Wohin gehen die gelöschten Dateien?

5 Antworten

Für sicheres Löschen helfen Programme, die die benutzten Stellen auf der Festplatte x-mal überschreiben. Hierzu gibt es Freeware, wie z.B. Eraser.exe.

Wer Disketten u. Festplatten nicht mühsam u. zeitraubend vor dem Verschrotten überschreiben bzw. löschen will, nimmt die Bohrmaschine zum mehrfachen, schrägen Durchlochen. Da kommen die üblichen Datenträger-Finder nicht weiter, sondern nur Speziallabors.

Hallo Claudispezial.

Dateien werden auf den Festplatten in bestimmten kleinen Häppchen (Sektoren) gespeichert, die Du z.B. mit den Seiten eines Buches vergleichen kannst. Eine kleine Textdatei, die nur "Hallo Welt" enthält, wird in einen Sektor passen und dort noch Platz übriglassen. Moderne Festplatten haben üblicherweise Sektorengrößen von z.B. 2, 4, 8 oder 16 Kilobyte.

Größere Dateien müssen auf der Festplatte überhaupt nicht in hintereinanderliegenden Sektoren liegen. Stell Dir vor, Du nimmst ein Taschenbuch, schneidest den Buchrücken ab, so dass eigentlich alle Blätter lose sind, und dann ziehst Du durch alle Seiten einen langen, reißfestn roten Bindfaden. Dann wirfst Du die Seiten munter ins Zimmer. Ein anscheinend heilloses Durcheinander.

Aber der rote Faden zeigt Dir, wo die nächste Seite ist. Dieser rote Faden existiert für jede Datei auf der Festplatte und wird in sogenannten FATs (File Allocation Tables) gespeichert.

Wenn eine Datei "einfach gelöscht" wird (also nur mit [Entf] oder dem Kontextmenü-Befehl "Löschen", wird nur die FAT der ersten Seite geändert, so dass das Betriebssystem weiß, dass dieses "Buch" jetzt nicht mehr auf dem Zimmerboden liegt, sondern im Papierkorb. Es wird aber auch vermerkt, dass es mal auf dem Zimmerboden lag. Du kannst ja Dateien aus dem Papierkorb "wiederherstellen". Schwupp, sind sie wieder an der früheren Stelle.

Erst beim "endgültigen Löschen" (mit [Shift][Entf] oder mit "Papierkorb entleeren") wird die FAT komplett zerstört. Das heißt, die Seiten sind dann noch da, aber der rote Faden nicht mehr. Die nun nicht mehr einer Datei zugewiesenen Seiten (Sektoren) gelten wieder als frei, auch wenn auf ihnen noch der Inhalt des alten Buches steht.

Im Gegensatz zu echten Buchseiten kann die Festplatten-Verwaltungssoftware nun diese Seiten einfach überschreiben und neue Inhalte dort ablegen. Das passiert vollautomatisch und sobald entsprechende Sektoren des alten Buches mit neuen Inhalten überschrieben sind, ist die alte Buchdatei nicht mehr vollständig rekonstruierbar.

Es gibt Spezial-Recovery-Programme, die solche Dateireste in verschiedenen Fällen dennoch wiederherstellen können. Dazu nutzen sie alle erdenklichen Methoden und versuchen, die Reste roter Fäden und Sektoreninhalte sinnvoll wieder zu verknüpfen. Je weniger die Festplatte nach dem Löschen benutzt wurde, desto größer ist die Wiederherstellungschance.

Daher sollte man, wenn man alte Festplatten verkauft, diese auf jeden Fall hart löschen, also tatsächlich mit Spezial-Löschprogrammen alle Sektoren der Platte mehrfach überschreiben lassen. Dabei werden zufällige Bitmuster in alle Sektoren geschrieben, was dem feinen Schreddern alter Buchseiten entspricht.

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Tönt alles schön und deftig, ist aber falsch.

Weshalb schreib ich einem separaten Kommentar.

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Speziallöschprogramme schön und gut. Aber warum so umständlich? das gute alte FDISK tut hier gute Arbeit, ich würde eine Festplatte sowieso nur unpartitioniert weitergeben, also vorher mit FDISK die vorhandenen Partitionen löschen.

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Diese Erklärung ist toll und von jedem zu verstehen

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Ergänzung zur Daten-Löschung.

Hochprofessionelle Datenrecovery-Tools die zur forensischen Datenanalyse verwendet werden, können manchmal sogar Daten rekonstruieren, die mehrmals überschrieben wurden. Teilweise gelingt dies sogar nach Jahren. Sehr hoch ist dabei die Wahrscheinlichkeit, wenn die Festplatte unmittelbar nach der Löschung pre-(formattiert) wurde. Der Grund liegt darin, das bei der Preformattierung die Spurlage etwas verändert wird und viele Datenfragmente 'zwischen' den Spuren liegen und nicht mehr voll überschrieben werden. Gerade bei neuen Festplatten können Magnetanteile auf den Zwischenspuren mitmagnetisiert (übersprechen) werden und wenn der Schreibkopf nachlässt, werden diese Zwischenspuren nicht mehr magnetisiert, was dazu führt, dass Datenfragmente bestehen bleiben.

Wirklich sichere Methoden zur Löschung sind, Hammer und Bohrmaschine oder allenfalls ein Hochleistungsmagnet in einem Kraftwerk oder ein EMP nach einer Atomexplosion. Aber das hat man ja nicht alltäglich zur Hand.

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Lieber Joachim Wiedemann,

bitte nutze doch in Zukunft für Ergänzungen Deiner Antwort das Kommentarfeld.

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße

Verena vom gutefrage.net-Support

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@support

Verena du hast recht, wäre besser gewesen. Aber so im Nachhinein, muss ich sagen, die Übersichtichkeit ist höher, wenn man sein Topic separat postet, als im Diskusionsbaum.

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Ich möchte die nicht komprimiert haben sonder ganz weg.

Die sollen nicht durch Nullen oder leer Zeichen ersetzt erden.

(Nur als neben Gedanke)

Aber wenn man das so sieht wie im echten leben, wenn man stirbt, verschwindet man ja nicht auch, man zerfällt irgendwann zu staub, die Atome bleiben übrig , Informationen von uns usw. bleiben noch erhalten... usw.

Ist das also beim Pc auch ? - Das die Daten immer wiederhergestellt werden können und nie ganz gelöscht?

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