Wollen Eltern ihre Kinder nicht mehr selbst erziehen?

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9 Antworten

Dass die Erziehung von Kindern mehr und mehr auf Kitas und Schulen verlagert wird, kann man zurecht kritisieren. Es ist zwar so, dass gerade Eltern mit mehreren Kindern oft zu zweit arbeiten müssen, um einen ausreichenden Lebensunterhalt zu erwirtschaften, aber das sollte kein Grund sein, seinen Kindern nicht eine bestimmte Erziehung angedeihen zu lassen.

Worauf du aber anspielst, ist der angebliche "Müll", der über Home-Office und häusliche Kinderbetreuung erzählt wird.

Ich habe das Gefühl, dass du in deinem bisherigen Leben weder eine Vollzeit-Tätigkeit über lange Jahre ausgeübt hast noch Kinder erzogen hast. Denn aus deinen Worten spricht nicht sehr viel Sachverstand.

Home-Office heißt acht Stunden Arbeit zuhause, wenn man in Vollzeit tätig ist.

Kindererziehung zuhause heißt in Corona-Zeiten 12 Stunden Bespaßung, Betreuung von Homeschooling, Zubereiten von Mahlzeiten, Auseinandersetzung mit kleinen oder - noch schlimmer - halbwüchsigen Kindern und Im-Zaum-Halten von Jungvolk, das übers Essen mault, den Sinn von Ausgangsbeschränkungen nicht einsehen kann oder will und am liebsten den ganzen Tag vor dem Handy, vor der Glotze oder vor Netflix versumpfen möchte.

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass meine Kinder längst erwachsen und aus dem Haus sind und ich habe höchsten Respekt vor Eltern, die das gerade zuhause reißen müssen.

Viele Kinder werden schon unter 3 Jahren in die Kitas gegeben, dass die Eltern wieder zum Arbeiten können, das war früher nicht so. Aber dies wurde vom Staat gefördert, damit die Mütter den Anschluss nicht verpassen.

Es ist aber jedem frei gestellt, seine Kinder in den Kiga oder Kita zu geben, es ist keine Pflicht. Aber die wenigsten wollen ihre Kinder zu Hause erziehen, viel lieber wollen sie arbeiten gehen oder müssen arbeiten gehen, weil ein Gehalt für den heutigen Lebensstandart nicht mehr ausreicht.

Ich finde es gut, wenn Eltern ihre Kinder mit 3 Jahren in den Kindergarten geben, weil sie dort eine Menge lernen, was sie zu Hause nicht lernen. Damit will ich aber nicht sagen, dass Eltern ihre Kinder zu Hause nicht erziehen können, aber im Kindergarten sind andere Voraussetzungen, die man zu Hause nicht hat.

Wenn Eltern nun während der Coronazeit home- und schooloffice machen müssen, kommen sie an ihre Grenzen, das ist schon eine außergewöhnliche Herausforderung und ein enormer Mehraufwand, denen Eltern zur Zeit ausgesetzt sind. Dies alles unter einen Hut zu bringen ist schwierig.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Bin ein erfahrener und vielseitiger Sozialpädagoge

Quatsch, DerGottKönig,

wenn wir eine Altersvorsorge suchen, dann würden wir eine Versicherung mit Kapitalanhäufung abschließen, die beim Eintritt in den Ruhestand ausgezahlt wird. Kinder allein der Altersfinanzierung wegen anzuschaffen erscheint mir ein Vorurteil zu sein, genauso wie deine pauschale Abwertung aller "nörgelnden" Eltern im Home-Office. Kinder sind da nun wirklich nicht der einfachste und bequemste Weg zur Altersvorsorge!

Es geht mit den in Nachrichten getätigten Aussagen wohl nicht so sehr darum, dass Eltern ihre Kinder nicht erziehen möchten, sondern schlichtweg darum, dass man an die Grenzen stößt. Ein Erzieher in der Kita muss nicht nebenbei Kunden betreuen, Aufgaben vorbereiten, an Meetings teilnehmen oder irgendwelche Konferenzen leiten, während die Kinder in die Windel kacken, die Tapete anmalen oder sich mit Spielzeug kloppen. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen: Erzieher sind "Spielexperten", die Kinder ganz anders fördern und fordern können (im Idealfall), weil sie sich dazu beruflich entschieden haben und gerüstet worden sind. Eltern können auch erziehen, aber irgendwann geht einem auch ein bisschen die Freude am hundersten Lied, dem dreißigsten Bild, dem spielerisch gemeinsamen Aufräumen und dem Kochen, Backen, Basteln etc. verloren..

Wenn du selbst keine Kleinkinder mit besonderen Bedürfnissen unter 6 Jahren zu Hause (gern noch im Plural, also mehr als eines) während des Homeoffice betreuen musst, wäre ich vorsichtig mit dieser leicht durchklingenden Verurteilung.

Das ist Unsinn. Eltern koennen nicht voll Homeoffice arbeiten und gleichzeitig auf die Kinder aufpassen und sie paedagogisch wertvoll beschaeftigen, wie Kindergaerten das koennen.

Ich arbeite im Homeoffice seit meine KInder klein sind, und kann dir versichern, dass das weder eine Frage von Bock ist, noch dass die Kinder darunter leiden, wenn sie nicht 24/7 an den Eltern haengen.

... oder für's Kindergeld, welches mir dann mein Haus baut. Auch Prestigedenken ist wichtig - für die poplige Verwandtschaft, die eben Kinder - und somit eine heile Familie - erwartet!!

Ja, das können alles Gründe sein, warum man Kinder bekommt.

Ich finde auch: Wer sich aktiv für Kinder entscheidet, sollte auch die Erziehung selbstverständlich übernehmen! Jedoch sieht der Alltag oft anders aus.

Seinerzeit gab es Familien, die allesamt "heil" nach außen erschienen. Da gab es keine Probleme! Da lief alles gut. - oder auch nicht. Aber das wurde dann totgeschwiegen!!

Dann kam die antiautoritäre Erziehung - wurde hochgelobt und die Kinder waren teilweise verkorkst. (Naja, die Heil-Familie-Kinder waren auch verkorkst). Aber es gab eben viele Störenfriede, die dann auf der Straße landeten. Daraufhin wurden die Kindergrten ausgebaut und die Ganztagsschule wurde eingeführt - damit die Kinder dort erzogen werden würden und die Eltern dies nicht mehr übernehmen müssen.

Wie man's macht, es ist verkehrt.

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