Woher wusste der Vorfahre des Vogels, dass Tiere fliegen können?

11 Antworten

Deine Fragen zeigen deutlich, dass du ein völlig falsches Bild von der Evolution hast. Evolution funktioniert nicht so, dass es einfach Plopp macht und plötzlich hat irgendein Tier einen Flügel. Es ist auch nicht so, dass ein Dinosaurier, der zuvor keinen Flügel hatte, mal ein Ei legte, aus dem dann zufälligerweise ein geflügelter Vogel geschlüpft ist. Solche wirklich dummen Falschannahmen werden bewusst von Evolutionsleugnern ausgestreut: Sie legen der Evolutionstheorie Aussagen in den Mund, die sie so überhaupt gar nicht trifft, nur um sie dann als absurd abzutun und dann zu zerpflücken. Also bist du entweder selbst auf diese Verwirrungstaktik und Strohmannargumente hereingefallen, oder du versuchst deinerseits selbst, solche Fallstricke auszulegen.

Die Entwicklung des Vogelfluges lässt sich vereinfacht so darstellen:

An der Basis dieser Entwicklung steht natürlich die Entwicklung der Feder. In der zweiten Hälfte des Unterjura (vor etwa 180 Millionen Jahren) veränderte sich das Klima: Wo es zuvor noch tropisch heiß und vor allem sehr trocken war, fielen die Temperaturen nun jahreszeitlich bedingt und konnten schon einmal im Winter an den Gefrierpunkt heranreichen. Diese Temperaturschwankungen stellten für die gleichwarmen Dinosaurier ein großes Problem dar: wer nicht eine Strategie aufweisen konnte, um sich warm zu halten, hatte ein höheres Risiko, im Winter zu erfrieren. Einige Dinosaurier entwickelten eine besondere Form der Schuppe, mit der sie Wärme isolieren konnten, und diese modifizierten Schuppen bildeten nun einen dichten Flaum über der Haut. Viele frühe Coelurosaurier, aber auch einige Ornithischier bildeten damals wohl zum allerersten Mal einen Federflaum aus.

Der Federflaum erfüllte darüber hinaus den Zweck, dass sich das Tier beim aufplustern nicht nur wärmen, sondern auch optisch größer machen konnte. Wer sich vor Feinden und Konkurrenten aufplusterte, hatte somit eine bessere Chance, nicht gefressen zu werden bzw. den Konkurrenten einzuschüchtern und einen Fortpflanzungspartner zu finden. Jene Dinosaurier, die diese Taktik besonders gut beherrschten, gaben ihre Gene also häufiger an die Nachfahren ab, sodass sich das Merkmal weiter verstärkte: Aus einfachen Flaumfedern entstanden etwa zur Mitte des Jura vor 168 Millionen Jahren allmählich verlängerte Schmuckfedern, welche die Dinosaurier nun auch bei der Balz einsetzten. Eines der besten Beispiele für solche Schmuckfedern aus jener Zeit ist der chinesische Epidexipteryx, ein Baumbewohner, der aber noch nicht flugfähig war.

Zu dieser Zeit waren die triassischen Wüsten weitestgehend verschwunden und auf den Kontinenten prägten nun üppige Regenwälder und Farnprärien das Landschaftsbild. Viele gefiederte Dinosaurier waren ihrerzeit auf das Leben im Wald spezialisiert, und besonders die kleinsten unter ihnen hatten dort einen immensen Vorteil, als sie sich die Vertikale zuerst als Flucht- und später auch als Lebensraum erschlossen. Wer also auf einen Baum klettern konnte, dand dort nicht nur Zuflucht vor den großen (und meist auch gefiederten!) Beutegreifern jener Zeit, sondern es warteten dort auch leckere Appetithäppchen in Form von Insektenlarven auf die fleißigen Kletterer. Die Fähigkeit, auf Bäume zu klettern, ging Hand in Hand mit der Entwicklung des Federschmucks: Die besten Kletterer konnten es sich leisten, auch die imposantesten und längsten Federn auszuprägen, da sie diese am Boden zwar bei der Fortbewegung behinderten, beim Klettern jedoch nicht. Wer als viele lange schöne Federn hatte, hatte wieder einen Vorteil gegenüber seinen Artgenossen, den er an seine Nachkommen weitergeben konnte.

Ein weiterer nützlicher Effekt der langen Federn, die sich nun vor allem an den Armen ausbildeten, war einerseits, dass der Dinosaurier sie beim Bebrüten seiner Eier einsetzen konnte und sie ihm so ein größeres Gelege mit einer höheren Fortplanzungsrate erlaubten - ein gewaltiger Vorteil in der Selektion. Und als weiterer nützlicher Begleiteffekt hatten besonders breit gefächerte Federn den Effekt, dass sie bei einem Missgeschick dem Tier das Leben retten konnten: Spreizte der Dinosaurier seine Arme ab, wenn er mal von einem Ast fiel, so bremsten die Federn seinen Sturz und er hatte eine bessere Chance, den Absturz zu überleben. Wer sich beim Stürzen gut bremsen kann, kann natürlich als Begleiterscheinung auch längere Strecken "stürzen", sprich gleiten. Diese Eigenschaft verstärkte sich bei den Baumbewohnern nun in relativ kurzer Zeit: Schon vor 160 Millionen Jahren waren viele der kleineren Dinosaurier imstande, zuerst noch recht kurze, dann aber immer weitere Strecken von Baum zu Baum im Gleitflug zu überwinden. Tiere wie der chinesische Anchiornis oder der etwas jüngere, aber wesentlich berühmtere Archaeopteryx waren im Oberjura schon geschickte Gleitflieger.

Die Dinosaurier haben das also nicht erst lernen müssen, sondern es etablierte sich über lange Zeit in ihren Genen. Verändertes Verhalten ist also ein wichtiger Schlüssel zur Veränderung des genetischen Bauplans, und die Modifizierungen an ebendiesem erfordern lange Zeiträume und viele Generationen, bis sie sich zu etwas neuem entwickeln. Von der Entwicklung der ersten Flaumfeder bis zum Gleitflug dauerte es also wenigstens 25 Millionen Jahre.

Und es erforderte noch einmal fast die gleiche Zeit, bis die Gleitflieger schließlich durch Veränderungen an ihrer Brustmuskulatur und einer Verkürzung des Schwanzes auch aktiv mithilfe eines ausdifferenzierten Flügelschlages durch die Luft bewegen konnten. Einer der ersten Dinosaurier/Vögel, der dazu imstande war, war Confuziusornis, der vor 130 Millionen Jahren in China lebte. Es gab zu seiner Zeit aber auch weitere Flugtechniken: der zeritgleich lebende Microraptor flog zum Beispiel immer noch als Gleitflieger, aber mit vier Tragflächen: Seine Beine trugen ebenfalls verlängerte Federn, die ihn in der Luft hielten.

Übrigens haben nicht alle Dinosaurier mit Federn den Weg in die Baumkronen gefunden, viele Arten blieben entweder Bodenbewohner (wie etwa die Compsognathiden wie Sinosauropteryx und Compsognathus), andere kehrten auch aus der Luft auf den Boden zurück und verloren ihre Flugfähigkeit. Einige enge verwandte des Microraptor etwa gingen im Verlauf der Kreidezeit wieder bevorzugt am Boden auf die Jagd, sie behielten aber ihre ausdiffernzierten Schwungfedern: Noch bei Arten wie dem berühmten Velociraptor waren sie immer noch hilfreich, wenn man Beutetiere ansprang und dabei durch Flatterbewegungen das Gleichgewicht hielt, oder wenn man sich auf einem Baum auf die Lauer legte und von oben aus dem Hinterhalt zuschlug. Viele Dinosaurier der Kreidezeit stammen wahrscheinlich von Tieren ab, die einst einmal zumindest zum Gleitflug fähig gewesen sind.

Woher ich das weiß:
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So funktioniert Evolution einfach nicht. Dir wachsen ja auch keine Flügel, nur weil du es für praktisch hältst. Evolution ist ein passiver Anpassungsprozess, und um ihn zu verstehen, muss man wissen, wie natürliche Selektion funktioniert:

Aus einer Vielfalt von Merkmalen in einer Population erleichtern einige ihrem Träger das Überleben oder die Fortpflanzung. Die Träger dieser vorteilhaften Merkmale beeinflussen den Genpool der nächsten Generation stärker als der Populationsdurchschnitt und geben darum ihre vorteilhaften Merkmale auch häufiger weiter. Über mehrere Generationen hinweg werden dadurch vorteilhafte Merkmale in einer Population häufiger, während nachteilige immer seltener werden und verschwinden.

Ein Merkmal breitet sich also in einer Population aus, weil es Vorteile bietet, und nicht weil die Individuen der Population es gern so hätten.

Gleichzeitig sind die Vogelflügel auch ein gutes Beispiel für Kleinschrittigkeit und Ziellosigkeit der Evolution. Es handelt sich dabei um abgewandelte Vordergliedmaßen, die Tragflächen werden von den Federn gebildet. Die Federn sind aber nicht für diesen Zweck entstanden, sondern dienten ursprünglich zur Wärmeisolierung.

Erst später kamen dann andere Funktionen hinzu, etwa bei der Balz oder beim Brüten, bei den kleinen Theropoden aus der direkten Verwandtschaft der Vögel könnten sie außerdem Funktionen für das Gleichgewicht erfüllt oder als Fallschirm für den Gleitflug gedient haben. Erst danach konnte sich auch der aktive Flug der Vögel entwickeln. Jeder dieser Funktionswechsel ging auch mit Veränderungen der Federn und des Körperbaus einher und erstreckte sich über Millionen von Jahren.

Es ist also weder so, dass irgendein schuppiger Dinosaurier einen fertigen Vogel hervorbringt, noch so, dass die Vorfahren der Vögel Millionen Jahre lang mit immer größeren, aber bis zum Ende funktionslosen Flügelvorstufen rumgerannt sind. Evolution verläuft vielmehr kleinschrittig und nur über funktionierende und für sich gesehen vollständige Zwischenformen, die aber trotzdem für andere Zwecke abgewandelt oder optimtiert werden können.

Da schon damals z.B. Libellen und andere Flugfähige Insekten lebten die sogar möchlicherweise deren Nahrung stellten scheint es relativ wahrscheinlich das er Flugfähige Tiere schon einmal gesehen hat, möchligerweise auch der ein oder andere Pterosaurier. Daher konnte man er es wissen das Tiere fliegen können.

Tiere können sehr wohl denken.

Zu deiner vermute ich eigentlich gestellten "Frage" (die vermutlich nicht als Frage gemeint ist, sondern als gewollte Darlegung deines Unverständnisses und Ungläubigkeit):

Flügel sind auch nicht aus Gedankenkraft oder dem Wunsch dannach ausgebildet sondern der stärkeren Anpassung auf dem Leben auf Bäumen und über den Gleitflug erfolgten vermutlich gezielte Anpassungen aufs Fliegen die sich durchsetzten, nätürliche Mutationen deren Vorfahren hatten und sich erfolgreich vermehrt haben. Die ersten Vögel waren nicht Flugfähig und ein bedeutenter Anteil der bekannten prähistorischen Vögel, auch der im Mesozoikum waren aller wahrscheinlichkeit nicht Flugfähig. Es braucht noch weitere Anpassungen für einen aktiven Flug als nur Flügel. Vogelflügel entwickelten sich aus den Vorderextremitäten von bipeden Maniraptora die Nahrung vermutlich die Nähe zu Bäumen aus Schutz oder Nahrungsgründen auf. Die Entwicklung von Vogelembryonen gibt dazu aufschluss, bei dennen sich erst rudimentäre, getrennte Finger ausbilden, die im späteren Laufe außer dem abgespreizten Daumen verschmelzen zum 2 verbundenen Gliedern und dem Carpometacarpus, einem Gebildeten Knochen der aus Handwurzel und Mittelhandknochen verwächst beim Embryo. Dies ist die Hand des Vogels und bildet den vorderen Teil mit den forderen absprietzenden Schwungfedern (Handschwingen). Die bereits zur Isolierend dienende Befiederung der Dinosaurier haben sich verlängert und dadurch eine stromlinienförmige Tragfläche ausgebildet bei der durch die obere Wölbung die Luft eine weitere Strecke zurücklegen muss und so an der Unterseite einen Unterdruck erzeugt der Auftrieb gibt. Erst durch Anpassungen durch das stark vergrößerte Brustbein und Muskulatur ermöglicht es u.a. wirklich aktiven Flug. Vom Klettern, zum Sprung, zum Sprung verbunden mit Gleitflug, Versuche dabei zu steuern und wer sich am Geschicktesten Ausgeprägte Anpassung hatte bessere Chancen darin und konnte sich in Nischen besser halten als andere Gattungen die trotz Flügeln sich noch stärker auf dem Leben am Boden bzw. am Laufen noch stärker aufhielten. Bei günstiger Bedingung hat der bessere "Flieger" eben den Vorteil. Ja, es wurden mehrere fossile Tiergattungen mit Anpassungen an den Gleitflug bereits beschrieben, einige mit stärkerer, andere mit noch weitestgehend zum Sprinten ausgelegten Rumpf und Beinen, also weniger extremen Anpassungen zur selben Zeit. Ein Prinzip das es zu genüge an konvergenten Evolutionen gibt, sowohl bei nahezu allen Flug- und Gleitfähigen Tieren, aber auch alle an das Leben im Wasser angepassten Tiere ausbildeten in verschiedener Form, keine spezifische Entwicklung die nur Vögel hätten. Auch Flossen sind ähnlichen Gesetzmäßigkeiten unterworfen.

Es ist kein über Nacht entstandener Prozess sondern über einige hunderte Generationen erfolgte Anpassung. Ein Mensch weiß auch nicht zu Beginn, dass er schreiben kann oder laufen wird, es ist erlente Motorik, mit weiter gegebener Erfahrung vermischt ... Auch Vogelkücken müssen Fliegen erlernen.

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