Wohnungssuche als Student ohne Bürgschaft - Keine Chance!?

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3 Antworten

1.) Ob deine Eltern vermögend sind oder nicht, ist nicht so wichtig. Wenn sie ein festes Einkommen haben und im Notfall einspringen können, wenn du mal die Miete nicht zahlen kannst, reicht das. Bietet einfach beide eine Bürgschaft an, wenn ihr zum Termin kommt, dann strahlt das schon mal Sicherheit und Vorbereitung aus und es ist nicht sooo wichtig, was drin steht. In der Regel fragen die Vermieter nach den letzten drei Gehaltnachweisen der Bürgen. Und selbst wenn deine Eltern nicht so viel verdienen, kann ja ihre Bonität trotzdem positiv sein. 

2.) Alternativ: Sollte die Bonität deiner Eltern negativ sein und du solltest einen Bürgen für die Kaution brauchen, biete eine Mietkautionsversicherung an (also kautionsfrei.de, Kautionsfuchs etc.). Da muss nur deine Bonität positiv sein.

2.) Schaut ihr nach den richtigen Wohnungen? Denn wenn ihr bei der Bewerbung mit fest angestellten Ärzten und Anwälten konkurieren müsst, ist es ja klar, dass der Vermieter die Anwälte nimmt (ist jetzt natürlich etwas überspitzt ausgedrückt). Bei günstigen Wohnungen in Studentenvierteln werden sich ja überwiegend Studenten bewerben, da kann doch der Unterschied nicht so groß sein.

3.) Lass doch den Bafög-Antrag erst mal von deinem aktuellen Vermieter unterschreiben. Dann bekommst du eine regelmäßige Zahlung, die du auf dem Konto nachweisen kannst. Und wenn ihr die Wohnung bekommen hast, lässt du den neuen unterschreiben. Das ist jedenfalls kein Grund zur Kündigung. Und ich wüsste nicht, warum er sich weigern sollte. Es ist ja in seinem Interesse, dass du ein regelmäßiges Einkommen hast.

4.) Falls das nicht eh verlangt wird: biete an statt der Bürgschaft eine Mietkaution von 3 Nettokaltmieten zu hinterlegen. meistens schöpfen die Vermieter diesen gesetzlich festgelegten Maximalrahmen nicht aus und du könntest ihm so mehr Sicherheit bieten.

5.) Falls ihr es euch irgendwie leisten könnt, überlegt, ob sich ein Makler lohnt. Das kostet zwar Geld, dann habt ihr aber kaum Mitbewerber, das macht beim Vermieter einen solventen Eindruck und wenn ihr länger in der Wohnung bleibt, ist es eine gute Anlage.

6.) Falls ihr das noch nicht habt: macht eine schöne Bewerbungsmappe, am besten mit Anschreiben. da sollte alles schön geordnet drin sein und die nehmt ihr jedes Mal gleich mit. Nach dem Anschreiben sollte ein extra Zettel kommen mit der Überschrift "Einkünfte Netto (Belege anbei)"" und da listet ihr eure beiden Einkommen auf. Alles, was ihr habt: Elternunterstützung, bafög, Kindergeld, Nebenjob etc. und stellt das gegenüber zur Miete (die Miete sollte hier nicht mehr als ein Drittel des Einkommens ausmachen). --> Der Vermieter hat eine Übersicht, ohne sich durch alle Papiere wühlen zu müssen, hat erst mal den Eindruck, dass ihr euch das leisten könnt und sieht, dass ihr euch über eure Finanzen Gedanken gemacht habt und gut vorbereitet seid.

7.) Wohnungsbaugesellschaften sind nicht so streng und entscheiden weniger nach Sympathie und Angst vor lärmigen Studenten. Sie schauen nur, ob ihr euch die Wohnung leisten könnt. Mit der 1/3 Regel sollte das kein Problem sein.

8.) Noch ein paar abschließende Tipps rund um Besichtigungstermin, Suche etc.: https://kautionsfrei.de/blog/die-erste-eigene-wohnung-tipps-zum-suchen-und-finden/

So, das waren meine Tipps.

Jetzt die aufmunternden Worte :) Ihr schafft das! Irgendwas findet ihr schon. Zur Not macht ihr halt erst mal Abstriche bei der Lage oder so. Hauptsache, ihr seid zusammen :)

Alles Gute!

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Hi,

also ich hatte auch schon in WGs gelebt (auch zu zweit mit einer Freundin). Da musste man nichts nachweisen. Ich wurde gefragt wie ich das denn finanziere, ich meinte Bafög und Nebenjob und das war okay.

Natürlich kann es sein, dass ihr Vermieter findet, die Bürgschaften wollen, aber es gibt auch welche, die keine wollen. Irgendwas findet tut man ;)

Ansonsten: Du hast wahrscheinlich die "Mietbescheinigung" nach Bafög gefunden, wo der Vermieter noch Miete etc. ausfüllen musste. Das ist seit 2009 passé. Du reichst entweder deinen Mietvertrag ein oder die Anmeldebestätigung zur Wohnsitzanmeldung.

Also ich bin 6x umgezogen als Bafögempfänger. Davon waren 2x Wohnungen, die ich zusammen mit Freunden angemietet hatte und 2x bereits bestehende WGs. Und von diesen 6x wollte KEINER eine Bürgschaft.

Lustigerweise wurde ich aber bei der Wohnung (nach dem Studium, fester Job, gutes Gehalt, 28 Jahre) nach einer Bürgschaft meiner Eltern gefragt. Ich hab den Vermieter ausgelacht und bin gegangen. Und habe eine andere Wohnung gefunden.

Man muss halt nur richtig suchen. Ob ein Vermieter gerne oder ungerne an Studenten/Bafögempfänger vermietet, ist auch Erahrungen geschuldet. Private Vermieter, die gute Erfahrungen gemacht haben vermieten schneller mal an Studenten als Vermieter, die ihre Wohnung zugemüllt vorgefunden haben und sich gewünscht haben doch eine Bürgschaft verlangt zu haben...

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Kommentar von baldstudentin
28.07.2016, 12:47

Wenn das mit der Mietbescheinigung passé ist, erleichtert das die Sache ungemein. Versteh nur nicht, warum es dann online noch die Formulare gibt, wo der Vermieter unterschreibt. Von Höhe der Miete war da nichts angegeben.

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Ohne Bürgschaft eines Bürgen mit festem Einkommen gibt es für Studenten keine Wohnung auf dem freien Markt. 

Der Bürge muß indessen kein Millionär sein; es reichen der Einkommensnachweis und eine saubere Schufa!

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Kommentar von baldstudentin
28.07.2016, 11:34

Das habe ich befürchtet. Mein Vater ist zwar seit kurzem aus der Privatinsolvenz raus. Wenn ich mich aber richtig erinnere, bleibt der Eintrag in der Schufa dennoch bestehen. Einen Einkommensnachweis hätte er. Bei meiner Mutter das gleiche.

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