Woher sollen Gehaltssteigerungen kommen?

10 Antworten

Ich verstehe Deine Frage vielleicht nicht richtig, aber warum sollte irgendeine Firma grundlos höhere Löhne zahlen. Letztlich stellt ich doch auch auf jedem Arbeitsmarkt ein Lohn ein, der sich aufgrund von Angebot und Nachfrage auf einen bestimmten Wert  Transferleistunge.

Und wenn man davon ausgeht, dass jede Arbeit einen bestimmten Wert hat (Wertschöpfung etc.) muss man auch davon ausgehen, dass manche Arbeit halt nicht mehr wert ist und ein höheres Einkommen nicht gerechtfertigt ist.

Es ist Sache der Politik und der Gesellschaft festzulegen, was Menschen als Grundeinkommen/ auskömmliches Einkommen zur Verfügung haben sollen und Sache der Industrie einen sinnvollen und dem Arbeitswert entsprechenden Lohn zu zahlen. Dafür gibt es die steuerfinanzierten  Transferleistungen/ Sozialleistungen ...

Ich glaub ich hab die Frage nicht gut gestellt, aber wie dem auch sei, danke für die Antwort. Stimmt auf jeden Fall dass manche Löhne vielleicht einfach nicht höher bezahlt werden können und vom Staat unterstützt werden müssen.

Insgesamt betrachtet wird das Angebot an Arbeitskraft aber schon geringer, also müsste da ein gewisser Presidruck entstehen bei Lohnverhandlungen. Ich habe das Gefühl dass man da in Deutschland sehr viel Wert auf Stabilität und Sicherheit der Arbeitsplätze legt und entsprechend risikoavers die Lohnabstimmung läuft. Die Leute arbeiten für zu wenig, damit man der Exportindustrie nicht schadet (die aber gerade deswegen so stark weil die Löhne viel zu niedrig sind)

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@salbeikeks

Warum siehst Du die Exportindustrie so kritisch? Genau genommen ist das doch nur rund 1/3 der deutschen Wirtschaft (2017 bei 3.2 Billionen gesamt; 1.28 Export bei 1.03 Import) und die Produkte sind zum großen Teil sowieso mit einem geringen Lohnkostenanteil (wegen hoher Automatisierung) und die Industrien unserer Exportschlager wie Maschinenbau, Chemie, Auto, Rüstung...) bezahlen eigentlich eher gut (bzw. der Anteil an Geringverdienern in den Belegschaften ist relativ niedrig).

Wenn die Arbeit die Löhne nicht mehr wert ist (weil eventuell die Produkte zu billig werden) zieht die Fertigung normalerweise ins billigere Ausland (oder sie geht Pleite, weil das Einkommen bei steigenden Löhnen zu gering wird) .

Die Textilindustrie ist ein gutes Beispiel. Der ganze deutsche Niedriglohnsektor in diesem Bereich (>150000 Arbeitsplätze) ist jetzt im Fernen Osten beheimatet. Bei uns blieben nur die Spezialapplikationen mit hohem Spezialisierungsgrad und der Spezialmaschinenbau (und hier ist auch kein Platz für weniger Qualifizierte/Geringverdiener).

Stabilität ist übrigend ein hohes Gut & bei der Standortsuche extrem wichtig.... Profitieren tun davon alle, Arbeitgeber wie Arbeitnehmer.

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@PeterJohann

Dass ich es so kritisch sehe liegt denke ich daran dass ich im EU-Ausland lebe und dort andere Seiten der Diskussion höre. Und ich nehme wahr dass es am unteren Ende der Einkommensverteilung mehr Unzufriedenheit gibt als früher und sich das in politischen Extremen äussert. Persönlich finde ich den Zusammenhang zwischen niedrigen Löhnen (bzw. Zeitarbeit oder mehreren Jobs um über die Runden zu kommen) als Teil des Motors der Exportindustrie und politischen Extremen recht naheliegend. Natürlich geht es nicht nur um Löhne in der Exportindustrie, da Deutschland ein Technologieland ist, aber es ist ein teil der Story.

Das Modell mit hohem Bilanzüberschuss finde ich langfristig und im internationalen Vergleich problematisch. Daraus ergibt sich meiner Meinung nach ein etwas einseitige Wirtscahft.

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Gehen wir mal zurück in die Zeit vor Schröder. Es gab Tarifverträge, da waren z.B. für Bankkaufleute exakt die Tätigkeiten aufgeführt und der entsprechende Tarif angegeben. Ein Mindestlohn wurde gar nicht gebraucht; damals konnte man sich auch 2 Fahrzeuge und einen Jahresurlaub leisten und auch noch was sparen, da es ein 13. Monatsgehalt zusätzlich gab.

Dann kamen die Zeitarbeitsfirmen, zunächst als Lückenfüller oder für Leute ohne Ausbildung. Anschließend hat Schröder die Kündigung von Arbeitsverhältnissen in sehr viel kurzfristiger Weise ermöglicht, befristete Arbeitsverträge gab s vorher gar nicht.

Dann machte selbst der DGB den Sündenfall und hat exotische Tarifverträge der Zeitarbeitsfirmen unterzeichnet und denen dadurch Rechtskraft verliehen.Jetzt konnten auch Bankkaufleute "nach Tarif" entlohnt werden, aber nicht nach Banktarif, sondern nach Zeitarbeitstarif.

Ich selbst habe vor 30 Jahren schon Führungsaufgaben im Wertpapiergeschäft gehabt, war Dozent an der höchsten Bildungsinstitution fürs Wertpapiergeschäft in Frankfurt, habe damals 80.000 Mark verdient, ein ordentliches Einkommen. Und obwohl ich nicht bei einer Zeitarbeitsfirma bin, verdiene ich heute weniger als vor 30 Jahren. Habe ich da was von Fachkräftemangel gehört. Die Banken müßten sich reißen um meine Qualifikation und lassen die Arbeit trotzdem lieber in Polen oder in Ostdeutschland machen. Die unvermeidlichen Fehler kosten meistens nur den Kunden Geld und der kann es mangels Qualifikation nicht nachweisen.

Ich gehe bald in Rente und das so bald und so früh wie möglich.

Ohne ordentlichen Rabbatz der Arbeitnehmer wird sich gar nichts ändern.

Wir haben eine super wettbewerbsfähige Exportwirtschaft

Oh, du meinst die Exportwirtschaft, bei der wir anderen Ländern unser Geld geben, damit sie damit unsere Produkte kaufen?

und ne alternde Bevölkerung.

Oh, du meinst die Bevölkerung die immer früher krank wird und immer teurer auf Kosten der Gemeinschaft behandelt werden muss?

bei solch niedriger Arbeitslosigkeit

Oh, du meinst die Arbeitslosigkeit, die man schönrechnet, indem man möglichst viele aus der Statistik herausrechnet, bspw. weil sie gerade auf unsinnigen Umschulungen oder Weiterbildungen sind?

Finde die Fehler...

Du machst es dir zu einfach.

Die Bevölkerung wird vielleicht früher krank, aber vielleicht täte weniger Stress und mehr Gehalt da ja ganz gut um gesünder zu leben ;-)

Natürlich gibts Arbeitsbeshaffungsmassnahmen die die Statistik beschönigen, trotzdem sind die (echten) Arbeitslosenzahlen unfassbar niedrig.

Die volkswirtschatflichen Zusammenhänge eines Handelsbilanzüberschusses sind denke ich etwas komplizierter als du darstellst...

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Was kann ich als einzelne Person WIRKLICH tun, was auch garantiert zum Umweltschutz beiträgt?

Wahlkämpfe werden mit diesem Thema gemacht, Zeitungsartikel prangern Missstände an, Elektrogeräte werden als besonders umweltschonend ausgewiesen...der Umweltschutz ist in aller Munde.

Doch was muss man tun, um wirklich die Umwelt zu schützen und nicht auf clevere Werbung reinzufallen? Dass das teure Geld, was man für fair, bio oder öko ausgibt, nicht genau den gegenteiligen Effekt hat, den man erzielen wollte?

Der VW-Skandal hat gezeigt, dass Firmen lügen, dass sich die Balken biegen hinsichtlich des Ausstoßes von Schadstoffen und maximale Intransparenz schaffen, damit man ihnen nicht so schnell auf die Schliche kommt.

Auch jemand der Veganer wird aus sozioökonomischen Gründen weiß vielleicht gar nicht, dass er eigentlich der Industrie zum Opfer fällt und das mit Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit kaum etwas zu tun hat.

Auch NGOs tun häufiger nicht das, was sie versprechen und das Geld, das sie vom Staat oder Spendern bekommen kommt nie am anderen Ende der Kette an, sondern sie scheffeln sich selbst in die Tasche.

Und kann man überhaupt herausfinden, wo das Geld tatsächlich hinfließt?

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