Woher will man wissen, was vor Tausende von Jahren war?

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22 Antworten

Ich ziehe mal die Frage am Schluss nach vorne.

Glaubt ihr eigentlich an Gott und wie ist eurer Meinung nach die Welt entstanden (Evolution oder Schöpfung)?

Ich bin in jeder Hinsicht unreligiös, aber das hat nichts damit zu tun, was ich über die Rolle der Evolution in der Biologie denke, auch ein gläubiger Mensch kann zu den gleichen Ergebnissen kommen.

Jedenfalls kann man die Entstehung der Welt (ob damit das Unviersum oder die Erde gemeint ist) nicht mit biologischer Evolution erklären, genauso wenig wie man das Zusammenfallen des Kuchens mit der Relativiät der Zeit erklären kann. Jede wissenschaftliche Theorie hat ein recht genau abgrenzbares Gebiet, auf das sie anwendbar ist, und bei der Evolutionstheorie ist es die Entstehung der Artenvielfalt und ein kleiner Bereich der Abiogenese.

Die Annahme, dass überhaupt Arten sich über Generationen hinweg verändern und voneinander abstammen, ist mit einer erdrückenden Anzahl von Belegen untermauert, fast ebenso gesichert ist das Alter des Universums, die Art seiner Entstehung, das Alter unseres Sonnensystems oder der Ursprung des Lebens auf der Erde. Für mystische Wesen oder übernatürliche Eingriffe in die Umwelt existiert bis heute kein stichhaltiges Indiz. Insofern sollte es auch Laien nicht schwer fallen, die verschiedenen Modelle der Vergangenheit auf ihre Glaubwürdigkeit zu beurteilen. 

Zur eigentlichen Frage: Bei der Erforschung der jüngeren Geschichte stehen Schriftquellen im Zentrum, z.B. Inventuren, Briefe, Tagebücher, Lyrik etc. Die Vertrauenswürdigkeit einer Quelle ist natürlich nicht immer gegeben. Politische Schriften neigen oft dazu, die Realität zu verzerren. Zitate berühmter Personen, Geburtsjahre und wichtige Ereignisse wie etwa Krönungen, Kriege, Erlasse oder Naturkatastrophen stammen direkt aus solchen Schriftquellen.

Für größere Zeiträume lässt sich im Allgemeinen sagen, dass Naturgesetze und Kausalitäten empirisch bestimmt und dann an Funde aus der Vergangenheit angelegt werden. Das klingt hochtrabend, ist aber eigentlich relativ einfach.

Aus anatomischen Forschungen wissen wir heute beispielsweise, in welcher Weise äußere Einflüsse Knochenfrakturen verursachen, und aus der Soziologie wissen wir, wie verschiedene heutige Gesellschaften aufgebaut sind und wie mit dem Tod umgegangen wird. Dieses Wissen lässt sich dann auf die Skelette von Menschen aus der Antike oder der Steinzeit anwenden. So lässt sich ermitteln, was die Todesursache war, welchen Alters und Geschlechts die Person war, wie ihr sozialer Status war, ob die Leiche bestattet, ignoriert oder gefleddert wurde und damit, ob sie im Kampf, bei einer rituellen Hinrichtung oder bei einem Unfall gestorben ist. 

Das ist dann die Grundlage für Spekulationen über die damaligen Verhältnisse. Findet man Deformierungen bei Skeletten verschiedener Altersgruppen in einem Massengrab? Das könnte ein Hinweis auf eine Seuche sein. Findet man männliche Personen mit gebrochenen Knochen und Überresten von Waffen und Rüstungen? Ein klares Zeichen auf Konflikte und organisierte Schlachten. Findet man einen einzelnen Schädel mit präzise gesetztem Loch im Schädel? Wahrscheinlich eine Opfergabe. Einen aufbereiteten Leichnam mit gefalteten Händen, umgeben von Grabbeigaben? Sicherlich eine wichtige Person, die Art der Grabbeigaben gibt Aufschluss darüber, ob es sich um einen Herrscher, einen Krieger oder sonstwen handelt.

Verschiedene Volksstämme variierten in ihrer Kleidung, ihrem Häuserbau, ihrer Werkzeugherstellung oder ihrer Währung. An solchen kleinen Gegenständen wie Münzen oder Muscheln fernab des Meeres lassen sich Völkerwanderungen, Handelsrouten oder Feldzüge rekonstruieren.

In der Biologie funktioniert das auch. An heutigen Tieren lässt sich feststellen, dass Tiere mit gleicher Ernährungsweise (z.B. faserige Pflanzen, Fleisch, Fisch, Insekten, Gräser und Blätter) ähnliche Gebisse haben. Das lässt sich dann auf die Gebisse von längst ausgestorbenen Tieren übertragen. Gebogene und mit Widerhaken ausgestattete Zähne sind typisch für Beutegreifer, große Kauflächen für Pflanzenfresser usw. So lassen sich vergangene Ökosysteme rekonstruieren.

Experimentell ermittelte Zerfallsraten von radioaktiven Elementen oder biologischen Stoffen lassen sich für Datierungsmethoden verwenden, und auch so Sachen wie die Evolution wurden zuerst am lebenden Organismus erforscht, Darwin z.B. züchtete anfangs nur Tauben und stellte nach langen Untersuchungen und vielen Beobachtungen seine Evolutionstheorie von Variation und Selektion auf. Auf dieser Grundlage können wir dann den Fossilienbericht deuten und erschließen, warum Arten zu einem bestimmten Zeitpunkt ausstarben, wie die Verwandtschaftsverhältnisse von Tier- und Pflanzenstämmen aussehen und wie sich komplexe Merkmale wie z.B. Lungen oder Flügel entwickelten.

Die moderne Genetik geht sogar noch einen Schritt weiter und macht uns in vielen Fällen von Funden unabhängig. Das Alter von Genen oder Verwandtschaftsgrade lässt sich auch direkt an lebenden Organismen ermitteln.

Paläoklimatologen arbeiten mit den Auswirkungen von Chemikalien oder Temperaturen auf Sedimente und andere Gesteine, Chemiker nutzen diese Erkenntnisse und die von ihnen ermittelten Gesetze der Chemie, um an einer Theorie der Abiogenese auf der jungen Erde zu feilen. Astronomen schließen aufgrund verschiedener Phänomene auf eine Expansion des Universums und nutzen die aktuelle Geschwindigkeit und Beschleunigung der Galaxien, um das Alter des Universums zu berechnen.

Ich hoffe, ich habe dich mit den vielen Beispielen nicht erschlagen, sondern dein Interesse an der Vergangenheit geweckt. Wie du schon geschrieben hast, ist das ein faszinierendes und manchmal merkwürdiges Gebiet. Wenn du ein konkretes Beispiel erklärt haben möchtest, trau dich ruhig zu fragen!

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Kommentar von MarkusKapunkt
07.07.2016, 19:41

Es ist immer wieder höchst interessant, deine Antworten zu lesen. Tolle Beispiele! 

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Über Kriege etc.. weiß man Bescheid, seitdem die Menschen angefangen haben, es aufzuschreiben. Und viele Schriften sind entziffert. Durch die Hiroglyphen kann man gut erkennen, welcher Pharao gegen wen gekämpft hat, wie der Staat funktionierte, etc..

Und ich glaub an Gott und die Evolution. Da Gott die Schöpfung ist, schließt sich beides doch nicht aus. Die Bibel schreibt von der Schöpfung aber doch nur in Form eines großen Menschheitsmythos. Wörtlich darf man das nicht nehmen.

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Gleich mehrere Fragen auf einmal? Oje...

Über die Geschichte wissen wir durch die Erforschung von Quellen. Dies können zeitgenössische Schriftquellen sein (Briefe, Notizen, Aufzeichnungen, Pläne etc.), aber auch Münzen, Inschriften, Skulpturen, oder ganz einfache Überreste aus der damaligen Zeit. Würde irgendwann in 300 Jahren jemand deinen Einkaufzettel finden, könnte ein zukünftiger Historiker zum Beispiel daraus schließen, wie sich die Menschen im 21. Jahrhundert ernährt haben.

Eine weitere Quellenart sind jene, die der Nachwelt absichtlich hinterlassen wurden, wie Dichtung und Lyrik (gab es häufig auch über Herrscher), aber auch Lebensbeschreibungen, Tagebücher, Kriegsberichte und Chroniken. Geschichtsschreibung hat aber inmer den Nachteil, dass bei ihr immer eine Absicht des Verfassers mitüberliefert wird - sie muss also immer kritisch hibterfragt werden.

Ein Historiker oder ein Archäologe befasst sich dabei immer nur mit der Geschichte des Menschen. Wer sich mit der Geschichte der Erde befasst, den nennt man einen Geologen, wer sich mit der Geschichte des Lebens auf der Erde befasst einen Paläobiologen, im Bereich der Tierwelt dann Paläontologen und im Bereich der Pflanzenwelt Paläobotaniker. Diese Wissenschaftler haben die Schöpfungsgeschichte längst widerlegt, heute WISSEN wir, dass diese Geschichte falsch ist. Das ist dann auch keine Frage des Glaubens mehr. 

Ob es Gott gibt oder nicht, ist dagegen eine andere Geschichte. Das wissen wir eben nicht, und da darf jeder Mensch glauben, was immer er möchte. Ich persönlich glaube schon an eine höhere Kraft, und da ich evangelisch-lutherisch getauft wurde, nenne ich diese Kraft Gott. 

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Kommentar von danhof
07.07.2016, 13:50

Echt? Wenn die Schöpfungsgeschichte falsch ist, welche Erklärung gibt es dann aktuell?

Gibt es aktuell eine bewiesene, wissenschaftliche Erklärung?

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Auch vor tausenden Jahren gab es schon Leute, die alles mögliche aufgeschrieben haben. Teilweise sind auch Briefe vorhanden, die sich irgendwelche Leute geschickt haben. Da stehen dann die Dinge drin, die wir heute wissen. 

Nebenbei erwähnt: Ich glaube an die Evolution.

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Ich bin von der Urknall und Evolutionstheorie überzeugt.

Aber die Urmasse udn der Urknall müssen ja geschaffen , bzw. ausgelöst worden sein, da sind wir dan wie bei Gott.

Oder um es in einem Witz zu erfassen, drei Männer sprechen darüber was der älteste Beruf ist.

1. Der Elektirker, Gott sprach es werde hell udn es wurde hell, klarer fall Elektrizität.

2. Gott trennte das Land vom Wasser, sagt der Ingenieur. Das ist eine Ingenieurleistung, also ist der Beruf älter.

Kommt der Politiker und sagt, "aus dem Chaos schuf Gott Himmel und Erde, na wer hat wohl das Chaos geschaffen?

Schon früh haben Menschen die Schrift erfunden (Keilschrift, Hyroglyphen) udn zum Teil vor der Erfindung von Pergament auch in Steintafeln zeichen geschlagen.

Bis zu den Bildern in Höhlen.

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Glaubt ihr eigentlich an Gott und wie ist eurer Meinung nach die Welt entstanden (Evolution oder Schöpfung)?

Sie können sich mit den Meinungen der Kirchen beschäftigen, was diese zur Wissenschaft und zur Evolutionstheorie sagen.

Ja, ich glaube an Gott, ich bin Christ.

Ich glaube, dass diese durchdachte Welt geplant wurde, ich glaube
nicht, dass die Erde "einfach so" entstanden ist. Wissen Sie, wie gering die Chance ist, dass ein Planet wie die Erde entsteht? Auch gibt es die Meinung, dass für den Urknall ein Eingreifen von Gott nötig ist.

Auch gibt es Wunder, die von Ärzten untersucht werden. Wenn es keine
wissenschaftliche Erklärung gibt, warum ein Mensch gesund wurde, dann
ist ein Schritt getan, damit das Wunder auch bestätigt wird. Die Ärzte
wissen auch nicht immer, dass ihre Untersuchungen für die Kirche sind.

Ich stelle Ihnen auch noch einen Link in die Kommentare.

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Es gibt schriftliche Überlieferungen der meisten wichtigen Ereignisse der Menschheitsgeschichte.

Das ist keine Glaubensfrage. Evolution ist ein Fakt. Sie beschreibt allerdings nicht die Entstehung der Welt sondern die Entstehung der Arten. 

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Kommentar von danhof
07.07.2016, 13:53

Evolution ist eine wissenschaftliche Theorie, die recht gut belegt ist. Kein Fakt. Und wie du selbst schon schreibst, beschreibt sie nicht die Entstehung der ersten Zelle nebst Erbinformationen etc.

Es darf angesichts fehlender Beweise auch bezweifelt werden, dass Arten komplexer wurden.

Klar, ich kann Hunde kreuzen, bis ich schwarz werde. Es werden dabei kleine und große Hunde herauskommen. Aber immer Hunde.

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Kommentar von RonnyFunk
08.07.2016, 20:08

"Das ist keine Glaubensfrage. Evolution ist ein Fakt."

Ja, ja, ein Fakt.

"Es gibt schriftliche Überlieferungen der meisten wichtigen Ereignisse der Menschheitsgeschichte.
Das ist keine Glaubensfrage."

Gut, nach dieser Logik ist dann das wahr, was in der Bibel steht?

Oder ist nur das wahr, was dem Glauben der Atheisten nicht widerspricht? 

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Vor vielen hundert Jahren wurde so etwas wie Papier und Schrift erfunden. Beides in Verbindung macht es tatsächlich möglich Dinge aufzuschreiben damit Menschen in 1000 Jahren auch noch wissen was zur damaligen Zeit passiert ist.

Ich glaube nicht an Gott.

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Auch in der Vergangenheit wurden Dinge aufgeschrieben, vorallem wichtige Ereignisse. Zudem werden/wurden immer wieder alte Artefakte gefunden, Ruinen Entdeckt und so weiter.

Auch wenn ich nicht glaube, dass ein Gott die Erde oder die Menschen erschaffen hat, schließen sich Schöpfung und Evolution nicht aus.

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Also geschichtliche Fakten weiß man u.a. aus Aufzeichnungen von Zeitzeugen. Briefe, Dokumente, Biographien, etc. nicht nur von den Personen um die es in den Schriften geht, sondern vor allem auch von anderen Zeitzeugen.

Und natürlich aus Ausgrabungen. Evolution verläuft nicht sprunghaft, sondern langsam und so kann man aus den ausgegrabenen Überresten alter Zivilisationen Schlüsse auf ihr Leben ziehen.

Gott ist nichts weiter als eine fiktive Figur und die Schöpfungslehre der Bibel ist lachhaft.

Die Evolution ist heute nicht mehr bestreitbar und wie Planeten entsehen, konnten wir bereits ,mehrfach beobachten, von daher wissen wir wie unsere Welt entstand und wie sich das Leben hier entwickelt hat.

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Kommentar von danhof
07.07.2016, 13:58

Genau. Aus verschiedenen organischen Elementen fand sich mit einem lauten Donnern, viel Temperatur und Druck auf einmal die erste Zelle zusammen. Inklusive Bauanleitung (Software) und Reproduktionsfähigkeit.

Was habe ich wieder herzlich gelacht...

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Du zweifelst doch etwa nicht an dem Kontinuum der Zeit, welche nach allgemeinem Verständnis von der Zukunft her kommend über den schmalen Grat der Gegenwart in die Vergangenheit fließen tut? - ;-)


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Unter anderem deshalb, weil die Menschheit schon seit tausenden von Jahren schreiben kann und entsprechende Dokumente erhalten sind. Ein Klassiker sind zum Beispiel die "Commentarii de Bello Gallico" von Julius Cäsar, die ca. 2.100 Jahre alt sind. Nahezu jeder Lateinschüler der letzten Jahrhunderte musste sich da durcharbeiten.

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In Bezug auf Geschichte haben wir bei denen, die Gott ablehnen, eine interessante Doppelmoral.

Für einen geschichtlichen Fakt, den sie anerkennen, genügen einige Dokumente, aber nicht in Bezug auf das, was die Bibel nennt.

Oder anders herum, würden sie die strengen Maßstäbe, die sie an die Bibel anlegen, genauso an andere historische Dokumente anlegen, dann würde im Geschichtsunterricht nur noch etwas gelehrt werden, was Vermutung, Märchen, Legende ist.

Oder man kann es so zusammenfassen: Sie glauben alles, solange es nicht in der Bibel steht.

Zur Evolution: Hier sind Lehrbücher mehr als seltsam. Sie stellen etwas als Theorie oder Vermutung vor, aber schon 2 Absätze später ist es vergessen, es wird quasi wie ein Fakt behandelt.

Das größte Argument gegen die Makro-Evolution, dass sie sich nicht beobachten lässt und dass es zwischenzeitlich Formen gegeben hat, die eigentlich nicht überlebensfähig waren, könnte man unwirksam machen, wenn die Naturgesetze keine Konstanten sind, sondern zu diesem Zeitpunkt anders waren.

Dann aber funktionieren die Berechnungen des Erdalters nicht mehr.

In diesem Fall schließen sich Evolution und Bestimmung des Erdalters aus.

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Kommentar von DiegoderAeltere
08.07.2016, 16:59

Für einen geschichtlichen Fakt, den sie anerkennen, genügen einige Dokumente, aber nicht in Bezug auf das, was die Bibel nennt. Oder anders herum, würden sie die strengen Maßstäbe, die sie an die Bibel anlegen, genauso an andere historische Dokumente anlegen, dann würde im Geschichtsunterricht nur noch etwas gelehrt werden, was Vermutung, Märchen, Legende ist.

Für dich ist es vielleicht neu, aber diese Maßstäbe werden an alle historischen Quellen angelegt, ob es sich dabei um das Glaubensbuch antiker Völker handelt oder etwas anderes, und es gibt sogar einen Namen dafür: Historisch-kritische Methode. Denkst du wirklich, die Aussagen von Kriegspropaganda, Schmähschriften oder Lyrik werden im Geschichtsunterricht 1:1 als Wahrheit wiedergegeben?

Zur Evolution: Hier sind Lehrbücher mehr als seltsam. Sie stellen etwas als Theorie oder Vermutung vor, aber schon 2 Absätze später ist es vergessen, es wird quasi wie ein Fakt behandelt.

Dann sind deine Lehrbücher entweder schlecht oder du hast sie nicht verstanden. Theorie bedeutet in diesem Fall theoretisches Modell. Die Evolutiontheorie z.B. besteht aus Abstraktionen und beschreibt die Wirkungsmechanismen der Evolution. Evolution als Veränderung der erblichen Merkmale einer Population ist direkt beobachtbar und kann damit als Fakt angesehen werden.

Dass es sich bei nicht direkt gemessenen, beobachteten oder mathematisch bewiesenen Sachverhalten immer um Vermutungen handelt, auch wenn diese mehr oder weniger begründet sind, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Eine winzige Restwahrscheinlichkeit der Widerlegung wird in der Wissenschaft stets offen gelassen, darum sind Phrasen wie "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit", "nach dem momentanen Wissensstand" oder "ohne begründeten Zweifel" in jedem Fachwerk eingestreut.

Das größte Argument gegen die Makro-Evolution, dass sie sich nicht beobachten lässt und dass es zwischenzeitlich Formen gegeben hat, die eigentlich nicht überlebensfähig waren, könnte man unwirksam machen, wenn die Naturgesetze keine Konstanten sind, sondern zu diesem Zeitpunkt anders waren.

Wenn das das stärkste Argument ist, will ich mir den Rest gar nicht ansehen. Es fängt schon damit an, dass es keine Grenze zwischen Mikro- und Makroevolution gibt und auch kein Faktor außer der Zeit bekannt ist, der die Entwicklung einer Art beschränken würde. Damit ist die Unterteilung in Mikro- und Makroevolution völlig willkürlich.

Auf direkte Beobachtung sind wir nicht angewiesen, um etwas zu erschließen und zu belegen. Elektronen und der Erdmittelpunkt können auch nicht beobachtet werden, und trotzdem wirst du ihre Existenz nicht bestreiten. In die Vergangenheit des Lebens auf der Erde gibt uns der Fossilbericht gute Einblicke.

Die angeblichen Formen, die nicht überlebensfähig sind, musst du mir erst zweigen. Der Gradualismus ist tragendes Element der Evolutionstheorie und trag bisher in jedem Fall zu.

Dass sich Naturkonstanten signifikant ändern, ist aber mehr als eine gewagte Behauptung. Alle bisherigen Messungen deuten auf das Gegenteil hin. Schwankungen kommen, wenn überhaupt, nur dutzende Stellen nach dem Koma vor, wo die Messmethoden nicht mehr greifen. Änderungen in diesem Bereich ändern das Gesamtbild nur minimal.

Damit sich die grundlegende Logik der Selektion bei Lebewesen ändert, müsste aber das gesamte Universum auf den Kopf gestellt werden.

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Kommentar von dadita
08.07.2016, 21:13

Ist es so unglaublich schwer zu verstehen, dass der wissenschaftliche Terminus Theorie NICHT die gleiche Bedeutung hat wie der umgangssprachliche Ausdruck?

Die Evolutionstheorie ist eine wissenschaftliche Theorie. Ein belegbares und hervorragend belegtes Model zur Erklärung eines natürlichen Phänomens. Wie die Atomtheorie oder die Zelltheorie ist auch sie ein Fakt.

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Es gibt Schriftliche Überlieferungen. Man muss aber zwischen unabhängigen Quellen und der Geschichte der Sieger unterschieden. Auf vielen Schlachtfeldern finden sich Überbleibsel von den Kämpfen. das können verlorene Gegenstände oder auch ein Massengrab sein. Das Ganze kann man ziemlich genau datieren.

Nebenbei gefragt: Glaubt ihr eigentlich an Gott und wie ist eurer Meinung nach die Welt entstanden (Evolution oder Schöpfung)?
Keines von beidem. Die Schöpfung ist nur ein Kindermärchen und die Evolution erklärt die Entwicklung, aber nicht die Entstehung des Lebens. 
Die Entstehung des Lebens wird heute durch das anthropische Prinzip erklärt. 
Die Götter der Menschen sind die Erfindungen der Menschen. Deswegen sind sie so fehlerhaft und tragen menschliche Charakterzüge. Niemand konnte jemals einen guten Grund vorbringen, an einen Gott zu glauben.

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Kommentar von raimas
07.07.2016, 12:24

Die Entstehung des Lebens wird durch das anthropische Prinzip erklärt? Inwiefern ist das 'ne Erklärung? Das anthropische Prinzip sagt nur, warum es Leben auf der Erde gibt (nämlich, weil es nunmal so ist), aber nicht, wie es entstanden ist.

Und selbstverständlich gibt es keinen Grund zu der Annahme, die Evolutionstheorie könnte die Entstehung des Lebens nicht erklären. Wir kennen nur noch nicht den Ablauf dieses Prozesses.

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Es gibt zahlreiche Ruinen, dazu in Stein gehauene Schriften sowie div. Pergamentrollen und solche aus Papyrus.

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Die Römer haben z.B. eigene Geschichtsschreiber beschäftigt, auch schon vor unserer Zeitrechung. Viele sind auch heute noch namentlich bekannt. Bei den alten Griechen gab es das auch und die Ägypter haben sich ja auch verewigt.

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Es ist nicht alles 1:1 Wiedergegeben. Wie in der Welt, werden Wahrheiten mit Lügen vermischt. Es gibt eine Begebenheit, was letztes Jahrhundert passierte, wo alle sagen, dass es so war, angeblich auch zigfach recherchiert, in den Schulen gelehrt und von den Medien breitgetreten, wo ein älterer Nachbar, der mittlerweile verstorben ist, mir sagte, dass es nicht so war. Ich hielt große Stücke auf meinen Nachbarn, da er einer von ganz wenigen Menschen war, der wirklich sagte, was Sache ist. Daher bin ich überzeugt, dass wichtiges, was die Geschichte betrifft, weggelassen oder hinzugefügt wurde. Der Grundrahmen stimmt wohl (z.B. dass der Zweite Weltkrieg von 1939-1945 war).

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Kommentar von PatrickLassan
07.07.2016, 11:54

wo ein älterer Nachbar, der mittlerweile verstorben ist, mir sagte, dass es nicht so war

Du verlässt dich also lieber auf die Aussage eines Enzelnen als auf dutzende von Historikern?

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Niederschriften und Gefundene Artefakte aus diesen Zeiten ... Ruinen.

Und nein ich glaube an keinen Gott, die Schaffung der Erde war quasi der Sweetspot aus Ereignissen mit der Zeit im Kosmos

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Kommentar von CBA123ABC321
07.07.2016, 11:39

Okay, und wie erklärt man sich, dass Menschen die eine  Nahtoderfahrung machen, manchmal berichten die hätten Gott gehört und/ oder in irgendeinerweise erlebt?

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Woher man weiss was vor tausenden von Jahren geschehen ist? Du holst Deine Information aus dem Internet, früher verwendete man Bücher also bedrucktes Papier, davor war alles handschriftlich auf Papyrus, und noch ganz früher wurde es von Generation zu Generation mündlich weiter gegeben, die Abende wurden eher in Gemeinschaft verbracht und nicht wie heute oft allein vor der Klotze. Daher weiß man auch noch ziemlich genau dass Gott Himmel und Erde und alles drumherum erschaffen hat. Interessanterweise versuchen uns jedoch fast 6000 Jahre nach der Schöpfung unter dem Deckmantel der Wissenschaft Menschen zu erklären das alles in x-Millionen Jahren von selbst entstanden sei und erklären es so als wären sie selbst dabei gewesen.  

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Kommentar von DiegoderAeltere
07.07.2016, 19:54

Kannst du mir bitte erklären, warum sich Menschen in verschiedenen Ländern und Zeitaltern an verschiedene Götter und Schöpfungen erinnern oder warum Zeugnisse menschlicher Existenz existieren, die deutlich älter sind als 6.000 Jahre, oder warum Jahrringkalender mehr als 10.000 Jahre zurückreichen, ohne eine einzige Lücke? Das würde mich sehr freuen.

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Kommentar von earnest
07.07.2016, 20:27

Fred hält "4u" seine Märchenstunde: "Man weiß ziemlich genau, dass Gott Himmel und Erde ... geschaffen hat." 

Ziemlich steile These, Fred.

Aber es ist gut, dass DU offenbar damals dabei warst.

;-)

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Kommentar von dadita
10.07.2016, 00:32

Seufz...es ist wirklich erstaunlich wie sehr unser Bildungssystem bei manchen Menschen versagt. 

Die Menschen der damaligen Zeit wussten gar nichts über die Entstehung des Kosmos. Sie rateten. Und sie lagen allesamt flasch. Daraus wurden diverse Religionen und Vorstellungen, von den Titanen der Griechen über die Regenbogenschlange der Aborigines (ein Schöpfungsmythos und eine Kultur die übrigens knapp 40 000 Jahre alt sind und damit weit älter als die Erde deiner Meinung nach) bis zu deinem absurden Vorstellungen der Schöpfung.

Heute sind wir dank der Wissenschaft in der Lage tatsächliche Antworten zu finden. 

Wir wissen heute dass unser Unsiversum mindestens 13 Milliarden Jahre alt ist, unsere Teleskope können 13 Millarden Lichtjahre weit sehen. Wir können die galaktische Hintergrundstrahlung messen. Das Alter des Gesteins der Erde und der Kometen des Sonnensystems datieren. Das Alter der Sonne anhand der Menge an schweren Elementen in ihrem Spektrum messen. Die Entwicklung des Lebens und der Arten über Milliarden von Jahren Anhand von Fossilienfunden und genetischen Analysen und Simulationan nachweisen.

Das Schöpfungsmärchen der Bibel widerspricht all unseren Erkenntnissen zum Kosmos. Es ist eine reine Legende, ein Mythos geschaffen von unwissenden Barbaren. Heute noch daran festzuhalten zeigt von einem ungeheuren Mangel an Bildung in jedem Bereich der Naturwissenschaften. 

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Hallo.

Das weiß man, weil Leute diese Dinge aufgeschrieben haben.

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