultur. Das sollte sie jedenfalls sein, und da ziehen die Kirchen natürlich mit. Leider vergessen das viele Deutsche, und bringen dann ihr Bild von "deutscher Kultur" zum Tragen. Zu was das führt sieht man ja bei Pegida und Co, Fremdenhass wird anscheinend als gute Tugend geführt dort.

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Drück dich mal genauer aus.
Selbstverständlich wollen sich die Kirchen nicht entchristlichen, sie würden sich damit ja ihre Existenzberechtigung absprechen.

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