Woher weiß man was man einem Kind zumuten kann?

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14 Antworten

Letztendlich weiß man es nicht, leider.

Und ich finde das gehört zu den schwierigeren Dingen des Elternseins.

Natürlich kennst Du Dein Kind von Anfang an und Deine Erfahrung als Elternteil wächst mit dem Kind mit. Aber so richtig 100%ig sicher kann man sich in vielen Situationen nicht sein, ob man sein Kind jetzt im richtigen Maße fördert und es so ein Stück weit über die Angst hinwegbegleitet. Oder ob man zu weit geht, das Kind überfordert und die Situation dadurch im schlimmsten Fall verschärft.

Mehr als Dein Kind aufmerksam zu beobachten und aus seinem Verhalten Rückschlüsse und Entscheidungen treffen, in der Hoffnung es gut zu machen, kannst zu nicht.

Mir geht es durchaus so, dass ich Momente mit meinen Kindern hatte, an denen ich hinterher dachte, das hätte nicht sein müssen, da wolltest Du zuviel.

Dann muss man eben wieder an den Punkt zurückrudern, an denen es bereit ist, wieder mitzuarbeiten.

Es kommt ja auf die Eltern noch der Druck von außen zu, wenn das Kind Ängste hat, die etwas über die Norm gleichaltriger hinausgeht. Da machst Du Dir schon Gedanken, wie Du es in die Norm bekommst und genau dann kommt es zu oben genannten Schnellschüssen, die man hinterher bereut. Beziehungsweise fordert eine Portion Rückrad sich vor das eigene Kind zu stellen und zu sagen: "Mag sein, dass das alle machen, mein Kind möchte es aber nicht und ich bin bereit dies zu akzeptieren, tut dies also auch."

Ein bisschen kommt es aber auch darauf an, wie sehr eine besondere Angst den Alltag einschränkt. Es gibt Sachen, die einfach sein müssen (z.B. Zahnarztbesuch..), da muss das Kind notfalls mit professioneller Hilfe lernen, damit klar zu kommen oder ob man sich erlauben kann, diese besondere Angst erst mal als kleine Schrulle hinzunehmen und es dem Kind mehr oder weniger freizustellen, ob und in welchem Tempo es sich dieser stellen will.

Das klingt jetzt vielleicht schlimmer als es ist, denn es gilt auch hier gilt: Man wächst mit seinen Aufgaben.

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Das ist eine ganz individuell Geschichte.

 Das Kind vor jeder Angst zu schützen ist genau so falsch wie es nie zu schützen. 

Am besten hört man dem Kind zu und bietet ihm Lösungsvorschläge an. Was erstaunlich gut wirkt, ist das Kind selber zu fragen, was man tun könnte, dass die Situation besser wird. Das ist oftmals sehr erstaunlich, welche Lösungen Kinder finden!

Kinder setzen oftmals Angst ein um sich vor Anforderungen zu drücken und plötzlich ist es ein Selbstläufer und Teufelskreis.

Für mich war es immer ein Anlass die Situation zu prüfen, mich neutral zu erkundigen und unangemeldet in der Schule und dem Pausenplatz zu erscheinen und einfach mal sehen was so passiert.

Ich kann von mir behaupten, dass ich zuweilen auch eingegriffen habe, wenn fremde Kinder schlecht behandelt wurden.

Manchmal muss man auch den eigenen Kindern sagen, dass man gewisse Dinge einfach lernen und akzeptieren muss.

Eines unserer Kinder hatte mal einfach Angst vor die Klasse zu treten. Der Lehrer reagierte darauf ganz anders als erwartet. Er nimmt Kinder die davor Angst haben häufiger an die Tafel bis sie sich genügend daran gewöhnt haben. Stellt aber Aufgaben die das Kind lösen kann, geht der Ursache auf den Grund und weist pöbelnde Mitschüler zurecht.

Es gibt auf deine Frage fast nur gezielte Antworten auf ein konkretes Problem.

Zu viel Angst ist auch ein psychisches Problem, das muss gar nichts mit der Schule zu tun haben.

Was man oft nicht weiss, Kinder haben Angst in die Schule zu gehe, wenn sie glauben, dass zu Hause etwas schlimmes passiert, wenn sie nicht da sind.( Elternkonflikte, Arbeitskonflikte , ein Geschwisterkind macht Probleme etc.)

Das zu erkennen braucht sehr feine Antennen aller beteiligten.

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Das Schlimmste ist, dass Kinder super Schauspieler sind, und vieles verstecken können. Da muss man auf kleinste Zeichen achten, Verhalten, Veränderungen...und kann sich dabei auch noch sehr irren. Gespräache bringen dann oft noch das Gegenteil, von dem, was man erreichen will. Die Kinder verschließen sich.

Kinder müssen wissen, dass sie den Eltern (oder einer anderen vertrauensperson) alles sagen können, man muss ihnen Sicherheit geben.Das stärkt ihr Selbstbewusstsein.

Nur als aufmerksame Eltern kann man wirklich ahnen, was in einem Kind vor sich geht, oder als Fachmann vielleicht noch. Da sind Lehrer und auch Kindergärtner überfordert.

Dein Beispiel mit der Schulreife habe ich persönlich bei unserer Tochter erlebt: die wollte unbedingt in die Schule, MIT ihren großen Bruder zusammen. Wegen ihres Geburtsdatums wurde sie dann mit gerade 6 Jahren und 3 Monaten eingeschult, ich fand sie überhaupt nicht schulreif, das war ein Spiel für sie. Aber wenn die Einschulungsteste das sagen....

Sie war von Anfang an eine unaufmerksame Schülerin, hat nichts ernst genommen, Hausaufgaben nicht abgeben wollen, erst bei Bildern, dann bei Aufsätzen Thema verfehlt...und das, obwohl ich sie dann in der 2. gegen den Willen der Schule habe zurücksetzen lassen, so dass sie wieder mit den Kindern aus ihrer Kindergartengruppe zusammen war. Ihre Schulkarriere war von Angfang an gestört, sie hat auch jetzt noch einen Horror vor Schulen (Führerschein...), ihre Ausbildung hat sie aber bestens geschafft. Das hat sie ernst genommen.

Wobei ich natürlich im Nachhinein auch nicht beurteilen kann, ob es ein Jahr später anders gelaufen wäre, aber vom Gefühl her...


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Kommentar von Tragosso
28.09.2016, 11:37

Genau von so etwas spreche ich, danke dir für die Ausführungen.

Vielleicht bringt die Frage ja auch manche Eltern zum nachdenken, das wäre wenigstens etwas. Ich würde es, sollte ich mal ein Kind haben, jedenfalls gerne anders machen.

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Also ... das Einzige was ich dazu sagen kann ist - dass ich absolut NULL Ahnung habe und mich da bei meinen Kindern zumindest auf mein Gefühl verlasse. Es gibt da glaube ich keine allgemeingültige Antwort. Die Eltern und Menschen die mehr mit ihnen zu tun haben sind die Einzigen die wirklich spüren können was Sache ist vermute ich. Und auch da wird oft vielleicht falsch gelegen.
"Erziehung" - das was ihr standardmäßig so nennt hier ist nicht in Noten zu beurteilen. Von Außen schon gar nicht. Und es ist - meiner Meinung nach - schlicht und ergreifend UNMÖGLICH einem Kind alle "Problemchen" später zu ersparen. Ich vermute jedes Kind hat einen verletzten Teil in sich - mal mehr mal weniger. Man kann auch nicht sagen ob Situation A Kind B auf ewig ängstlich macht - kann passieren - muss aber nicht.
Was können wir ihnen mitgeben ? Den Mut Probleme anzugehen und nicht davonzulaufen. Den Mut auf sich selbst zu hören und sich zu vertrauen. Das Wissen, das Alles vergänglich ist. Und die Kraft weiter zu suchen und zu gehen.
Alles Wissen, das beste Studium und die nettesten Eltern helfen dir nichts wenn du das Gefühl hast du bist minderwertig. Wir können für die Kinder da sein wenn sie uns brauchen aber wir müssen sie auch mal herausfordern - damit sie lernen dass einen das nicht umbringt.
Was ist das Ziel von "Erziehung" ? Doch wohl dass das Kind eine Chance bekommt glücklich zu werden. WIR Eltern können es nur im frühen Alter glücklich machen um ihnen zu zeigen wie es sich anfühlt. Später müssen sie einfach nur die Kraft und den Mut haben selbst weiterzusuchen. EGAL wie die Eltern waren.

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Kommentar von Tragosso
28.09.2016, 11:31

Die Antwort finde ich sehr hilfreich, danke.

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Kommentar von Blindi56
28.09.2016, 11:46

Gute Antwort!

Und vor allem bringt viel reden eher nichts, dann muss man eher Vorbild sein. mit den Kindern zusammen "leben", nicht als "Erzieher" auftreten.

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Grüß Dich Tragosso!

Im Grunde fragst Du nach Erziehungparametern, also: wie erziehe ich (m)ein Kind richtig.

Man braucht folgende Zutaten:

Liebe - Empathie - Erklärungen, die einfach sind und verständlich wenn gefragt wird - Grenzen setzen ohne Gewalt, auch keine psychische) - die Bedürfnisse des Kindes erkennen, besonders beim kindgerechten Spielen.

Abstrakte Inhalte Verhaltenweisen werden durch Vorleben übermittelt, z.B. Gerechtigkeit, Toleranz, Güte, Wahrhaftigkeit, Verzeihen, Zuhören können, Respekt, Freundlichkeit, Verständnis usw. usw. Die Dinge berühren auch das oben Geschriebene.

Ein Kind muss aber auch gefordert und ihm Mut gemacht werden. Das geschieht durch das Lob in jeder Form. Dennoch sollte dabei das Maß eingehalten werden, denn Übertreibung zeigt dem Kind nicht, wo das Wesentliche liegt und es verliert die Orientierung. Ja selbst der Tod sollte von einem Kind nicht ferngehalten werden. Erst das Er,- und Durchleben von den verschiedensten Situationen des Lebens kann das Kind stark werden lassen.

Es gibt aber auch Situationen, die das Kind überlasten könnte und da kommt es ganz darauf an, wie die Erwachsenen (Eltern) selbst damit umgehen.

Summa summarum kann man sagen:

Jeder möge sich selbst an seine Kindheit erinnern und darüber nachdenken, was man als wunderbar und was man im Nachinein als falsch empfand. Und man möge auch darüber nachdenken, was der eigene sinn des lebens sein könnte. Es gibt nämlich nicht den Sinn des Lebens, sondern immer nur den, den man in es hineinlegt.

In diesem Sinne die Grundlagen  im Kind zu schaffen, damit es im Leben frei denken, urteilen und entscheiden lernt, ist dann die vornehmste Aufgabe des Menschsein. Dieser Lernprozess fängt eben auch schon in der Kindheit an und damit ist klar, das man selbst als Erziehungberechtigter sich über sein eigenes Leben und seinen Sinn darin klarwerden sollte.

Wer nichts weiß und für sich keine Orientierung hat, der wird diese Orientierungslosigkeit an die Kinder weitergeben was fatale Folgen hat. Es schwächt die eigene Lebensstärke und die der Kinder, die dann wesentlich leichter den Verführungen in der Welt, die das Leben nicht ausreichend intensiv und wesentlich erleben lässt, erliegen. Die Ersatzhandlungen im Hunger danach, sind allen bekannt.

Es gibt die unterschiedlichsten Therien zu einer effektiven Pädagogik. Die beste die ich kenne ist die Montessori-Pädagogik.

http://www.montessorizentrum-muenster.de/lehre/montessori-p%C3%A4dagogik/anthropologie/

Auszug aus der religiösen Komponente ihrer Erziehung:

Die letzte Begründung für Montessoris Hochschätzung menschlicher Individualität etwa ist die Tatsache, dass der Mensch nicht nur Exemplar der Gattung ist, auch nicht nur Kunstwerk der Natur, sondern einmaliges Geschöpf Gottes (Gott nicht im personalen Sinne gedacht - Anm. von mir), der "jeden bei seinem Namen gerufen hat" (was symbolisch und nicht direkt zu verstehen ist - Anm. von mir). Die Kräfte, die im Kind wirksam sind, sind für Montessori letztlich göttliche Kräfte. Dem jungen Menschen bei seiner je individuellen Entwicklung zu helfen, ist letztlich eine Form der Mitarbeit am göttlichen Schöpfungswerk (weil wir ja selbst schöpferisch tätig sein können und müssen - Anm. von mir).

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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Weitläufiges Thema- meine privaten und beruflichen Beobachtungen und Erfahrungen bringen mich aber zu der These: ängstliche Eltern = ängstliche Kinder. Die von dir angeführte Frage habe ich glaube ich auch gelesen (oder zumindest eine ähnliche). Selbst ganz kleine Kinder haben schon oft ein feines Gespür für die Unsicherheiten der Eltern. In Bezug zu dem Beipiel mit der Erzieherin- haben da ggf. nicht auch schon die Eltern ein fehlendes Vertrauen zu der Erzieherin geäußert vor dem Kind, welches sich aufs Kind überträgt? Natürlich hat jedes Kind gewisse "Grundängste" in unterschiedlicher Auspägung. Dennoch stelle ich z.B. bei meinem 5jährigen Sohn immer wieder fest, dass man diese sehr leicht überwinden kann- einfach durch kindgerechte Erklärungen und Ermutigung zum ausprobieren (natürlich ohne Zwang). Ich sehe aber immer wieder andere Eltern, die insbesondere kleineren Kindern sagen- dafür bist du noch zu klein, das ist zu gefährlich etc.- anstatt einen Weg zu suchen, dieses oder ähnliches auszuprobieren. Bei meinem Sohn und allen eher unängstlichen anderen Eltern aus meinem Umfeld sehe ich jedenfalls, dass die Kinder permanent "mutiger" werden. Bei den eher ängstlichen Eltern sehe ich die Entwicklung der Kinder in dieser Hinsicht hingegen ohne nennenswerte Fortschritte.


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Kommentar von Tragosso
28.09.2016, 12:28

Das kann ich durchaus bestätigen...Aber gerade, wenn man als Eltern selbst sehr ängstlich ist, muss es doch auch Möglichkeiten geben dem Kind mehr Sicherheit geben zu können als man selbst erlebt hat. Ich würde ungerne wollen, dass es meinem Kind ähnlich ergeht wie mir damals.

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Ich habe eine Tochter, 9 Jahre alt. Sie war schon immer sehr vorsichtig und wusste, was sie sich selbst zutrauen kann, war nie übermütig, eher zurückhaltend und ruhig.

Sie hatte vom ersten Schultag an Angst vor der Schule. Ging nicht gerne hin, war plötzlich sehr unglücklich, anhänglich, ängstlich. Nach zwei Jahren wechselte sie die Schule. 

Da stellte sich heraus, dass die Klassenlehrerin extrem unfair war. Sie gab den Kindern in vielen Situationen das Gefühl, doof und minderwertig zu sein. Von einem anderen Fachlehrer wurde sie sogar mal alleine im Klassenzimmer eingesperrt, offenbar für 90 min (denn sie wurde als fehlend im Klassenbuch eingetragen), und vorbeilaufende Lehrer nahmen ihr Klopfen und Rufen nicht wahr. 

Das sind Dinge, die leider selten zu beeinflussen sind, aber großen Schaden anrichten können. 

Es zu erkennen ist schwer. Es zu ändern erstrecht. Da kannst du zu Hause alles richtig machen, und wunderst dich, warum das Kind sich trotzdem wieder in die Hose macht. Und warum nur in der Schule? 

Mein Kind besucht jetzt eine Waldorfschule. Keine Tränen mehr morgens und abends. Jeden Tag erzählt sie, was sie gelernt und gespielt hat. Und von einem auf den anderen Tag bleibt auch die Hose wieder trocken. Sie klebt nicht ständig an mir, und kann auch wieder richtig sprechen. Für mich ist das die Lösung.

Als Eltern muss man auf jeden Fall ein gutes Vorbild sein, wer selbst den Kopf in den Sand steckt, beim Streit unfair und laut wird, bei jedem Piep an die Decke geht, ständig jammert, der kann von seinem Kind nichts anderes erwarten. 

Außerdem sollte man sich sehr gut überlegen, welche Sorgen man mit seinem Kind teilt. Geldprobleme oder Beziehungskrisen dürfen auf keinen Fall in die Nähe des Kindes kommen. 

Bei ganz kleinen wird bereits der Grundstein gelegt für die Frustrationsgrenze, deshalb muss man ein Baby seine eigene Erfahrung machen lassen, und selbst begleitend und im Notfall tröstend, aber immer unterstützend und ermutigend in der Nähe sein. Kommt mein Kind von selbst nicht an das gewünschte Spielzeug ran, hole ich es ihm nicht einfach. Ich zeige ihm einen Weg, wie es das Spielzeug erreichen kann, das kann auch bedeuten, darauf zu warten, dass es mich “fragt“. So lernt das Kind Selbstvertrauen, indem es erfährt, wozu es imstande ist.

Sagt die Große “ich kann das nicht“ und ich weiß, dass sie es könnte, wenn sie es versucht, sage ich “tu es trotzdem!“, danach freut sie sich, dass sie es geschafft hat, und ich freue mich mit ihr.

Außerdem bin ich jemand, der sagt, was er denkt, unabhängig von Höflichkeit. Bringt mir ein Kind irgendwelches Gekrakel und Gekritzel, ohne Sinn und Liebe erstellt, brauche ich es nicht zu loben! “Ist das schön, Mama?“ “Nein, mir gefällt es nicht. Gefällt es dir?“ meist sagt das Kind von selbst, dass es das besser gekonnt hätte. Ein Kunstwerk, für das es sich aber viel Mühe gegeben hat, wird aufgehängt!

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ich kann dir nur sagen, jedes Kind sit anders. wenn sich ein Kind auf seine Eltern verlassen kann, klappt das schon. jeder Lebensabschnitt ist ein schritt mehr in die Selbständigkeit. kommt ein Kind in den kindergarten, muß es sich an die anderen Kinder und die Erzieherinnen gewöhnen. kommt ein Kind in die schule, fängt der ernst des lebens an und der dritte abschnitt ist der Schulwechsel ab der 5. klasse. aber mit der liebe und Unterstützung der Eltern schafft es jedes Kind. alles gute

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Das Rätsel um die berühmte Resilienz - also das, was Menschen befähigt, trotz erlebten Unheils psychisch widerstandsfähig zu werden - ist noch lange nicht restlos geklärt.

Man weiß, dass Faktoren wie funktionierende Bindungen eine Rolle spielen und dass es genetische Beteiligungen gibt, aber das gesamte komplexe Gefüge, das einen resilienten Menschen erzeugen kann, ist nicht erforscht.

Sicher scheint zu sein, dass es immer eine Art "Gegengewicht" zu den belastenden Erlebnissen geben muss, und dass Kinder die Erfahrung der Selbstwirksamkeit machen müssen.

Dazu bedarf es immer einer Herausforderung, die nicht zur Überforderung werden darf.

Für Eltern kann das z.B. bedeuten, ein Gespür dafür entwickeln zu müssen, wann ihr ängstliches Kind Schutz braucht und wann es besser ist, es eine Herausforderung meistern zu lassen.

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Es gibt ja verschiedene Methoden der Erziehung.. Aber letztendlich zählt ein gutes Mittelmaß.

Beispiel unter Freunden von mir:

Ein Mädchen hatte andauernd Angst. Wollte manchmal nicht in die Schule und so weiter. Hat Bauchschmerzen vor Angst gehabt teilweise. Die Eltern haben sie dann zuhause gelassen. Kaum wusste das Mädchen, dass es sich seiner Angst nicht stellen muss, ging es ihr besser. Jetzt ist sie Älter und sie geht Problemen und Ängsten immer aus dem Weg. Sie hat es nie gelernt damit umzugehen. Doch jetzt als junge Erwachsene hat sie Probleme, denen sie nicht einfach aus dem Weg gehen kann. (Angst vor Bewerbungsgesprächen, Prüfungen etc.) 

Ein anderes Mädchen hatte das gleiche Problem. Sie war dick, hat bisschen anderes getickt als die Kinder in der Schule und wurde gemobbt ohne Ende. Jeden Morgen hatte sie mit sich zu kämpfen in die Schule zu gehen und die Eltern haben sie trotzdem in die Schule geschickt. (Außer sie war wirklich krank natürlich) Heute ist sie ebenfalls erwachsen und kann mit Problemen deutlich besser umgehen als das andere Mädchen. Ja sie hat damals eine mega schwere Zeit gehabt und die nagt heute noch an ihr, aber diese Erfahrung hat sie einfühlsamer für andere gemobbte gemacht und sie weiß, dass sie alles meistern kann, weshalb sie trotz Prüfungsangst, alles gut übersteht und schafft. Damals konnte sie ihre Eltern nicht verstehen, weshalb sie das gemacht haben und ihr nur durch Zuhören zur seite standen.. Heute ist sie dankbar dafür.

Ich möchte niemandem sagen was er zu tun hat, oder wie er ein Kind zu erziehen hat. Aber ich hoffe das Beispiel hat einen guten Denkanstoss gegeben :)

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Kommentar von eostre
28.09.2016, 13:31

Dann lässt du aber unerwähnt, dass man als pubertäres mobbingopfer eher zu suchtmitteln tendiert, häufige gewalt-bzw suizidgedanken hat und es nicht nur "nicht einfach" ist, sondern unfassbar schwer. 

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Also ich denke ganz einfach, man sollte die Ängste eines Kindes ernst nehmen, darauf eingehen. Das Gefühl geben, nicht allein mit den Sorgen und Ängsten zu sein. Aber andererseits diese nicht noch fördern. Man sollte versuchen dem Kind die Angst zu nehmen. Am Beispiel der Kindergartenerzieherin, würde ich ein Gespräch unter 6 Augen suchen, z.B. um die Angst aufzulösen. Wenn dies nicht möglich wäre, evtl. sogar weitere Konsequenzen (Versetzen in andere Kita oder Gruppe) ergreifen.

Wenn man die Ängste komplett ignoriert und abtut, können schon Persönlichkeitsstörungen entstehen, würde ich sagen. Nicht bei allen Kindern, aber doch bei einigen. Schließlich baut man gerade in den ersten Lebensjahren eine Art Urvertrauen auf. Geschieht dies nicht, kann es sich in jeder zukünftigen Beziehung widerspiegeln.

Am Ende fragen sich dann wieder alle, warum das Kind als Jugendliche(r) anfängt sich selbst zu verletzen, depressiv ist oder in Süchte abrutscht.


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Aktueller Erkenntnisstand der Wissenschaft zu Deiner Fragestellung:

Stress in der Schwangerschaft härtet tatsächlich die Psyche des Ungeborenen ab. Gesunder Stress, also keine schweren Traumata.

Leider macht unsere sogenannte zivilisierte Gesellschaft den großen Fehler sich einzubilden, Schwangerschaft sei eine Erkrankung.. Frauen schonen sich viel zu sehr, machen sich hirnfrei abhängig von Apparatemedizin. 

Der Einfluss eines Kaiserschnittes auf Dein Fragethema wird noch näher untersucht. Wir wissen heute mit einiger Sicherheit von manchen negativen Folgen eines solchen Eingriffs für die Zukunft des Kindes. 

Dass die ersten vier Lebensjahre eines Kindes sehr entscheidend sind bezüglich Deiner Fragestellung kann Wissenschaft nachweisen auf vielerlei Weise. Leider gibt es in unserer Zivilisation noch viel zu viele sogenannte Erwachsene, die sich einbilden, nur weil sie ohne eigenes Zutun alt werden, hätten sie auch Ahnung. Sie brauchen also nach ihrer Einbildung kein Wissen über menschliche Entwicklung. 

Natürlich schreibe ich von Durchschnittswerten. Es kann ja gar nicht anders sein. 

Der Gedanke, dass Kleinkinder bis zur Erlangung der Fähigkeit, mit zum Erwerb beitragen zu können, eigene Wesen mit eigenen Rechten sind, ist noch gar nicht so alt in unserer Menschheitsgeschichte. Er hat sich noch lange nicht herum gesprochen. 

So haben also viele Menschen einen frühkindlichen Folterschaden - neuer Begriff in dem Bereich, der aber für mich sehr zutreffend ist. 

In solchen Fällen ist grundsätzlich empfehlenswert, sich zunächst zu entscheiden, ob die Eltern geliebt werden wollen oder nicht. Denn tatsächliche Liebe ist auch fähig, negative Eigenschaften, negative Prägungen als solche zu akzeptieren, die Frage nach Schuld oder Unschuld auszulassen. 

Wir sind tatsächlich erst dabei, uns umfassend mit menschlicher Entwicklung auf wissenschaftlicher Grundlage auseinander zu setzen. Der Einfluss von Genetik und ihre Wechselwirkung zwischen Lebensführung und Beeinflussung weiter gebbarer genetischer Möglichkeiten wird vor allen Dingen in den skandinavischen Ländern erforscht. 

Unabhängig von Genetik forscht vor allen Dingen Kanada. 

Du wirst bei dradio manchen guten Beitrag mit Quellenangabe finden. Weiter hat Arte und auch 3Sat gute Beiträge ausgestrahlt. Da viele von ihnen nicht mehr in deren Mediathek zu finden sind, empfiehlt es sich, bei youtube danach zu suchen. Hier kannst Du auch manche alte Ausstrahlung der Teleakademie zu diesem Fachbereich abrufen. 

Grundsätzlich stimme ich Dir zu: 

Hier treibt manches soziopathische Wesen sein Unwesen. Das scheint bei einigen Menschen zwanghaft zu sein. Jedenfalls habe ich den Eindruck gewonnen. 

Deine Frage bezüglich Einschulung wird also schon sehr früh beantwortet. Und gehört tatsächlich auch nicht in den Bereich der Kinderärzte. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Frage. Nämlich nach den Werten, welche uns am wichtigsten sind. 

Aktuell bevorzugen wir die Steigerung des Bruttosozialprodukts. Und eine Apparatemedizin, begleitet von einer sehr aggressiven Pharmaindustrie. 

Aber immerhin: Natur stellt ihre Rechnung immer aus. Aktuell haben wir in unserem Staat 1,9 Millionen Menschen zwischen 20 - 34 Jahren ohne Ausbildung. Da lassen sich dann gesamtgesellschaftliche Kosten ausrechnen. 

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Ich denke, dass es wichtig ist, seinen Kindern genug Selbstbewusstsein mitzugeben, damit sie sich in schwierigen Situationen selbst behaupten können. Das erreicht man meiner Meinung nach mit Verständnis, Geduld und Liebe. Dann wissen die Kleinen, dass sie zu Hause ihr "sicheres Nest" haben, und es fällt ihnen hoffentlich leichter, mit Schwierigkeiten klar zu kommen. Wieviel man einem Kind zumuten kann, können meiner Meinung nach die Eltern am besten beurteilen, jedenfalls wenn sie sich genug Zeit nehmen, ihre Kinder gut zu kennen. 

Manchmal kann man bei verängstigten Kindern nicht viel mehr tun, als Geduld zu haben, und für sie da zu sein, ihnen die Zeit zu geben, die sie brauchen, mit der jeweiligen Situation klar zu kommen. LG

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Ohje ich glaube deine Frage ist zu komplex für einen Laien, der keinen Abschluss in Psychologie oder ähnlichem hat :D

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Kommentar von Tragosso
28.09.2016, 11:30

Möglich, ich dachte aber auch eher an Antworten von Eltern und wie sie das bei ihren Kindern so handhaben. Ängste hat ja jedes Kind mal, die Frage ist wie man damit letzten Endes umgeht.

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