Wollen Jugendfilme die Realität der Jugendliche zeigen oder verstärken sie eher ein falsches, womöglich gar gewolltes Bild ?

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6 Antworten

Filmemacher wollen in der Regel eine Geschichte erzählen. Die soll entweder ein möglichst wirklichkeitsgetreues Bild von Jugentlichen allgemein oder von bestimmten Jugendlichen abgeben - vielleicht auch von einem allgemeinen emotionalen Grundtonus, siehe The Breakfast Club - oder eine Welt eröffnen, die der Filmemacher gerne hätte, obwohl die Wirklichkeit (noch) nicht so ist.


Was allerdings bei vielen Filmen eine Rolle spielt, ist die sogenannte MPAA. Das ist eine US-Institution, die den Filmen das "Rating" gibt. Also nicht nur entscheidet, wie alt man sein muss, um sich den Film ansehen zu dürfen, oder was für einen Eindruck der Film in dieser Hinsicht auf uninformierte Eltern macht, sondern auch, wo der Film gespielt wird.

Amerikanische Filme (der Hauptteil dessen, was Leute in Deutschland gucken, nehme ich an) werden in erster Linie für den amerikanischen Markt produziert (was etwas altmodisch ist, da große Blockbuster in Übersee meist deutlich mehr einnehmen als in den USA). In den USA sind 70% aller Kinos sogenannte Multiplex-Kinos. Also sowas wie Cineplex oder Cinemaxx. Große Kinoketten, bei denen jede Einrichtung viele Kinosäle hat. In den USA laufen in solchen Kino aus Prinzip keine Filme die ein NC-17 Rating oder "Schlimmeres" haben. Soll heißen, wenn ein Film nicht ab 13 freigegeben ist, kriegt kein Arsch es mit. Es sei denn, er ist von jemandem, der bekannt ist, wie zB Quentin Tarantino. Dessen Filme haben auch alle ein R-Rating, aber da seine Filme sehr beliebt, und er selbst sehr bekannt ist, machen sich viele Leute die Mühe, ein alternatives Kino rauszusuchen, wo der Film läuft. 
Aber Normalos oder gerade Jugendliche gehen eher in ein Multiplex-Kino und gucken vor Ort, was da so läuft. Und Normalos sind per Definition eben das größte Publikum.

Es schadet den potentiellen Einnahmen der meisten Filme eben sehr, wenn sie nicht ab 13 freigegeben sind. Und ob sie das sind, entscheidet die MPAA. Die entscheiden traditionell seeeeeehr konservativ. Dazu gibt es eine informative Doku namens "This film is not yet rated". Gibt's auf youtube oder dailymotion oder sowas. Sie behaupten zwar, keine Zensur zu betreiben (also Filmemachern vorzuschreiben, was in den Film darf und was nicht), verhalten sich aber anders. Bei großen Produktionen, vergeben sie zwar auch "nur" Ratings, sagen den Filmemachern aber auch immer, was genau sie gestört hat. Also geben eine Anleitung fürs PG-13-Rating. Bei Indiefilmen passiert das nicht. Die müssen dann raten, Geld und Energie für einen neuen Cut aufwenden, neu einreichen, usw...
Dann vergeben sie auch sehr einseitig Ratings. Der Konsum von Alkohol zum Beispiel ist nicht so schlimm wie der von Marijuana (die MPAA ist kein Gerichtshof oder so...). Wenn eine Frau auch nur andeutungsweise sexuelle Befriedigung erfährt, ist ein Film sofort NC-17, bei Männern ist das anders. Politisch rechte Inhalte sind in deren Augen deutlich ungefährlicher  als beispielsweise kommunistische. 

Die MPAA kontrolliert also insofern den Inhalt und die Darstellung bestimmter Dinge, indem sie einer Produktion das Leben schwerer machen kann, wenn sie nicht die "richtigen" Dinge zeigt oder beinhaltet.
Insofern wird es bei jeder Art von Film schon einen gewissen konservativen Konsens geben, weil die großen Studios wollen, dass ihre Filme Geld machen, dazu müssen sie in vielen Kinos laufe, also muss man sich nach der Meinung der MPAA richten. Die kleinen Studios wollen vor allem, dass der Film überhaupt gesehen wird (die haben nicht so viel Kohle für riesige Werbekampagnen) und wissen, dass sie auf Nummer sicher gehen müssen (weil sie davon abghängig sind, gleich beim ersten mal ein PG-13 zu bekommen), also packen sie wahrscheinlich nur Sachen in den Film, die MPAA-konform sind.


Es herrscht bei amerikanischen Filmen also auf jeden Fall ein verzerrtes Bild. Ob das "falsch" ist, muss jeder selber entscheiden. Ob es "gewollt" ist...ein bisschen. Die Leute, die bei der MPAA bewerten, glauben  natürlich, sie täten der Welt einen Gefallen, indem sie junge Menschen vor "Bösem" beschützen. Der Effekt ist also in ihrem Interesse, auch wenn sie nicht merken, dass sie eigentlich Schaden anrichten. Das sind meist Christen, über 40, mehrere Kinder, also schon eine sehr bestimmte Bevölkerungsgruppe, die entscheiden soll, was für US-Teenager richtig und was falsch ist. Und wenn der Film anderswo gesehen wird, nicht nur für US-Teenager.

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Filme wollen in erster Linie Geld verdienen und unterhalten.

Wenn sie wirklich die Realität der breiten Masse abbilden würden, würde sie niemand sehen. Sie wären schlicht und einfach zu langweilig.

Sie können aber durch aus Probleme und tatsächlich vorhandene Realitäten aufzeigen.

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Jugendfilm und Jugendfilm ist zu unterscheiden, denn es gibt in dem Bereich durchaus problemorientierte Filme (die dann aber selten eine Chance auf eine erfolgreiche, kommerzielle Verwertung haben). Der Standard bedient - Klischees, was auch verständlich wird, wenn man sich berücksichtigt, daß geschätzt über 80% der Menschen ihre Umwelt über Klischees begreifen. Ein Film, der keine Klischees bediente, würde das Weltbild solcher Menschen ggf. massiv in Frage stellen, was aber gerade nicht dazu führte, das eigene Weltbild in Frage zu stellen, sondern eher, den Film als Schrott anzusehen.

Zur Rache sage ich besser nichts, denn da habe ich meine Erfahrungen mit erwachsenen Frauen gesammelt. Man fährt alleine für ein WE nach Paris, läßt sein Handy zuhause, und weil man deshalb nicht innerhalb von 24 Stunden auf einen Anruf reagiert hat, wurde ein Bild manipuliert und an das schwarze Brett in der Uni gehängt (fällt unter Verleumdung), aber man sah sich halt in dem moralischen Recht, da man sich so verletzt fühlte. Ein Bekannter von mir wurde in einer ähnlich (aus männlicher Sicht lächerlichen) Situation anonym angezeigt (§ 164 StGB, sexueller Mißbrauch an Kindern, er hatte deshalb gewaltigen Ärger), was sie dann später unter vier Augen und damit nicht nachweislich zugab, es gewesen zu sein, auch daß es wider besseren Wissens geschah. Das aber sind die beiden Highlights.

Eine andere Frau - ich hatte immer schwule Bekannte - meinte, mich outen zu müssen, weil ich mit ihr nicht ins Bett wollte, aber schwule Bekannte hatte ich fast immer, weil ich mit Schwulen gut klar komme, solange sie nicht mit mir ins Bett wollen, wobei ein schwuler Freund von ihr, der mich nicht kannte, meinte, daß ich wohl schwul sei. Dadurch fühlte auch sie sich sooooo verletzt, allerdings hatte ich ihr den Grund längst vorher erklärt: ich kann mir keine Beziehung mit Frauen vorstellen, die ständig versuchen, mich wissentlich zu manipulieren. Der Umstand, daß ich zuerst mitspiele, ist nicht der, daß ich es nicht merke, sondern ich sehen möchte, bis wo sie es treibt und wo ihre moralische Grenze liegt. Bei ihr war keine moralische Grenze feststellbar, sondern jede scheinbar erfolgreiche Manipulation führte zu Steigerungen.

Hier bin ich also ein gebranntes Kind.

Fassen wir zusammen: es dürfte das normale Bedienen von Klischees auf billigstem Niveau gewesen sein, aber die Frage ist, inwieweit jetzt die "Rachefeldzüge" positiv belegt waren. Kamen sie als "gemein und unangemessen" rüber, als "witzig und folgenlos" oder als "moralisch gerechtfertigt"? Wenn das erste der Fall war, wäre es ja schon in die Richtung gehend, die Du einforderst, denn mehr könnte man von solchen Klischee-Schmacht-Streifen echt nicht verlangen.

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Kommentar von TerminatorCat
17.07.2016, 08:28

es war eher beiläufig und kurz...aber eine Bestätigung gab es, eben in Form des Nichtssagen anderer zu dieser Situation bzw das Lachen der Klasse bei der Bloßstellung, zB Rache an den Lehrer, der im Grunde nichts falsches tat

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Kommentar von TerminatorCat
17.07.2016, 08:30

PS:

Tut mir leid, dass du solche falsche menschen kennenlernen musstest und hoffe, dass du noch auf genug vernünftigte menschen triffst :)


Ja, die mädchen / Frauen legen immer schräger ihre moralvorstellung aus und meinen immer im recht zu sein, da sie sich als daueropfer sehen


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Also ich denke, es gibt auch hervorragende Jugendfilme und auch Jugendserien. Diese sind aber zwingend und unbedingt abzugrenzen der amerikanistischen Teenie-Klamotte mit coolen Typen, Cheerleadern oder einem Sexual-Exzess á la "Eis am Stiel". Der ernstzunehmende Jugendfilm setzt sich mit Problematiken des Erwachsenwerdens auseinander. Einer meiner Lieblings-Jugendfilme ist beispielsweise "Deep End" von Jerzy Skolimowski. Ein sehr einfühlsamer Film über einen Jugendlichen, der sich in eine Frau Mitte 20 verliebt und nicht einschätzen kann, dass diese bereits von der Erwachsenenwelt vergiftet und beziehungsunfähig gemacht worden ist. Auch im Bereich des Kurzfilms habe ich schon einige interessante Beiträge über die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens und dem Aufrechterhalten von Freundschaft gesehen.

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Kommentar von TerminatorCat
17.07.2016, 13:01

Ich fand auch, dass die DEFA / DDR Jugendfilme gut waren :)

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Hast du den gestern gesehen? Ich glaube den habe ich auch geschaut ^^.

Meine Meinung dazu ist, dass Jugendfilme eben für Jugendliche da sind und nicht zum erziehen. Die Jugendlichen wissen denke ich schon sehr gut, was man tun sollte und was eher nicht, aber in dem Alter wollen sie nicht immer alles richtig machen und Gefühle stehen ganz groß im Mittelpunkt und mal ehrlich, als junges Mädchen ver- und entliebt man sich SEHR schnell.


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Kommentar von TerminatorCat
17.07.2016, 07:59

aber immer mehr Menschen / jugendliche können nicht mehr unterscheiden, sondern denken TV und Internet zeigen, wie man sich verhalten sollte oder woher kommt der trend / der Druck, dass Kinder / Jugendliche ständig beziehungen und so haben wollen ? Früher war man noch recht lange Kind, jetzt werden Kinder von mitschülern schräg angeguckt, wenn sie mit 11 nicht schon sex hatten

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Ist es besser die Langweile eines normalen Lebens darzustellen?

Film sind immer auch die großen Gefühle! und wer Film und Realität nicht trennen kann sollte dies mit seinem Therapeuten besprechen.


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Kommentar von TerminatorCat
17.07.2016, 07:56

viele Jugendliche können nicht unterscheiden und meinen, es müsste so sein...siehe beim Thema Unschuld so früh wie möglich verlieren oder ob es noch " normal " wäre mit 16 keine beziehung gehabt zu haben.

Solche Filme verstärken das gewollte (? ) Bild beim Thema Sex / Liebe und den Geschlechterrollen wie zickige Mädchen und hinterherrennende Jungs

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