Wohin transportiert man den ganzen Atommüll?

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6 Antworten

Es gibt unterschiedliche Wege, wie mit den Abfällen verfahren wird. Zunächst:

Um die abgebrannten Brennelemente zu tauschen, wird der entsprechende Reaktor abgeschaltet. Wenn der Reaktor weit genug abgekühlt ist, wird er geöffnet, anschließend das Becken über dem Reaktor mit Wasser geflutet. Das Wasser schützt vor der Radioaktivität. Anschließend wird begonnen die einzelnen Brennelemente umzuladen bzw. zu entladen. Die Brennelemente werden mit der Lademaschine einzeln in das so genannte Abklingbecken eingelagert. Dort verbringt jedes Brennelement rund 5 Jahre, bis es weit genug abgeklungen ist, sodass man es in einem Transportbehälter laden kann.

In Deutschland kommen so genannte CASTOR-Behälter zum Einsatz. CASTOR ist ein eingetragener Markenname und zu den Transportbehälter in anderen Ländern im Vergleich eigentlich nichts besonderes. Unter Wasser wird der CASTOR nach und nach beladen, bis er voll ist. Anschließend wird der Wasserpegel abgesenkt und mit dem so genannten Taupunktspiegel festgestellt, ob der CASTOR wasserfrei ist. Wenn dies so ist, wird er mit zwei Deckeln verschlossen.

Ab hier gibt es zwei Wege. Der erste Weg umfasst das in Deutschland praktizierte Zwischenlagern von Kernbrennstoff vor Ort, das heißt an den Kernkraftwerken für eine Dauer von 30 Jahren. Diese Zeitspanne wurde ursprünglich als Zeitrahmen vorgesehen bis ein Endlager zur Verfügung steht. Vornehmlich aus ideologischen Gründen ist man bis heute nach wie vor noch nicht so weit. Jedenfalls sind die Abfallmengen mit dieser Lagertaktik am Ende sehr, sehr groß, daher ein Weg, den nur wenige Länder gehen.

Der zweite Weg wird in Deutschland nicht mehr praktiziert, da die Rot-Grüne ihn 2001 verboten hat: Der CASTOR kann direkt in eine Wiederaufbereitungsanlage geschickt werden, wo man noch nutzbares Material von nicht nutzbaren Material trennt. Am Ende kommen einmal neue Brennelemente heraus, sowie Material mit hochradioaktiven Abfällen. Die Abfallmassen sind allerdings weitaus geringer, als wenn man eine direkte Endlagerung praktiziert, wie es aktuell das Gesetz vorsieht. So kommt es, dass heute im Zwischenlager Gorleben nur einige wenige Container stehen anstatt eine ganze Armee von Behältern, die sich aktuell in den Zwischenlagern befinden.

Endlager für die hochradioaktiven Abfälle gab es bereits schon in der Vergangenheit, dafür gibt es aber verschiedene Technologien und Wege. Während Russland mehr als 50 Millionen Kubikmeter aus der Wiederaufbereitung bereits in speziellen Tiefbohrlöchen entsorgt hat, geht beispielsweise Finnland den Weg, wie ihn auch Deutschland will, die Abfälle ohne Wiederaufbereitung (Abseits der bereits aufbereiteten Abfälle) in ein geologisches Endlager einzulagern. Aus Erfahrungen mit weit über 100 Endlagern ist bekannt, wie man vorgehen müsste. Dazu müsste man sich aber in erster Linie politisch einigen. (http://de.nucleopedia.org/wiki/Liste_von_Endlagern)

Eine generelle Alternative wäre die Nutzung von schnellen Reaktoren, die die so genannten minoren Aktinide als Brennstoff nutzen. Hierdruch würde der Anteil von Materialien mit einer langen Halbwertszeit, die für die über tausende Jahre andauernde Lagerzeit des Abfalls verursacht, zu richtigen Spaltprodukten aufgebraucht werden. Man hätte am Ende nicht mal mehr hochradioaktiven Abfall, sondern mittelradioaktiven Abfall mit einer Einlagerungszeit von knapp 300 Jahren maximal. Russland praktiziert dies aktuell bereits mit dem schnellen Reaktor BN-800 im Kernkraftwerk Belojarsk, Indien und China planen den Einsatz solcher Anlagen. Deutschland hatte solch eine Anlage, die fertiggestellt worden ist, nahm sie jedoch nie in Betrieb.

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Nachdem die Brennstäbe bei einer Revision ausgetauscht wurden, kommen diese in einen Castor (19 Brennelemente pro Castor) und dieser verbleibt auf dem Kraftwerksgelände im Zwischenlager (speziell dafür errichtetes Gebäude das z.b. auch Flugzeugabstürzen standhalten muss). Solange es noch kein Endlager gibt wird das auch weiterhin so gehandhabt.

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es wird ja ein haufen atommüll unter der erde gelagert, doch man kann es nicht ewig unter die erde werfen :D und transportiert werden sie doch mithilfe von zügen etc, du hast bestimmt schon von den sitzblockaden und demos gehört, als züge mit atommüll beladen wurden und wegfahren sollten

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Viele Brennstäbe bleiben sogar über Jahre hinweg vor Ort im Kraftwerk... wann und wohin sie irgendwann mal  kommen das steht bei vielen hunderten von Brennstäben noch heute in den Sternen !

mit besten Grüßen Ronndo

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Kommentar von Kefflon
26.11.2016, 13:20

Du meinst Millionen Brennstäbe

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Soweit ich weiß, gibt es weltweit KEINE Endlager für Kernbrennstäbe. Lediglich für schwach radioaktiven Müll gibt es welche.

Das genau ist das Problem: Alle Brennstäbe liegen in Zwischenlagern, niemand weiß wohin und niemand will sie haben. Aber die Kernenergie ist ja eine sichere, saubere und billige Sache.

Transportiert werden sie zB in Castoren. https://de.wikipedia.org/wiki/Castor_(Kerntechnik)

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Genau das ist das große Problem. Es gibt keine Lösung, jedenfalls nicht zur Zeit. Darüber grübelt die ganze Welt, keiner hat auch nur im Ansatz eine Lösung.

Aber es wird ja behauptet, die Menschheit beherrscht die Atomkraft, die Wahrheit ist, nichts davon beherrscht die Menschheit. Denn wenn es so wäre, gebe es dieses und einige andere Probleme ja nicht.

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Kommentar von Blackoutd
26.11.2016, 00:39

und wohin transportiert man es momentan hin? es muss ja einen Platz dafür geben...

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Kommentar von Blackoutd
26.11.2016, 00:44

Vielleicht auf die Sonnenoberfläche schiessen?

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