Wohnungseigentümergemeinschaft - Bau eines Carports - Gemeinschaftsstellplatz

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Sehr geehrte/r belladag. Die geschilderte Veränderung (Überdachung) stellt eine sog. bauliche Veränderung (§ 22 WEG) dar. Dies ist nämlich jede Maßnahme, die über die bloße ordnungsmäßige Instandhaltung und Instandsetzung hinausgehende umgestaltung des gemeinschaftlichen Eigentums in seiner bestehenden Form, und zwar nicht nur von Bauwerken, sondern auch von unbebauten Grundstücksteilen her betrachtet. § 22 ist mithin eine Schutzvorschrift zu Ihren gunsten. Eine Ausnahme Situation könnte vorliegen, wenn die Genehmigung bereits in der Gemeinschaftsordnung oder einer Ergänzung dazu vereinbart wurde und es sich um die Herstellung des geplanten Zustandes handelt. Dies kann Ihren Schilderungen nicht entnommen werden. Neben den wohnungseigentumsrechtlichen Regelungen greifen hier im Fall der möglichen Genehmigung übrigens auch bau- und versicherungsrechtliche Themenstellungen. Ein Carport ist dem Gemeinschaftseigentum zuzuordnen (BayObLG 6.2.1986, 2 Z 70/85). Aus Ihren Schilderungen ist nicht erkennbar, ob die Garagen/Stellplätze Teileigentum oder ob Sondernutzungsrechte gebildet wurden. Ich kann vermuten, das an den Einzelgaragen(?) Teileigentum gebildet wurde und an den Plätzen vor den Garagen sog. Sondernutzungsrecht gebildet wurde (?). Teileigentum ist zu nicht Wohnzwecken eingeräumtes (alleiniges) Sondereigentum. Sondernutzungsrecht berechtigt den Inhaber zur alleinigen Nutzung (je nach Definition in der Teilungserklärung), bleibt jedoch Gemeinschaftseigentum. Aus der Einräumung eines Sondernutzungsrechtes kann grundsätzlich nicht das Recht zur Vornahme baulicher Veränderungen hergeleitet werden, wie z. B. zur Errichtung eines Carports (OLG Düsseldorf, 5.10.88, 3 Wx 378/88, 20.12.96,3 Wx 9/96). Ohne nähere Kenntnis der Vereinbarungen, Baubeschreibung, Teilungserklärung, örtlichen Bebauungsplan/-satzungen etc. kann keine 100%ige Aussage getroffen werden. Ich gehe davon aus, dass die Installation eines Carpots wegen Veränderung des Gesamteindrucks der Anlage der Zustimmung aller im Grundbuch eingetragenen Eigentümer bedarf. Hierbei ist also eine allstimmige Beschlussfassung über die Absichtserklärung der notariellen Änderung der Vereinbarung bzw. eine Ergänzung erforderlich. Dabei sollte die Einschaltung der erforderlichen Fachleute, wie Notar, Gericht, Architekt (für Planung u. Abnahme, Klärung mit der Baubehörde, ausführenden Fachbetriebes, der eine sach- und fachgerechte Ausführung gewährleisten sollte, ggf. die Ergänzung der Gebäudeversicherung) und die Finanzierung und Kostenverteilung (sowohl für die einmaligen wie für wiederkehrende Kosten der Instandhaltung und Instandsetzung (z. B. auch bei Mehrkosten, wenn unter dem Carport Kanäle verlaufen, diese saniert werden müssten, dafür das Carport abgebaut und wieder neu installiert werden müsste) u. v. m. berücksichtigt werden. Ebenso eine - wie von Ihnen angedacht - Änderung der Nutzungsvereinbarung, wie z. B. dem Einrichten eines Fahrradabstellplatzes etc. Wenn nicht alle Eigentümer der möglichen Vereinbarung zustimmen, kommt diese nicht zustande und es verbleibt beim vorhandenen Zustand. Sollten die Wohnungseigentümer ernsthaft eine Veränderung in betracht ziehen - dies sollten sie sachlich und konstruktiv gemeinsam diskutieren - sollte ggf. ein Rechtsanwalt mit zu den Vorbereitungen der evtl. Vereinbarung und Wünschen hinzugezogen werden. Die Kostentragung der einzelnen Elemente kann unterschiedlich geregelt werden, auch hierzu hilft Ihnen ein Rechtsanwalt im Bedarfsfall am zielführendsten weiter. Hoffe, die Informationen beinhalten für Sie wertvolle Hinweis. - Alle Angaben ohne Gewähr.

Carport oder Fertiggarage?

Hallo zusammen,

wir haben jetzt schon eine Zeit lang die Diskussion in der Familie ob Carport oder Fertiggarage. Ich möchte nun einmal die Meinung anderer Leute einholen. Wir haben 2 Fahrzeuge in der Familie, eines davon hat aber bereits einen guten Stellplatz und für das andere möchten wir entweder einen Carport selbst bauen oder eine günstige Fertiggarage kaufen. Wo liegen die Vorteile, wo die Nachteile? Und welche Firmen bieten Fertiggaragen bzw. Carports an? Vielen lieben Dank für eure Hilfe!

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Umfang einer Vollmacht für Eigentümerversammlung?

Folgender Fall:

Ehefrau ist Eigentümerin in einer kleinen WEG. Ihr Ehemann (Nichteigentümer) ist in dieser WEG Verwaltungsbeirat. Der Ehemann und Verwaltungsbeirat ist von seiner Ehefrau bevollmächtigt zur Teilnahme an der Eigentümerversammlung.

Nun die Fragen:

1.) Ist der Ehemann berechtigt sich zu allen Angelegenheiten, also auch zu Angelegenheiten anderer Eigentümer, bei der WEG einzubringen bzw. zu äußern, da es immer wieder als Stimmrechtsvollmacht bezeichnet wird?

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3.) Welche Verpflichtungen hat die Hausverwaltung in einer solchen Angelegenheit?

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Gemeinschaftseigentum WEG vermieten ohne Beschluß der Eigentümer ist das rechtens?

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Hallo,

wenn ich aus einem Mehrfamilienhaus Wohnungseigentum nach §8 WEG begründen möchte, muss ich dann für jede Einheit einen Stellplatz nachweisen, auch wenn es sich um eine 1902 erbaute Immobilie handelt? Oder gilt das erst ab einem bestimmten Baujahr? Ein Paragraph, welcher das ganze enthält, wäre hilfreich.

Vielen Dank

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Was ist bei Hausgeld/Nebenkosten im WEG alles drinne?

Ich habe mir eine Eigentumswohnung gekauft. Zahle 200€ monatliche Nebenkosten/Hauskosten. Zusätzlich zahle ich noch 45€ monatlich an die Versorgungsbetriebe (Strom und Wasser). 5€ monatlich an die Stadtbetriebe (Niederschlag und Schmutzwassser) . 25€ im Quartal für Müll ... gehören die eigentlich in die Nebenkosten dazu oder ist es richtig , dass ich die separat zahle ?

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WEG -Verwaltungsbeirat zu Belegprüfung verhindert?

Wir sind eine 4-Einheiten-WEG und haben nur einen Verwaltungsbeirat. Dieser ist wegen Langzeiturlaub verhindert die Rechnungsprüfung vorzunehmen.

Sollte der Verwaltungsbeirat rechtzeitig einen anderen Eigentümer bevollmächtigen?

Kann ein anderer WEG-Eigentümer diese ohne Bevollmächtigung übernehmen?

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