Wohnungsnot während der Industrialisierung?

3 Antworten

Die Wohnverhältnisse waren oft katastrophal, viele Familien lebten auf engstem Raum, wegen der Mieten und geringen Verdienste waren die Wohnungen klein, oft feucht, in großen, düsteren Mietskasernen mit mangelnden sanitären Einrichtungen; die Kinder mussten sich ein Bett teilen, viele Familien nahmen sog. Schlafgänger auf, die ein Bett mieteten und gelegentlich auch mit Esswaren versorgt wurden.

Ein Mietrecht mit Schutzrechten für Mieter wie in der heutigen Zeit gab es nicht, Mieter konnten jederzeit gekündigt werden - oder selbst kündigen.

Hier einige Einblicke:

MfG

Arnold

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich arbeite als Historiker.

Persönlich habe ich das natürlich nicht erlebt, aber nach den zugänglichen Berichten war es seeeehr schlimm. Bettgänger (also die stundenweise Vermietung eines Bettes) waren unter unverheirateten Arbeitern eher die Regel als die Ausnahme. Ich persönlich lebe in einer Wohnung von 36m², in der zur Zeit ihrer Errichtung (1925) eine Familie gelebt hat. Das galt damals schon als so fortschrittlich, dass die katholische Kirche strikt dagegen war.

Woher ich das weiß:Recherche

Die Unternehmen linderten die Wohnungsnot. Sie bauten Häuser in denen es Werkswohnungen gab. Die Zechen bauten ganze Siedlungen mit kleinen Häusern im Ruhrgebiet für die Arbeiter.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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