Wohnungskündigung per Mail

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9 Antworten

Unterschrift als Kopie ist nicht gültig. Es muss das Original vorliegen

Gilt eine Wohnungskündigung, wenn ich das Schreiben ausdrucke, unterschreibe, fotografiere und als Anhang an eine Email an meinen Vermieter mit Lesebestätigung schicke?

Nein reicht nicht aus.


Welche Form muss eine Mietvertragskündigung haben?

Egal, ob Mieter oder Vermieter die Kündigung erklären – die Kündigung ist auf jeden Fall dem anderen Vertragspartner schriftlich mitzuteilen (§ 568 BGB). Sie muss also in einem unterschriebenen Brief erklärt werden. Auch ein Bevollmächtigter, z.B. ein Rechtsanwalt, kann im Namen eines Mieters oder Vermieters kündigen, muss aber eine Original-Vollmacht beilegen, sonst ist die Kündigung unwirksam, wenn der andere Mietvertragspartner sie sofort zurückweist. Die Kündigung (z.B. Mieterkündigung) muss nicht handschriftlich erfolgen. Sie ist aber von Hand zu unterschreiben. Eine eingescannte Unterschrift ist keine handschriftliche Unterzeichnung und reicht nicht aus.

Ausnahmen von der Schriftform gibt es nur bei möbliertem Wohnraum innerhalb der vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung (also beim berühmten " Untermieter"), es sei denn, der untervermietete Raum ist auf Dauer einer Familie überlassen. Eine weitere Ausnahme gilt für Wohnraum, der nur zum vorübergehenden Gebrauch vermietet ist (Ferienwohnung für den Sommerurlaub, etc. ). Auch hier ist die mündliche Kündigung gestattet.

Gibt es in einem Mietverhältnis mehrere Mieter oder Vermieter, so ist eine Kündigung nur wirksam, wenn entweder alle Mieter oder alle Vermieter kündigen. Im Zweifelsfall sind also mehrere Kündigungsbriefe zu schreiben. Hat nur ein Ehepartner als Mieter den Mietvertrag unterschrieben, so kann der Vermieter trotzdem beide Ehepartner auf Räumung verklagen. Ausnahme: Vertragspartner ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR, BGB-Gesellschaft). Hier genügt es nach Ansicht des BGH, wenn die Kündigung einem der Gesellschafter zugeht. Aus dem Inhalt der Kündigung muss aber eindeutig entnommen werden können, dass alle Mitglieder gekündigt werden sollen und nicht nur das einzelne Mitglied der GbR, dem die Kündigung zugeht.

Der Mieter muss im Kündigungsschreiben seine Kündigung nicht begründen. Der Vermieter muss hingegen die Kündigung begründen, sonst können ihm rechtliche Nachteile bis zur Unwirksamkeit erwachsen. Nach § 568 Abs. 2 BGB soll der Vermieter den Mieter auf die Möglichkeit, die Form und die Frist des Widerspruchs nach den § 574 bis 574b BGB rechtzeitig hinweisen.

Mehr hierzu bei: http://www.finanztip.de/recht/mietrecht/kdgform.htm#ixzz2Uu7XrJzi

Für die Kündigung eines Wohnraummietvertrages ist die Schriftform mit Originalunterschrift zwingend.

Wenn Du Dich beeilst und gleich heute früh das Kündigungsschreiben mit Originalunterschrift zur Post bringst oder in den gelben Kasten wirfst, könnte sie noch am Montag (3. Werktag) beim Vermieter sein.

Besser wäre es natürlich, wenn möglich, sie persönlich in den BK des VM einzuwerfen oder abzugeben.

Eine Kündigung ist an keine Form gebunden. Deshalb ist die Form, die du gewählt hast, rechtlich gültig. Allerdings würde ich mich nicht auf die Lesebestätigung verlassen. Das funktioniert nicht zuverlässig. Mein Tipp: Schreibe die Kündigung im Wortlaut auch in die Email, mit dem Hinweis, dass im Anhang die Kündigung mit Unterschrift zu finden ist. Dann kann er sich später nicht herausreden, dass er den Anhang nicht geöffnet hat.

Abgesehen davon ist einen Email im Zweifel nicht sicher, d.h. es ist nicht wirklich sicher, dass er sie bekommen hat. Sie könnte auch im Spam-Ordner verschwinden. Deshalb lasse ich meine Kündigungen vom Gerichtsvollzieher zustellen. Das ist die einzige wirklich totsichere Zustellart. Und die 20 Euro kannst du noch verschmerzen.

anitari 01.06.2013, 08:44

Beachten Sie bitte auch ferner, dass für die Kündigung eines Wohnraum-Mietverhältnisses die Schriftform zwingend vorgeschrieben ist. Zur Schriftform gehört die Original-Unterschrift des Kündigenden. Wenn auf Mieter- oder Vermieterseite mehrere Personen stehen, muss das Schreiben von allen an alle Beteiligten gerichtet und von allen Kündigenden unterschrieben sein. Eine Kündigung per E-Mail, SMS, Telefax o.ä. ist wirkungslos!

http://www.ra-kotz.de/mietvertrag_kuendigung.htm

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johnnymcmuff 01.06.2013, 12:26

Eine Kündigung ist an keine Form gebunden. Deshalb ist die Form, die du gewählt hast, rechtlich gültig.

Schon mal was von dem BGB gehört? Das besagt was ganz anderes!

§ 568

Form und Inhalt der Kündigung

(1) Die Kündigung des Mietverhältnisses bedarf der schriftlichen Form.

(2) Der Vermieter soll den Mieter auf die Möglichkeit, die Form und die Frist des Widerspruchs nach den §§ 574 bis 574b rechtzeitig hinweisen.

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Ne normale E-Mail ist im Streitfall grundsätzlich nix wert, weil ja jeder sich ne Mailadresse quasi mit beliebigem Namen einrichten kann.

Mit dem Fotografieren wird dir das auch nix bringen, weil man ja quasi auch ne Unterschrift irgendwo reinkopieren könnte.

Wie gesagt: im Streitfall.

Ich würde den anrufen und dann zur Fristwahrung ne E-Mail UND n Fax schicken. evtl auch noch ne SMS.

Wenn die Kündigung bis zum 3. Werktag noch fristgerecht ist, sollteste evtl sowas wie EPost oder sowas einrichten.

Das sind elektronische Fax u. Briefdienste, bei denen du dich per Postiden legitimieren musst.

Dann sind die versendeten, bzw gefaxten Schriftstücke auch rechtswirksam zugestellt.

Das wird quasi bedient wie n normaler E-Mail Account, nur dass man damit zusätzlich zu E-Mails eben auch Faxe und B riefe versenden kann.

Grundsätzlich bedarf JEDE Kündigung der Scdhriftform

Was hindert dich denn daran, das Schreiben mit der Post zu schicken?

Die Kündigung ist nicht gültig. Es muss schriftlich geschehen.

http://dejure.org/gesetze/BGB/568.html

wiki01 31.05.2013, 22:29

Das sehe ich anders: Das Vermieten von privatem Wohnraum ist nach § 568 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) abgesehen von einigen, in § 549 Abs. 2 BGB geregelten Ausnahmen, an die Schriftform gebunden. Dementsprechend muss das Kündigungsschreiben schriftlich verfasst werden. Das ist alles.

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drasaa 31.05.2013, 22:34
@wiki01

Habe ich nicht genau das gleiche gesagt? Ich verstehe nicht wo ich falsch liegen soll.

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anitari 01.06.2013, 08:36
@wiki01

Dementsprechend muss das Kündigungsschreiben schriftlich verfasst werden. Das ist alles.

Und mit Originalunterschrift.

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DerHans 01.06.2013, 18:51
@drasaa

Eine elektronische Übertragung ist NICHT der Schriftform entsprechend, da nicht fälschungssicher

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drasaa 01.06.2013, 21:24
@DerHans

Ja, das hatte ich doch geschrieben. Den Einwand von wiki01 habe ich noch immer nicht verstanden.

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fotografiere und als Anhang an eine Email an meinen Vermieter mit Lesebestätigung schicke?

Nein

darauf würde ich mich nicht verlassen.

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