Woher stammen die Bildartefakte in alten Zeichentrickfilmen?

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2 Antworten

Selbst Zeichentrickfilme fürs Fernsehen wurden in Ihrer Ursprünglichen Fassung Cel für Cel abfotografiert und dementsprechend auf klassische Filmprojektor-Rollen gebannt. Die Masterbänder, die ja quasi das Filmmaterial des jeweiligen Fernsehsenders oder auch Publishers darstellen sind jedoch von Filmrollen abgetastetes Videomaterial. Je nachdem zum wievielten Mal so ein Masterband abgetastet wurde, desto mehr Fussel und ähnlicher Scheıssdreck haben sich auf den Aufnahmen manifestiert. Manche Masterbänder haben demnach eine wesentlich bessere Qualität je nach Lagerung, als andere. Besonders deutlich wird das bei den Cartoons von Max Fleischer. Ich habe noch VHS Kassetten der Suoerman-Cartoons aus den 40ern, wo einem sich bei dem Bild der Magen umdreht. Widerum heute sind die so super remastered worden, dass man staunt, wie sowas Tolles überhaupt vor über 70 Jahren so glatt und wunderschön animiert werden konnte. Bis Mitte der 90er war es sogar noch Gang und Gebe bei so einer genussvollen Arbeit wie dem Abtasten noch zu rauchen, was eben auch Partikel verursachte. Und heute wird in den Remaster von Filmen extrem viel Geld reingeballert. Sowas muss Frame für Frame rausretuschiert werden. Der potentielle Absatz und die Popularität entscheiden, bei welcher Produktion sowas erwägt wird.

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Kommentar von antares2508
18.01.2017, 21:03

Die haben bis Mitte der 90er in der Nähe solcher hochempfindlichen Datenträger geraucht? Das waren ja noch Zeiten :-) Wurde das dann verboten? Wie genau läuft so eine Remasterung denn ab? Werden die Artefakte mit Hilfe von moderner Computertechnik wegretuschiert? Ich bin auf die Idee zu der Frage gekommen, weil ich mir "Das Mädchen von der Farm - Makiba no shōjo Katori" angesehen habe und da fielen mir diese Verunreinigungen extrem auf.

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Kommentar von Flimmervielfalt
18.01.2017, 23:13

Naja, was sollten sie machen? Im Fall von Katolli wie auch von Polyanna war ein Remaster zu teuer und das TV Master musste herhalten. Eigentlich läuft es so ab, dass die einzelnen Frames bereinigt und am Rechner nachgetuscht werden. Aber das kostet Arbeitskräfte, die bezahlt werden wollen. Bei kleinen Auflagen wäre das deutlich im Preis spürbar, wie jetzt Remaster von Die Tragödie der Belladonna. Im Fall einer Serie mit kleiner Auflage noch mehr. ABER im Fall von zeitlosen Klassikern wie Vom winde verweht mit hohem Absatz fällt das preislich nicht ins Gewicht.

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Heute wird alles digital aufgezeichnet und abgespielt, im letzten Jahrhundert aber wurden Filmrollen mit zig tausenden einzelnen Bildern produziert.

Ein Filmband ist vergleichbar mit einer Rolle transparentem Klebefilm (ohne Kleber) auf die die einzelnen Bilder aufgebracht sind. Ein Projektor durchleuchtet und projiziert die Bilder an eine Leinwand.

Die Artefakte sind tatsächlich lichtundurchlässige Verunreinigungen die sich vor der Digitalisierung auf dem Film eingefunden haben.

Gerade bei Zeichentrick fällt dies oft besonders auf, da es viele große farbige Flächen gibt, worauf diese Verunreinigungen besonders auffallen.

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