Woher weiß die Polizei dass Fluchtgefahr besteht?

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9 Antworten

Wenn die Polizei jemanden (vorläufig) festnimmt, so prüft sie 3 verschiedene Haftgründe. Darunter auch den Haftgrund der Fluchtgefahr. Es soll dabei im Ergebnis sichergestellt werden, dass die Person am Tage des Gerichtstermins auch erscheint und nicht untergetaucht ist. Ein klarer Fall der Fluchtgefahr läge vor, wenn die Person z.B. aus "Nichtsnutzigstan" stammt und ein Flugticket nach N... in der Tasche hat. Hier wäre die Annahme rechtfertigt, dass die Person nicht zum Termin erscheint. So klar und deutlich liegt die Fluchtgefahr aber meistens nicht vor., so dass die Beamten alle "Nüsse" zusammen tragen müssen, die für oder gegen eine Fluchtgefahr sprechen.(Hierzu gibt es schon hervorragende Ausführungen). Dabei ist es weiterhin unerlässlich, die Frage der "Verhältnismäßigkeit" zu prüfen: Wenn man davon ausgeht, dass bis zu einem Hauptverfahren ein halbes Jahr vergehen kann , so entziehen sich alle diejenigen Straftäter/Straftaten der weiteren Prüfung, bei denen eine Strafe unter 6 Mon.(ohne Bewährung) zu erwarten ist. Ersttäter können stets mit Bewährung rechnen. Bei fälschlicher Annahme der Fluchtgefahr säßen sie jedoch konkret in U-Haft (wenn der Richter mit zieht). Merke: Bei einer "Millionenbeute" lohnt vielleicht die Flucht in ein neues Leben, in einem neuen Land.. Für die Freunde der mittleren und kleinen Kriminalität steht eine Flucht in die "weite Welt" außer Frage. hier gilt: "Man trifft sie alle am "Bahnhof" oder am "Domplatz" wieder, bzw. "gute Tauben kommen wieder". Allerdings: Die Mitnahme zur Wache ist auch erlaubt, um a) die erfolgreich begonnene Prüfung der Haftgründe fortzusetzen b) um eine erkennungsdienstliche Maßnahme (Fingerabdrücke/Fotos durchzuführen c) um eine sofortige Gegenüberstellung zu organisieren ....Der Aufenthalt bei der Polizei hat stets vorläufigen Charakter und endet spätestens mit Ablauf des folgenden Tages. Bei einer vorl. Festnahme kurz nach 24.00 Uhr können das schon fast 48 Stunden sein.

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Kommentar von stern311
11.03.2014, 13:51

und ob die vermuteten Haftgünde ausreichen, prüft der Haftrichter. Neben Fluchtgefahr, auch: Verdunkelungsgefahr. dh. daß der/die Verhaftete möglicherweise Beweismaterial oder Spuren vernichtet oder beiseite schafft.

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Es werden halt die Umstaende abgewaegt. Hat jemand was schlimmes gemacht und keine starken persoenlichen Beziehungen in seinem Umfeld, ist die Gefahr gross, dass er sich absetzt. Ebenfalls, wenn er es sich leisten kann, seine ganze Familie mitzunehmen und irgendwo gut zu leben bis ans Ende seiner Tage. Hat jemand hingegen etwas weniger Strafe zu erwarten, aber einen starken Kontakt zu seiner Familie vor Ort, einen sicheren Arbeitsplatz, den er auch aufgrund einer moeglichen Haftstrafe vielleicht behalten kann, dann ist die Chance geringer. Ausserdem gibt es Typen, von denen man schon weiss, dass sie gerne das Weite suchen, wenn sie was angestellt haben und es ist nicht das erste Mal.

Von daher, je hoeher die zu erwartende Strafe, je hoeher die Fluchtgefahr. Und je weniger sozialen Kontakt, je weniger man durch Flucht zu verlieren hat, je mehr Fluchtgefahr.

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Nur ganz grundsätzlich: die Frage wird seitens der Staatsanwaltschaft einen Gericht vorgetragen und dieses entscheidet dann über eine Untersuchungshaft, Sicherheitsleistung oder Auflagen.

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Die Fluchtgefahr wird aus der Schwere des Deliktes heraus in Zusammenhang mit sozialer Bindung und natürlich aufgrund Hinweise auf Fluchtvorbereitungen getroffen.

Der Familienvater, Frau, Kind - Job - Haus im Inland und ein räuberischer Diebstahl ist da als Beispiel was ganz anderes als ein Alleinstehender ohne Familie mit Hinweis auf Verbindungen ins Ausland und getroffenen Reisevorbereitungen nach Totschlag.

Das ist alles recht klar geregelt und zudem entscheidet hierüber zuletzt nicht die Polizei sondern ein Richter. Die Polizei kann den Verdacht ermitteln oder herleiten, der dazugehörende Haftbefehl ist durch einen Richter zu erlassen und zu eröffnen, der letztlich innerhalb kurzer Zeit darüber entscheidet, was da wie gewertet wird und ob die Fluchtgefahr als bestehend oder nicht bestehend angesehen wird.

Die Polizei hat hierbei letztlich nichts zu melden, sie ist rein ausführendes Organ, welche genau das zu tun hat, was man ihr sagt. Nicht mehr und nicht weniger.

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Das hängt von mehreren Faktoren ab. z.B. als Ausländer könnte man sich in der Heimat absetzen, oder wenn kein fester Wohnsitz und, oder fester Arbeitsplatz vorhanden wäre. Das alles spricht für eine eventuelle Fluchtgefahr.

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Fluchtgefahr schreiben sie in einen Haftbefehl wenn sie nix besseres vorzuweisen haben… reine Willkür !

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Wenn du zB keinen festen Wohnsitz hast

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Wenn Vorwürfe gegen dich bestehen.

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Kommentar von Nessi2295
08.03.2014, 00:42

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