woher stammen die deutschen Doppelnamen der Juden

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2 Antworten

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Familienname

Auszug aus dem Eintrag bei Wiki:

In den absolutistisch regierten Staaten Mitteleuropas wurde Ende des 18. Jahrhunderts damit begonnen, jüdische Bewohner als Bedingung für erweiterte Bürgerrechte zur Annahme eines unveränderbaren Familiennamens zu zwingen. Zuerst geschah dies 1787 in den Habsburgischen Erbländern, es folgten andere deutsche Staaten und Städte. In Preußen: 1790 Stadt Breslau, 1791 Regierungsbezirk Breslau, 1794 Regierungsbezirk Liegnitz bzw. Glogau, 1812 (als Teil der Emanzipation) Altmark, Neumark, Pommern, Westpreußen, Ostpreußen; 1833 Posen; 1845 Kulmerland; 1846-1848 restliche Provinzen.

Im restlichen Deutschland: 1813 Bayern, 1828 Hannover und Württemberg, 1834 Sachsen.

Noch bevor im Kaiserreich Frankreich durch Napoléons Erlass vom 20. Juli 1808 alle dortigen Juden zur Annahme von festen Nachnamen verpflichtet wurden, war dies durch Dekret vom 31. März 1808 bereits in dem von Napoléons Bruder Jérôme regierten Königreich Westphalen angeordnet worden.

Nach und nach führten dann alle Staaten Europas ähnliche Regelungen ein.

Als im Mittelalter die Nachnamen aufkamen, wählten die meisten Menschen ihren Beruf. Aus Hans dem Müller wurde Hans Müller, aus Jörg dem Bürgermeister wurde Jörg Schulze. Bis heute sind die 15 häufigsten Nachnamen in Deutschland Berufsbezeichnungen (Müller, Meier, Schulze, Bauer, Weber, Schuster/Schuhmacher/Schumann, Schneider usw.).

Juden durften aber kein Handwerk ausüben und waren in die Gesellschaft nicht so integriert, dass die Namensgesetze für sie galten. Lange brauchten sie gar keine Nachnamen. Als sie dann welche wählen durften, suchten sie sich verständlicherweise besonders schön klingende wie Rosenberg oder Blumenthal aus - viele wählten aber auch ihren Herkunftsort und nannten sich z.B. Landauer oder Berliner.

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