12 Antworten

Eine "richtige" Auslegung von Bibel oder Koran gibt es offensichtlich nicht, sonst hätten sich die Gläubigen schon längt darauf einigen müssen.

Die Frage ist höchstens, ob man sie/ihn wörtlich auslegt, was die Fundamentalisten tun oder nur im übertragenen Sinne, was die Gemäßigten tun. Aber selbst bei dieser grundlegenden Frage gibt es schon keine Einigung. 

Deine Frage hat nur indirekt mit dem Link zu tun, weshalb ich meine Antwort zweiteile.

  1. Der Islam ist den Deutschen in den letzten Jahren ins Wohnzimmer gedrängt worden. Es ist in der Natur unseres Volkes (Dichter und Denker) vieles nicht einfach nur hinzunehmen, sondern es auch zu erforschen. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass eine wachsende Zahl von Deutschen einen Überblick über den Islam gewonnen haben, der dabei teilweise größer ist, als der Überblick von Muslimen selbst. Der Koran ist ein Buch mit Interpretationsmöglichkeiten, was von Dir auch richtig gesehen wird. Allerdings sollte man sich bei den Interpretationen vorsichtig verhalten, da einige Interpretationen mit anderen Interpretationen kollidieren, und dann so einiges wieder absurd wird. Weiterhin gibt es keinen "einen" Koran. Es existieren insgesamt 14 anerkannte Koranversionen, wobei eine sogar zwei Suren mehr hat. Dies nun zum näheren Verständnis, warum "Christen" (Deutsche) einen hohen Wissensstand haben können.
  2. Der von Dir eingestellte Link geht der Frage nach, warum im Gefängnis der Anteil der Muslime gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil der Gesellschaft so hoch ist, und warum sich in Frankreich Muslime im Gefängnis durch Gefängnisimame radikalisieren lassen. Dieser Bericht ist dabei unvollständig, da wir das Problem hier gleichsam haben, was aber von der Öffentlichkeit so noch nicht wahrgenommen wird. Der Hassprediger Pierre Vogel ruft schon seit mehreren Jahren zur sogenannten Gefängnisdawa auf, und praktiziert dies auch. Wir haben also die Möglichkeit der Radikalisierung schon hier im Land. Das Problem der Gefängnisdawa ist dabei ganz einfach. Es gibt keinen Islam. Der Islam ist in diverse Gruppen und Zielrichtungen zersplittert. Geht ein Imam in ein Gefängnis, und weist sich als islamischer Seelsorger aus, dann kann man nicht wissen ob er nun einer gemäßigten Lehre folgt, oder ob er eine salafistische Radikalisierung anstrebt. Darin liegt die große Aufgabe der Gesellschaft, des Staates und des Islam. Der Islam muss sich hinsichtlich seiner Konfessionen definieren, und von einem Dachverband ausgehend geprüfte Imame als Gefängnisseelsorger vorschlagen, und diese hinsichtlich ihres Wirkens auch kontrolieren. Solange Hassprediger unter dem Deckmäntelchen der Seelsorge ihre kranken Religionsanschauungen verbreiten, haben wir ein hohes Gefahrenpotential.

Ich hoffe ich konnte Dir mit Deiner Frage helfen.

Christen wissen das aus verschiedenen Quellen:

  1. Es werden genügend Veröffentlichungen produziert.
  2. Es gibt ja teilweise klare Richtlinien für die Koranauslegung (Z.B. hebt eine spätere 'Offenbarung' eine frühere auf).
  3. Im Gegensatz zu vielen mulimischen Autoren habe die christlichen Fachleute der Koran nicht nur einmal durchgelesen, sondern wirklich studiert. Ich z.B. habe sogar 1 Jahr land eine Koranschule besucht. Welcher von den Muslimen, die viel Unsinn über die Bibel schreiben, war denn 1 Jahr auf einer Bibelschule?
  4. In westlichen Ländern wird Intelligenz gelehrt, nicht stures Auswendiglernen (wie an den meisten Koranhochschulen). Dass man eine Sure auswendig rezitieren kann, hat nicht viel mit dem Verständnis des Textes zu tun, sondern mit der Dummheit des Lehrers, der auch nicht selbständig denken kann. Ein typisches Beispiel für die Überlegenheit der Intelligenz ist ja der Nahostdauerkrieg. Israel verklopft nicht deshalb ständig die arabischen Armeen, weil sie so viele Soldaten haben, sondern weil sie intelligenter sind. Wobei intelligenter als die mulimischen Diktatoren in dieser Gegend auch noch ausreichen würde, um in deutschen Landen eine Klasse wiederholen zu müssen.
  5. Das wichtigste ist aber, dass sie sich wirklich dafür interessieren.

Es geht doch nicht um deutsche Christen. In den Gefängnissen arbeiten zwar auch Pfarrer aber die werden kaum aus der Bibel vorlesen. Muslimische Insassen können von einem Iman betreut werden. Allerdings sollten diese genau überprüft werden, damit kein schwarzes Schaf darunter ist. Man läßt ja auch in den Schulen keinen Haßprediger auf die Kinder los, sondern in DE ausgebildete Lehrer. Grade die Imane sollten genauestens überprüft werden bevor man sie dort beschäftigt, denn da gab es auch schon extremistsch angehauchte, die dann nicht mehr beschäftigt wurden.

Moin,

wenn du das mit den Imamen als Seelsorger in Gefängnissen meinst, dann ist das doch für die inhaftierten Muslime in Deutschland eine tolle, indirekt präventive Maßnahme gegen Radikalisierung.

Imame sind muslimische "Vorbeter", diese Menschen haben mit dem Christentum nichts zutun. Die Idee ist sogar sehr durchdacht, sofern diese Imame eine "gute" Ausbildung genossen haben. Der Sinn dahinter ist, dass die Muslime in ihrer Religion gebildet werden, um im Zweifelsfall vom normalen und extremen unterscheiden zu können, um nicht blauäugig ins Verderben gezogen zu werden, von Leuten die eigentlich auch keine Ahnung haben und im schlimmsten Fall Hass predigen.

Lg xschwede

Eine Auslegung ist immer eine Interpretation und kann deshalb schon per Definition nie "richtig" sein. Das wissen deutsche Christen, deutsche Muslime und alle anderen, die die deutsche Sprache halbwegs beherrschen.

Ich war Mitglied einer christlichen Kirche. Ich wußte nicht, dass man einen Koran auslegen kann.

Allerdings besitze ich ein Koran in deutscher Sprache, gehört habe ich, dass es nicht autorisierte Koran Übersetzungen gibt. Dazu habe ich keine Möglichkeit zu prüfen, was "das richtige" und "das falsche" ist.

Die Auslegung einer "heiligen Schrift" ist immer eine subjektive Angelegenheit, welche stark vom Verständnis, Wissen und der Prägung bzw. den Absichten des Auslegers abhängt. - So ist auch jegliche Überprüfung der Auslegung - im vorliegenden Fall des Koran - eine Frage der persönlichen Kenntnis des Inhalts des Koran selbst und der verschiedenen darunter vereinten Glaubensrichtungen.

Ohne Kenntnis des Islam/Koran wird man ihn vermutlich nur für eine wenig gefährliche Parallelschrift zum Neuen Testament der Bibel halten und damit einen Denkfehler begehen. - Wer den Koran allerdings im Vergleich zu anderen religiösen Schriften näher kennenlernt, erkennt dabei auch seinen, vorsichtig formuliert, "doppelten" Inhalt, auf dessen "zweiten Inhalt" sich auch IS, Al-Khaida, Boko Haram usw. berufen. 

Nur dann ist man auch in der Lage "gewisse" Botschaften von Imamen in Gefängnissen besser zu kontrollieren. 

Niemand hat das Privileg einer "endgültigen" Auslegung. Das gilt für ALLE religiösen Bücher.

Imame (siehe Artikel) sind im Übrigen bekanntlich keine Christen. Aber auch sie sind nur Menschen. Menschen dürfen interpretieren. Sie dürfen nur nicht behaupten, nur IHRE Auslegung sei korrekt.

Gruß, earnest

Byakugan 19.04.2015, 10:30

es behaupten darf jeder, man darf dabei aber niemand anderen angreifen.

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earnest 19.04.2015, 10:33
@Byakugan

Aber jeder weiß, was von solchen Behauptungen zu halten ist: Nichts.

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Imame sind keine Christen.

Woher wissen andere was die richtige Auslegung ist?!  

Da kann man jeden hinstellen und jeder sieht es anders also sind es nur persönliche Meinungen.....

Jedes religiöses Werk, egal ob Koran oder Bibel, kann man anders interpretieren und verstehen.

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