Wohlverhaltensphase - kann die Frist wegen bevorstehendem Erbfall verlängert werden?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Hallo, es entspricht der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass die Entscheidung über die Restschuldbefreiung erst ergehen kann, wenn du Gelegenheit zur Versilberung des Nachlasses und damit zur Herausgabe der Hälfte hiervon an den Treuhänder hattest, da dies zu deinen Obliegenheiten gehört. Nur wenn die Verwertung des Nachlasses sich als undurchführbar oder sehr zeitaufwändig erweist (z.B. wegen geerbten Grundstücken), kann die Restschuldbefreiung auch so erfolgen, wenn du dich zur Verwertung bemüht hast und das entsprechend darlegst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Ronox
16.02.2016, 13:35

Nur zur Klarstellung: die Abtretung des pfändbaren Teils deines Einkommens endet natürlich mit dem Ablauf der 6 Jahre und verlängert sich nicht.

0
Kommentar von Ronox
16.02.2016, 20:24

Das spielt keine Rolle, ob die Höhe feststeht, da die Obliegenheit frei von bestimmten Wertgrenzen ist. Darum ging es in der BGH-Entscheidung auch nicht.

0

Behaupten kann er viel.

DU hast ja keinen Einfluss darauf, wie lange im Erbfall gestritten wird...das kann sich ggf über JAHRE hinziehen.

Ist die Wohlverhaltensphase um und der Insoverwalter weigert sich, das Verfahren abzuschließen, dann Rechtsanwalt nehmen und den Abschluss erzwingen vor Gericht!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Maindu
16.02.2016, 19:59

Genauso sehe ich das ja auch. Ja, ich denke, ohne anwaltlichem Beistand wird's wohl nicht gehen....

0

Man könnte das Erbe ausschlagen. Falls Du einziger Erbe bist kann man mit der ererbten Summe die Gläubiger befriedigen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Maindu
16.02.2016, 09:50

Darum geht es nicht. Wenn Geld da ist, sollen die Gläubiger ja auch was bekommen.

Nur kann ich nicht glauben, dass die Fristen einfach so verlängert werden können, weil Aussicht auf Geld besteht. Die Fristen bestehen ja nun mal. Man hat das ganze Verfahren ordentlich durchgezogen und nach 6 Jahren, wo man's eigentlich geschaft haben sollte, wird die Frist einfach mal verlängert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das rechtens ist. Habe aber auch im Netz nichts dazu gefunden....

0
Kommentar von OneShad
16.02.2016, 18:01

Im Zuge des Insolvenzverfahrens geht die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über das Vermögen auf den Insolvenzverwalter über. Er ist der einzige, der das Erbe ausschlagen kann und nimmt es entsprechend auch an.

Aber die Dauer der Insolvenzverfahrens bei Verbrauchern ist auf 6 Jahre begrenzt und endet damit. Entscheidend ist, ob der Anspruch in dieses Zeitfenster fällt und dort entsteht oder nicht.

0

Was möchtest Du wissen?