Wohngeld oder ALG II (Aufstocken)?

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3 Antworten

Ob die Kaltmiete von 697 € angemessen ist,müsstest ihr beim zuständigen Jobcenter erfragen !

Um einen ersten Überblick zu bekommen,kannst du im Internet unter ,, Harald - Thome - örtliche - Richtlinien " einmal nachlesen. Die Wohnung dürfte für 3 Personen ca.75 qm haben,nach der Geburt würden es dann 15 qm mehr sein,also ca.90 qm.

Aber die Größe ist erst einmal nicht relevant,weil ihr schon in der Wohnung lebt,das würde ggf.bei Neuerteilung eine Rolle spielen.

Im Prinzip könntet ihr auch Wohngeld beantragen,was aber mit Sicherheit abgelehnt würde,weil ihr das Mindesteinkommen von 80 % eures Bedarfes nach dem SGB - ll nicht aus eigenem Einkommen decken könnt,wenn deine Freundin jetzt schon kein Einkommen mehr hat bzw.bald haben wird.

Deshalb beantragt ihr am besten eine ALG - 2 Aufstockung beim zuständigen Jobcenter.

Zur Zeit hättet ihr folgende Ansprüche bzw.Bedarfe nach dem SGB - ll :

  • Regelsatz du 353 €
  • Regelsatz sie 353 €
  • schwangeren Mehrbedarf bis zur Geburt des Kindes 17 % von ihrem Regelsatz,60,01 €
  • Regelsatz Sohn 229 €
  • angemessene Kosten für Unterkunft und Heizung,also Warmmiete ohne Haushaltsstrom,der muss aus dem Regelsatz gezahlt werden.

Das würde euer derzeitiger Bedarf sein. Die Warmmiete müsste für 6 Monate auch übernommen werden,wenn diese unangemessen ist.

Ihr habt also 1692,01€ derzeitigen Bedarf,da kommen aber noch die Heiz bzw.Nebenkosten dazu,die übernommen werden müssen,auf jeden Fall für die 6 Monate Übergangsfrist,dann müsste euch das Jobcenter schriftlich zur Kostensenkung bzw.Umzug auffordern,dieser müsste dann in angemessener Form ( Leih LKW ) vom Jobcenter übernommen werden.

Auf deine 800 € Bruttoeinkommen,kannst du Freibeträge nach § 11 b SGB - ll geltend machen,das kann deine Freundin bei Berufstätigkeit auch,wird aber durch die Selbstständigkeit anders bzw.etwas komplizierter gehandhabt.

Du hast also von den 800 € Brutto,Freibeträge von insgesamt 240 €,die dir von deinen 634 € abgezogen werden,es blieben bei dir also noch 394 € anrechenbares Einkommen.

Bekommt die Freundin kein Elterngeld mehr und hat auch kein Erwerbseinkommen mehr,dann kommen nur noch die 184 € Kindergeld dazu,welche auch den Bedarf des Kindes angerechnet werden.

Dann würde euer anrechenbares Einkommen bei ca.578 € liegen und der Bedarf beträgt 1692,01€ ohne Neben und Heizkosten.

Euch stehen also ganz locker über 1200 € an ALG - 2 Aufstockung zu.

Vorausgesetzt die Kosten für Unterkunft und Heizung würden angemessen sein,dein Verdienst sich nicht erhöhen und das Elterngeld auch ca.850 € betragen,wie beim ersten Kind,dann habt ihr auch nach der Geburt Anspruch auf ALG - 2 Aufstockung.

Das Jobcenter wird dich aber dazu drängen,dir einen Vollzeitbeschäftigung zu suchen,deine Freundin muss der Vermittlung nicht zur Verfügung stehen.

Sie kann die Betreuung bis zum 3 Lebensjahr selber übernehmen.

Wenn die Freundin dann angenommen auch 850 € Elterngeld bekommt und diese auf 12 Monate gezahlt werden,dann hat sie den max.Freibetrag von 300 €,den das Jobcenter nicht anrechnen darf,es blieben also nur 550 € anrechenbares Elterngeld übrig.

Es würden dann aber immer noch weit über 650 € an ALG - 2 Aufstockung gezahlt werden müssen,vorausgesetzt angemessene Kosten für Unterkunft und Heizung.

Dazu käme ja nach der Geburt noch der Regelsatz des Babys von 229 €,davon wird aber das Kindergeld von 184 € abgezogen,blieben noch 45 € Zahlbetrag.

Außerdem stünde der Freundin beim ALG - 2 Bezug ggf.eine Erstausstattung für das Baby zu,wenn das nicht mehr vom Sohn vorhanden ist bzw.noch etwas fehlen würde.

Die größtmöglich Hilfe erhältst du durch aufstockende Leistungen des Arbeitslosengeldes II. Solltest Du jedoch die Möglichkeit haben, den Lebensunterhalt für die zwei Monate irgendwie anders zu decken (Sparguthaben, geliehenes Geld o. a.) ist es für dich bestimmt einfacher Wohngeld zu beantragen. Dass ist aber immer nur ein Zuschuss zur Miete und daher muss bei einer Antragstellung auch klar sein, wie du den normalen Lebensunterhalt bestreiten kannst, sonst wirst du ans Arbeitslosengeld II verwiesen. Zum Wohngeldantrag selbst brauchst du eine Verdienstbescheinigung, Nachweis über die Höhe der Miete, evtl. Nachweis über Mutterschaftsgeld, wenn ein Anspruch besteht, eine Erklärung, dass die selbständige Tätigkeit z. Zt. und auch in naher Zukunft nicht ausgeübt wird, später dann auch der Elterngeldbescheid. Verlasst Euch nicht darauf, dass das Elterngeld in gleicher Höhe gezahlt wird, da würde ich mich vorher erkundigen, da ja offensichtlich das Einkommen in der letzten Zeit nicht so hoch war.

am besten du druckst dir den antrag auf der seite vom arbeitsamt erstmal aus, da gibt es etliche unterlagen die du beibringen und besorgen musst. beim amt anzurufen bringt eher wenig du solltest da vorsprechen dann bekommst du entsprechende termine. ich weiss nicht ob der aufwand für 2 monate lohnt, denn möglicherweise musst du das geld eh zurückzahlen wenns nur zur überbrückung dieser zeit ist.

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