Wollen Kinder einen reizen?

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8 Antworten

Das Kinder die Eltern austesten um zu sehen, wie weit sie gehen können ist völlig normal.

Wichtig ist in erster Linie, dass das Kind versteht, WARUM es das und das jetzt nicht machen darf. Das kann mit Erklärungen funktionieren (muss natürlich altersgerecht sein, bringt gar nichts, wenn du einem Fünfjährigen einen abstrakten Sachverhalt darlegst), vielfach aber auch nur mit learning by doing. Diskussionen sind eine strittige Sache, es gibt Eltern, die werden von ihren Kindern regelrecht geplättet - auch nicht Sinn und Zweck der Übung. Nur als (vereinfachtes) Beispiel: Kind will 5 Minuten vor'm Essen ein Eis. Das ist natürlich nicht sonderlich sinnvoll. Also solltest du ihm erklären, dass es gleich Essen gibt und das ein Eis jetzt nur dazu führen würde, dass es nicht ausreichend isst und 20 Minuten später dann Hunger hat. Kompromissvorschlag: erst Essen, danach kleines Eis. Nur "Nein" zu sagen ist zu wenig, dem Kind da jetzt einen von einfachen Kohlenhydraten und Ballaststoffen zu erzählen ebenso unsinnig.

Drohe jedenfalls nie, dass du nicht mehr nach Hause kommst, das ist natürlich pädagogisch nicht gut, aber für deinen Fall extrem kontraproduktiv, da das Kind dich dann entweder als Inkonsequent wahrnimmt (ergo: du hast verloren) oder deiner Drohung glaubt und dann nach Aufmerksamkeit giert und so sich eben ständig Sachen einfallen lässt, die dich auf die Palme bringen (Bestrafung ist schließlich auch eine Form der Aufmerksamkeit!). Worst case kann eine Bindungsunfähigkeit des Kindes sein (dafür muss aber meist gewaltig was schief laufen).

Respekt ist so eine Sache, die hat man selten inne, sondern muss sie sich verdienen. Dein Kind respektiert dich sicherlich und vieles von dem was es tut, tut es garantiert nicht um dich zu ärgern. Es ist auch nicht schlimm lauter zu werden oder Strafen auszusprechen, die mit dem Handeln klar in Verbindung stehen (und auch angemessen sind). Du wirst es weder durch ein Terrorregime noch durch eine extreme Freundschaftlichkeit erreichen, die "Wahrheit" liegt irgendwo dazwischen.

Das erste, ws mir dabei eingefallen ist: Ändere dein Verhalten. Er macht alles, um dich auf die palme zu bringen?`Dann lass dich nicht auf die Palme bringen. Hört sich vllt schwierig an, aber versuche mal, gelassen zu reagieren. Bestes Beispiel: Kind streckt dir die Zunge raus. Natürlich kannst du dich dadurch jetzt persönlich angegriffen fühlen, sauer werden, drauf eingehen, Strafen aussprechen etc. Damit verleihst du dem Kind aber die Macht über deine Gefühle. Andere Reaktion wäre: "na gut, streck mir ruhig die Zunge raus, das ändert auch nichts an der Situation".Versuch mal, nicht mehr so auf die Provokationen einzugehen. Lass dich nicht auf Machtkämpfe ein, da du die meistens sowieso verlierst - die Drohung, dass du nicht mehr nach Hause kommst, wirst du ja niemals einhalten. Somit merken die Kinder, wie inkonsequent du bist. Woran könnte es liegen, dass sie so viel provozieren? Brauchen sie mehr Aufmerksamkeit (Strafen sind immer noch mehr Aufmerksamkeit als zb Gleichgültigkeit.. Kinder holen sich das eben dann auf diese Weise)? Sind sie unterfordert, dh ist ihnen langweilig? Gibst du zu viele Regeln vor, sodass sie gar keine andere Chance haben, als sich aufzulehnen?Versuche bewusst, in stressigen Situationen aus dem Raum zu gehen. Erstmal kurz Abstand gewinnen, überlegen, ob die Situation das gerade wert ist, darum zu kämpfen. Erst, wenn du dir ganz sicher bist, dass du dich jetzt durchsetzen willst und musst, tu das auch. Wenns um was völlig unwichtiges geht, lass es einfach. Die Kinder werden dann schnell begreifen, dass du nur etwas sagst, wenns wirklich angebracht ist - und dann musst du es natürlich auch schaffen, dich durchzusetzen.Unternimm Dinge mit deinen Kids, die euch allen Spaß machen, sodass eure Bindung gestärkt wird und eure Beziehung wieder eine positive Grundlage bekommt.

Du kannst auch durchaus mal in Ruhe mit deinem Sohn sprechen. Setzt euch zusammen, macht eine Familienkonferenz. Erkläre ihm, wie gestresst du zur Zeit bist. Er möchte ja sicher auch nicht, dass Mama dauernd schimpft. Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? Was wünscht er sich, was wünschst du dir? Welche dieser Wünsche kann man wie erfüllen? Welche Regeln sind für euch alle wichtig, und wie kann man sie einhalten? Welche Konsequenzen erfolgen, wenn sie nicht eingehalten werden? Mit 9 Jahren sind Kinder meist schon sehr kooperativ und einsichtig. Auch die 5jährige weiß sicher etwas beizusteuern.Versucht es einfach mal :)

Gut, dass du erkannt hast, dass es (meistens) an dir liegt.

Vergiss die Pädagogik und höre mal in dich rein:

Wann ist DEINE Grenze erreicht?

Was kannst du (für dich) tun, bevor du an deine Grenze kommst? Wenn du schreist oder sonst wie unsinnig handelst, bist du definitiv an selbige gekommen.

Akutmaßnahme: raus aus dem Zimmer, wenn du merkst "gleich schrei ich los".

Respekt? Hast du denn dir gegenüber Respekt? Versuche dich zu respektieren.

In jeder Familie rappelt es mal mehr oder weniger heftig im Karton.

Dass Kinder ihre Grenzen autesten und ausreizen, ist ganz normal. Das müssen sie ja auch, um zu lernen, wie weit man gehen kann. Und ebenso normal ist es, wenn Eltern ihnen diese Grenzen setzen, auf die Einhaltung achten und eben auch "bestrafen", wenn diese Grenzen überschritten werden. Deswegen muss man kein schlechtes Gewissen haben (allerdings kann man über die Art und Weise nachdenken. Kinder zu traumatisieren, wird ihnen nicht helfen!). Wesentlich bedenklicher finde ich da schon die Aussage, er sei ein echter "Sonnenschein", durch das er vieles wettmachen kann. Das geht nicht! Bei aller Niedlichkeit und Liebenswürdigkeit: Verstößt das Kind gegen die Regeln, dann bleibt das ein Verstoß und muss Konsequenzen haben! Auch wenn es noch so "bezaubernd" ist! Denn irgendwann im späteren Leben wird er auf jemanden treffen, bei dem es keine Rolle spielt, ob er ein Sonnenscheinchen ist oder nicht! Wie soll er dann mit der Situation umgehen können!

Pitroschka 15.06.2011, 10:36

Na, ich meinte damit nicht, dass ich ihn ja "ach so niedlich" finde und er sich deshalb mehr erlauben darf. Ich wollte damit nur kenntlich machen, dass es Kinder gibt (so wie meine jüngere Tochter), die einfach sehr sehr willensstark und dominant ist und damit eher mal aneckt oder Probleme auch mit anderen hat als unser Sohn. ER hat so ein freundliches Wesen, mit dem er eigentlich bei nahezu jedem beliebt ist. Nur bei mir zeigt er dieses freundliche Wesen anscheindend nicht so gern. Aber ich muss dazu sagen - sobald man mit ihm etwas allein unternimmt, ist er herzallerliebst. Anscheinend ist es immer eher ein Machtkampf gegenüber der Rolle seiner Schwester? Oder wo liegt da mein Fehler?

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RBMannheim 15.06.2011, 20:58
@Pitroschka

Wahrscheinlich ist er eifersüchtig und fühlt sich vernachlässigt, auch wenn dem tatsächlich nicht so ist. Da mußt Du einfach versuchen, ihm das Gefühl zu geben, dass er wichtig ist. Versuche Freiräume zu schaffen, in denen Du z.B. mit ihm alleine etwas spielst. Nach einer gewissen Zeit kannst Du dann vorsichtig mal versuchen vorzuschlagen, dass die Schwester da ja auch mitspielen könne, er ihr das beibringen könnte. So bekommt er wieder das Gefühl wichtig zu sein.

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gratullation, du und dein sohn, ihr kommt in die pubertät! kinder jeden alters testen ihre grenzen aus. das hat nichts mit "liste abarbeiten" zu tun, sondern einfach mit provokation. da du, als mutter von zwei kindern wahrscheinlich noch mehr, unter stress stehst, wirst du leicht gereizt und- bumm!- bricht ein streit aus. ich hoffe mal, du lebst mit dem vater zusammen? dann sollte er sich auch mehr einsetzen. jungs in dem alter brauchen eine bezugsperson, pubertät ist auch eine art der identitätskrise. falls der vater nicht vorhanden sein sollte (irgendwie traurig, dass man das heutzutage schon wie selbstverständlich annehmen muss), dann bitte einen freund, sich ein bisschen um den sohn zu kümmern. er soll sich ruhig mal auspowern! und natürlich über dinge reden, die er mit seiner mama nicht besprechen will.so wird es dann weniger streit geben =)

Pitroschka 15.06.2011, 10:41

Doch, Papa ist da und wir sind eigentlich eine glückliche bodenständige Familie. Ich wäre so gern souverän und ruhig und bestimmt, wie es JEDER Erziehungsratgeber rät. Aber nirgendwo steht: WIE mache ich es, dass ich ruhig bleibe? WIE vermittel ich, dass das Kind weiß: Bis hierher und nicht weiter. Ich weiß aus meiner eigenen Erziehung, wenn es mal richtig krachte, hab ich mir als Kind mal ein paar Wochen so richtig Mühe gegeben, umgänglich zu sein. Bei meinem Sohn denke ich manchmal, nach 5 Minuten ist alles wieder vergessen....

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Buckskin 15.06.2011, 13:28
@Pitroschka

Pitroschka, du hast die Ursache und Lösung bereits selber erwähnt. :-)

WIE mache ich es, dass ich ruhig bleibe? - Du kannst dich nicht selber ruhig machen, höchstens beruhigen. Dein Work-Life-Balance scheint nicht mehr ausgewogen zu sein und deshalb brauchst du unbedingt mehr Erholung! Nimm dir möglichst viel Zeit für dich selbst, um wieder Energie tanken zu können. Überlege mal was du im Haushalt vorübergehend vernachlässigen oder delegieren könntest.

Wir Mütter meinen oft, dass der Alltag ohne uns nicht mehr funktionieren würde und laufen deswegen Gefahr, uns zu verausgaben. Ich kann dir aus eigener Erfahrung schreiben, dass das definitiv nicht stimmt! ;-) Der Alltag sieht dann halt einfach anders aus. :-D

Das erste offensichtlichste Erschöpfungssymptom ist die Gereiztheit und Ungeduld. Eine Warnung die viele nicht ernst nehmen. Ich denke eher, dass dein Sohn auf deine Veränderung reagiert und nicht umgekehrt. Wenn du ausgeglichen und genügend Energie hättest, würdest du ganz anders auf sein Benehmen reagieren. Oder? :-)

Vielleicht fühlt sich dein Sohn etwas verunsichert und möchte mit seinem Verhalten eine ihm bekannte Reaktion hervor locken. Kinder reagieren sehr sensibel auf das elterliche Benehmen, aber die Reaktionen sind unterschiedlich. Die einen ziehen sich zurück, andere beschwichtigen und andere wiederum werden "auffälliger". Hast du schon mal darüber nachgedacht, wie die Kids dich momentan wohl wahrnehmen?

Hast du ihnen schon erklärt, wie du dich im Moment fühlst? Kinder haben eigentlich viel Verständnis, wenn du ihnen aufrichtig sagst, dass es dir jetzt nicht besonders gut geht und du mehr Erholung brauchst, damit sich eure Situation wieder verbessern kann. Wenn du von deinem Mann auch noch die notwendige Unterstützung bekommst, ist es ja perfekt! :-)

Oft meinen wir Eltern, dass wir keine Schwäche zeigen dürfen. Das ist totaler Humbug und setzt nicht nur die Eltern selbst, sondern auch die Kids unter gewaltigen Druck. Eine Lüge lässt sich nur schwer leben. ;-)

Es ist normal, dass in kritischen Situationen vermehrt Zweifel aufkommen und ein vernünftiges Denken dementsprechend schwieriger ist. Wenn du genau jetzt deine Schwächen und Fehler zugeben kannst und dich dafür auch entschuldigst, wirst du den gewünschten Respekt von deinen Kids bekommen! Weil sie nämlich dieses Gefühl selber sehr gut kennen. Respekt bekommt man, indem man zuerst andere respektiert! :-)

Das Verhalten deines Sohnes hat nichts mit seiner Zuneigung dir gegenüber zu tun. Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit!

Ich wünsche dir all die Hilfe, die du und deine family braucht!

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Das ist völlig normal! Kinder testen Grenzen aus und Kinder wissen auch genau, was sie dürfen und was nicht, Überlege dir sinnvolle Konsequenzen für die Punkte, die auf der Liste abgearbeitet werden. Mach dir klar, dass er genau das Ziel hat dich auf die Palme zu bringen und gib ihm diesen Sieg nicht. Bevor du anfängst zu schreine solltest du ihnin sein Zimmer schicken. Bestehe auf eine Entschuldigung für sein Verhalten!

Kinder brauchen starke Eltern. Eltern, die wissen, was sie wollen und was nicht, entschlossene Eltern. Ich denke, du bist ein wenig unsicher und setzt deinen Kindern deshalb zu wenig Grenzen. Das spüren die Kinder und sie testen deine Grenzen erbarmungslos aus. Das ist ganz natürlich und normal. Den meisten Eltern geht es ja so; die wenigsten haben in ihrer Jugend ein Elternhaus erlebt, in dem es "kindgerecht" zugegangen ist, daher kommt diese Unsicherheit.

kiniro 15.06.2011, 16:24

Dieses "Grenzen setzen" hatte mal irgendwann einer in die Welt gesetzt und seit dem inflationär benutzt. Was die Sache nicht zwingend besser macht.

Die Kinder wissen, wo ihre Grenzen sind - aber sie testen ihre Eltern, weil sie wissen wollen, wo DEREN Grenzen sind und ob diese Grenzen auch heute noch ihre Gültigkeit haben.

Manchmal müssen Grenzen auch an veränderte Situation und der Entwicklung der Kinder angepasst werden.

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Wenn du jetzt schon überfordert bist, was passiert dann, wenn deine Kinder in die Pupertät kommen? Du mußt deinen Kindern Grenzen zeigen. Und keine Drohungen aussprechen, die du nicht einhalten kannst. Das macht dich unglaubwürdig.

Pitroschka 15.06.2011, 10:38

Will ich dir ganz klar sagen: Das ist auch meine Angst!!! Und Deine Antwort hilft mir dabei nicht im geringsten. Kommt bei mir nur als Vorwurf und Bestätigung an, dass ich micht manchmal unfähig fühle.

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