Wohnung nach wenigen Tagen wieder gekündigt - Mietrecht ohne Mietvertrag

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13 Antworten

Mietverträge können auch mündlich abgeschlossen werden sofern sie unbefristet sind.

Schwierig ist manchmal die Beweisbarkeit.

Die Folgen Ihres Handelns wurde schon beschrieben.

Sie entscheiden nun ob Sie 360 € zahlen und keinen weiteren Ärger haben oder ob Sie es ablehnen und auf eine Klage ankommen lassen, was entweder für Sie oder dem Vermieter teuer wird.

Mir scheint so, dass der Vermieter sich Geld an dem Fiskus vorbei verdienen will. die freuen sich auf Hinweise.

Vermieterin gibt an, dass es keinen schriftlichen Mietvertrag geben wird

Für den Fall, dass ein befristeter Mietvertrag mündlich und nicht - wie vom Gesetzgeber gemäß § 550 BGB in Verbindung mit § 126 BGB vorgesehen - in Schriftform abgeschlossen worden ist, so ist er gleichwohl wirksam.

Der Mietvertrag wird lediglich umgedeutet und gilt dann als Mietvertrag auf "unbestimmte Zeit" (unbefristeter Mietvertrag).

Beweislastregelung

Da bei Unstimmigkeiten zwischen Vermieter und Mieter auf Schriftstücke zu Beweiszwecken nicht zurückgegriffen werden kann, greifen die gesetzlichen Regelungen des BGB ein.

Danach hat derjenige, der etwas behauptet, die Tatsachen vorzubringen, die die Behauptung beweisen können.

Aus diesem Grunde kann es sich für die Mietparteien im Streitfall günstig auswirken, wenn und soweit man Zeugen, Fotos, Kontoauszüge etc. zu Beweiszwecken vorbringen kann. Diese können zur Sachstandsermittlung unter Umständen erheblich beitragen.

Kündigung des mündlichen Mietvertrages

Da ein mündlicher Mietvertrag auf unbestimmte Zeit läuft, endet dieses Mietverhältnis erst mit Kündigung durch den Vermieter oder Mieter.

Voraussetzung ist gemäß § 542 BGB die Einhaltung der gesetzlich vorgesehenen Kündigungsfristen. Darüber hinaus hat die Kündigung in Schriftform (§ 568 BGB) zu erfolgen. Dadurch soll Klarstellung und Rechtssicherheit für den Gekündigten geschaffen werden.

Quelle:

http://www.mietrecht-hilfe.de/mietvertrag/form-des-mietvertrages/muendlicher-mietvertrag.html

Bleibt die Frage ob es tatsächlich einen mündlichen Vertrag gab, wenn die Mieter eindeutig einen schriftlichen gefordert hatten und vertröstet wurden...

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Was nun? 800 oder 360 Euro Miete? Kann nicht folgen. Kläre mich auf. Teilzeitwohnung, möbliert. Wohnen auf Zeit was soll ich darunter verstehen? Wohnst du zur Untermiete? Ist es ein befristeter MV oder einer mit Kündigungsverzicht? Schreib's hier auf, dann mehr von mir, falls gewünscht.

800 €/Monat!

Die 360€ sind jetzt ein Angebot der Vermieterin für die paar Tage, die die Mieter dort gewohnt haben, eine genaue Aufstellung, wie sie auf den Preis kommt, existiert nicht.

Es war eine kleine, möblierte Wohnung innerhalb einer großen WG (alle teilen sich gemeinsam eine Küche).

Am Telefon wurde vereinbart, dass 800€ / Monat gezahlt werden. Zunächst für einen Monat, dann mal sehen. Mieter bestanden von Anfang an auf schriftlichen Mietvertrag. Vermieterin sagte: "Ja, kommt erstmal an, wir machen das alles dann die Tage"...

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@lapafra

800 Euro/Monat für ein kleines Zimmer? Da scheint mir Mietwucher im Spiel zu sein. Im Wesentlichen sehe ich hier die Möglichkeit der Anfechtung wegen Irrtums oder Täuschung. Damit gälte bzw. gilt der MV von Anfang an als nicht abgeschlossen, ein Mietverhältnis bestand deshalb nicht. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Mieträume bereits überlassen wurden oder nicht (BGH GuT 2008, 330).Es könnte angedeutet werden, dass man die ganze Sache einer juristischen Überprüfung zuleiten wird, ob ihr das so recht wäre (Mieterverein oder Anwalt). Evtl. besteht Anspruch auf Prozesskostenhilfe. Wenn alle WG-Mitglieder jeweils 800 Eur zahlen (sollen), noch dazu in Bar, ist das eine Goldgrube, aber bestimmt nicht legal, zumindest unseriös.

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Was jetzt? Zahlen?

Ja. Denn es gibt einen mündlichen Vertrag, der genau so bindend ist wie ein schriftlicher. Den Du allerdings, und das schnellstens, schriftlich kündigen mußt.

oder Gegenklagen (keine Rechtsschutzversicherung)?

Da wirst Du mit Sicherheit den Kürzeren ziehen.

Bleibt die Frage ob es tatsächlich einen mündlichen Vertrag gab, wenn die Mieter eindeutig einen schriftlichen gefordert hatten und vertröstet wurden...

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@lapafra

endlich Wohnung gefunden; am nächsten Tag gleich eingezogen; 800€/ Monat vereinbart. nach wenigen Tagen fragt Mieter nach Mietvertrag + Kontodaten um Geld zu überweisen. Vermieterin gibt an, dass es keinen schriftlichen Mietvertrag geben wird

Miete vereinbart und Wohnung in Besitz genommen (eingezogen) - mündlicher Mietervertrag zustande gekommen.

Fordern hätte der Mieter einen schriftlichen Vertrag vor dem Einzug. Die Aussage des Vermieters das es keinen schriftlichen Vertrag geben wird ist eindeutig und rechtens.

Mal nebenbei bemerkt, einem Mieter kann nichts besseres passieren als ein mündlicher Mietvertrag.

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Auch ein Mietvertrag kann wirksam mündlich geschlossen werden und ist durch Mietzahlungsvereinbarung, Übergabe und deinen Einzug ja bereits schlüssig zustandegekommen.

Dies lässt sich zweifelsfrei beweisen, da du eingezogen bist (Zeugen aus dem Haus).

Neben den strafrechtlichen Konsequenzen droht Zahlungsklage, solange er nicht schrifitlich mit gesetzlicher Frist gekündigt wurde.

Im übrigen wäre mir kein Nachteil bekannt, ohne Vertrag und damit Vereinbarungen zu Nebenkosten, Renovierungspflicht, Flurrenigung, Winterdienst, Kleinreparaturklausel usw. Barzahlung zu leisten :-O

G imager761

Naja, siehe noch mal unten. Die beiden haben von Anfang an auf einen schriftlichen Mietvertrag bestanden, da er zwingend Notwendig zur Vorlage beim Praktikumsplatz war... Also hat die Vermieterin sie doch getäuscht, wenn sie die beiden einziehen lässt und dann sagt, Nein, es gibt keinen schriftlichen Vertrag... Man könnte also bestenfalls sagen, dass beide Parteien sich nicht richtig verstanden haben

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800€/ Monat vereinbart.

Und damit gibt es einen gültigen Mietvertrag - denn Vertrag kommt von Vertragen, nicht von Schriftstück.

Mangels anderweitiger Vereinbarungen gelten dafür die Bestimmungen des BGB, damit ist weder Schriftform vereinbart noch bargeldlose Zahlung. Dafür aber eine Kündigungsfrist - man darf zwar vorher ausziehen, aber die Miete muss man trotzdem weiter bezahlen.

fordert über diese vom Mieter 360€

das scheint mir ein Super-Sonderangebot zu sein. Billiger kommst Du nicht aus dem Vertrag raus.

Nun...der Vermieter hat ein kleines Beweisproblem.

Er kann zwar beweisen, dass Du mieten wolltest (warst zwar eingezogen), also bestand schon ein mündlicher Mietvertrag und ihr müsstet zahlen.

Allerdings wird es wohl problematisch für den Vermieter zu beweisen, welche Miete er verlangt hat.

Kannst ihm ja sagen, dass Du Dich kundig gemacht hast und bereit bist wie vereinbart 63 Euro (er sagte doch dreihundsechtzig...oder?) pro Monat zu bezahlen. Wenn er dann meint "nene, das warn dreiHUNDERTsechzig", dann kann man sich über die Höhe vor Gericht streiten.

Aber spätestens da wird er wohl einknicken, da dann auch die Steuer davon Wind bekommen würde.

Ich glaube die Polizei ist nicht zuständig für solche Probleme. Warum sonst gibt Mietnomaden? Warte wenn was schriftlich kommt, die Vermieterin hat auch nichts schriftliches von Dir,oder?

Geh mal mit genau dieser Frage zum Mieterschutzbund. Deine Beschreibuung nach bekommt man sofort ein ungutes Gefühl, dass dein (Ex-) Vermieter hier kein Seriöser Mensch ist bzw. hier die Mieteinnahmen vorm Finanzamt verheimlichen will.

War denn von Anfang an vereinbart, dass es einen schriftlichen Vertrag geben soll?

Ja!

Hier noch mal im Detail: Es geht nicht um mich persönlich, sondern um ein befreundetes Pärchen (1 EU-Bürger, 1 Südamerikanerin). Über www.wg-gesucht.de haben sie besagte Wohnung gefunden. Sie haben am Telefon 800€/Monat vereinbart. Es wurde vereinbart die Wohnung zunächst für einen Monat zu beziehen und dann weiterzusehen ob man verbleibt oder nicht. Nach meinen Recherchen ist Wohnen auf Zeit immer mit einem schriftlichen Mietvertrag! Der schriftliche Mietvertrag ist für die beiden auch zwingend Notwendig, da sie diesen bei Ihrem Praktikumsplatz vorlegen konnten um einen Mietzuschuss zu erhalten.

2 Tage später kamen die beiden in der Wohnung an. Im unteren Teil des Gebäudes ist eine Art Hostel mit Bed and Breakfast, im oberen Teil wurden 4 "Wohnungen" ausgebaut. Sie stellten fest, dass es sich eher um eine Art große Wg handelte, da sich die 4 Wohnungen eine Küche teilten... Das konnten Sie noch akzeptieren. Da die Vermieterin am Telefon auf die Frage nach dem schriftlichen Mietvertrag sagte, "Ja, kommen sie erstmal her, das machen wir hier die nächsten Tage", sprachen die beiden die Vermieterin nach 3 Tagen dann an, was nun mit dem Mietvertrag sei. Sie sagte: "Nein, hier gibt es keinen Mietvertrag." auch Banküberweisung sei nicht möglich, nur Bargeld. Dies akzeptierten sie nicht und zogen aus.

Vermieterin geht zur Polizei fordert über diese vom Mieter 360€ und droht mit Strafantrag wegen Einmietbetrug... Leider verhält sich die Polizei hier auch nicht neutral. Mieter wurden am Telefon angebrüllt und vor Ort schikaniert (Von Pass, über Arbeitgeber bis Bankverbindung musste alles erklärt werden). Polizist verhält sich so, als wenn er sein Urteil gesprochen hat, hört die beiden nicht an und steht nur für die Vermieterin ein... Also Nebenfragen: kann man beantragen, dass sich ein anderer Polizist drum kümmert?

Sie wissen, dass sie für die wenigen Tage zahlen müssen, jedoch erklärt die Vermieterin nicht, wie sie auf die Summe kommt.

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@lapafra

Nach meinen Recherchen ist Wohnen auf Zeit immer mit einem schriftlichen Mietvertrag!

Nein, das ist falsch, auch für Zeitmietverträge ist die Schriftforn nur für Verträge mit einer Laufzeit länger als ein Jahr vorgeschrieben...

Der schriftliche Mietvertrag ist für die beiden auch zwingend Notwendig, da sie diesen bei Ihrem Praktikumsplatz vorlegen konnten um einen Mietzuschuss zu erhalten.

Also wurde das ausdrücklich ZUVOR (vor Einigkeit über Abschluss und Preis und vor Übergabe) vereinbart und kann auch belegt werden?

Das ist entscheidend dafür, ob hier ein mündlicher Mietvertrag zustande gekommen ist oder nicht. Wenn die Schriftform nicht ZUVOR ausdrücklich vereinbart wurde, sieht es zappenduster aus, dann besteht hier ein mündlicher Mietvertrag. Auch die Barzahlung ist absolut zulässig, wenn nichts anderes vereinbart wurde...

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Hallo lapafra!

Ich verstehe es so, dass Du kein Mietvertrag unterschrieben hast, weil es gar keinen gibt! Also bist Du kein Mieter und warst es auch nicht. Und eine Vermieterin hattest Du demnach auch nicht.

Was machen?

Gar nichts!

Schöne Grüße

Das ist ein wenig zu einfach gedacht...

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abwarten was kommt,einigen kannste dich immer.

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