Woher wusste Kolumbus das Indien existiert?

11 Antworten

Bereits in der Antike, fast zwei Jahrtausende von Columbus, waren die Griechen in Indien gewesen und hatten darüber geschrieben; später hatten die Römer intensive Handelsbeziehungen und importierten Pfeffer und Kokosnüsse und Bambus und was weiß ich noch alles (es gibt ein erhaltenes Handbuch für Indienhändler, das alle Häfen und Handelsorte zwischen dem Roten Meer und der Ostküste Indiens im Detail be­schreibt). Indien war also ein bekanntes Land, von dem im Mittelalter jeder wußte, wo es ungefähr lag und wie eigenartig es war.

Und auch die Europäer bezogen im Mittelalter Waren aus Indien, allerdings über Ketten von Händlern, so daß sie die Inder nie zu Gesicht bekamen. Aber natürlich wußten sie zumindest grob, wo ihre Gewürze und Seidenstoffe herkamen. In den hochmittel­alter­lichen Heldenliedern kommen gelegentlich sogar indische Prinzessin­nen vor.

Bemerkenswerter ist die Frage, weshalb er dachte, er könne Indien auf dem Weg nach Westen erreichen. Erathostenes hatte bereits 200 v. Chr. den Erdradius sehr genau gemessen (anhand der Länge der Schatten auf verschiedenen Breitengraden). Deshalb wusste man, dass Kolumbus niemals auf dem Westweg nach Indien fahren konnte. Dazu war der Weg viel zu weit.

Kolumbus hatte aber andere Argumente: Es war über den Atlantik Holz angeschwemmt worden. Ausserdem waren wohl schon die Wikinger in Amerika gewesen. Möglicherweise hatte Kolumbus sogar Karten der amerikanischen Küste. Deshalb wusste er, dass da Land erreicht werden konnte. Jedenfalls hatte er Glück, dass es Amerika gab. Sonst wären sie alle verdurstet und verhungert.

Es wurde früher wie heute sehr viel mit Indien gehandelt.

Aber da der Landweg sehr lang und risikoreich war, wollte Columbus eine Seeroute nach Indien erschließen.

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