Woher soll man wissen, welchen Akkord: Tonica, Sub-Dominante, Dominante benutzen soll (Musiktheorie), bei vorgegebenen Noten?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Das ist ziemlich schwer zu erklären. Wie oft soll die Harmonie denn wechseln - halbtaktig, ganztaktig? Prinzipiell kannst du jedem Ton einen Akkord zuordnen. Da ihr aktuell nur die 3 Hauptklänge durchnimmt, wird die Auswahl der Akkorde schon mal klar eingegrenzt. Nach Jean-Philippe Rameau gibt es die Regel, dass die Hauptstufen nur im Quintabstand zueinander stehen dürfen. Also: C - F und F - C funktionieren. Wie auch C - G und G - C. Nur F - G bzw. G - F gehen nicht. Wichtig ist, dass du weißt aus welchen Tönen welcher Akkord besteht. Jetzt nehmen wir als Beispiel die C-Dur Tonleiter:  

CDEFGAHC - wie gesagt kann jedem Ton nun eine Hauptstufe zugeteilt werden. Der erste Ton C ist in C-Dur (Tonika) und F-Dur (Subdominante) enthalten. Beginnen wir mit der Tonika, C-Dur für die Note C. Warum jetzt nicht F-Dur? Das wird gleich geklärt. Das D ist nur in G-Dur enthalten, deshalb bekommt das D den G-Dur Akkord. Bei dem D haben wir also keine Alternative, es muss G-Dur sein (vorausgesetzt wir nehmen nur die Hauptstufen). Demnach müssen wir auch C-Dur als ersten Akkord nehmen. Hätten wir jetzt F-Dur ausgewählt, wäre die Akkordfolge vom C zum D, F-Dur und G-Dur. Und das geht nicht, da die Akkorde nicht im Quintabstand zueinander stehen. So weit klar? Also bisher haben wir C-Dur und G-Dur. Dem nächsten Ton E, bleibt nur C-Dur. Das F ist in F-Dur. Für das G hätten wir jetzt eigentlich 2 Optionen: C-Dur oder G-Dur. Weißt du die Lösung? G-Dur ginge nicht, da wir wieder die Akkordfolge F-Dur und G-Dur hätten. Demnach bleibt 1 Option: C-Dur. Jetzt wird es etwas abstrakt: A müsste F-Dur bekommen, das H bekommt G-Dur. F-Dur zu G-Dur geht aber nicht. Die Regel des Quintabstands ist also nicht realisierbar. Rameau löst das Problem so: Er fügt dem F-Dur eine Unterterz hinzu, das D. Demnach haben wir nun einen Dm7-Akkord (DFAC), der gleichzeitig aber auch ein F-Dur Akkord mit großer Sexte (FACD) ist. Demnach ist die Regel des Quintabstands jetzt nicht mehr so wirklich gültig, Dm7 nimmt also die Funktion eines F-Dur Akkords (wichtig für den C-Dur Akkord davor), sowie auch die Funktion eines d-Moll Akkords (wichtig für den kommenden G-Dur Akkord). Es gibt hier also eine neue Regel: Zwischen dem 5. und 6. Ton der Durtonleiter beträgt der Fundamentschritt (C-Dur zu d-Moll) eine Sekunde, gefolgt von einem Quintfall (d-Moll zu G-Dur). C-Dur zu d-Moll geht also, vorausgesetzt ein Quintfall folgt. Die Umdeutung von F-Dur6 zu Dm7 lässt außerdem eine Terz abwärts zu. Das heisst, die Möglichen Fundamentschritte sind: Quinte auf- und abwärts, Terz abwärts, Sekunde aufwärts, wenn danach ein Quintfall folgt. Diese Schritte kannst du jetzt aber nicht beliebig wählen, sondern hängt von der Dissonanz bzw. ihrer Auflösung ab. Dm7 wird beispielsweise anders aufgelöst als F6 - damit öffnet sich wieder ein Universum. Genug bis hier.

So ist es in Rameaus Schrift "Traité de l’harmonie reduite à ses principes naturels" gemeint. Ich hoffe ich konnte es verständlich erklären. Und das stimmt mit dem, was ihr im Unterricht macht, überein. 

Liebe Grüße

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

also ich gehe davon aus dass mein Vorredner das richtig verstanden hat. allerdings kann ich mir vorstellen, dass auch er dich eher verwirrt hat 😁

also ganz einfach. wie heißen denn die Töne, die vorgegeben sind? und wie würden die Töne lauten, die in der Tonika, der Subdominante und der Dominante enthalten sind? da wo es sich deckt kommt der jeweilige Akkord. wo es mehrere Möglichkeiten gibt kannst du es dir aussuchen, das verändert halt das feeling dahinter aber das darfst du ja.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Vermutlich hilft dir die vorangegangene Antwort nicht weiter. Weiterhin vermute ich, dass du Akkorde zu einer Melodie hinzufügen willst. Dazu guckst du dir an, welche Töne die jeweiligen Dreiklänge (T,S,D) haben und zu der Melodie (meist auf der Zählzeit 1) passen. Das  klappt leider nicht immer und gerade bei deinem Beispiel "Happy Birthday" funktioniert das so gar nicht. Bei den meisten Kinderliedern kommt man zudem nicht ohne den Dominantseptakkord aus. Manchmal passen auch mehrere Akkorde und so ist es oft auch eine Frage des Feelings. Zum Feeling: Die Tonika ist immer das Zentrum, das Zuhause. Die Subdominante führt weg (vom Zuhause) und die Dominante bringt einen wieder zurück nach Hause (also zur Tonika)
. Feeling2: Versuche - wenn du eine Melodie betrachtest bzw. vor dir hersingst - zu erfühlen, wo ein Akkordwechel stattfinden könnte.

Versuche einfach mal ein Stück mit Akkorden zu versehen und lass es dir vorspielen. Du merkst dann sehr schnell wo etwas nicht stimmt. Dann versuchst du es einfach mit einem anderen Akkord. Ich kann dir jetzt schon sagen, woran du scheitern wirst, aber kann ich nicht in ein paar Zeilen erklären. Also, probieren geht auch hier über studieren ... und guck dir mal an, wie ein Dominantseptakkord gebaut wird :)

Gruß aus LG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Tonika ist der Grundakkord den erkennst wenn du die Tonart der Komposition betrachtest das heißt der tiefste(manchmal auch höchste) Ton ist der GrundTon. Die subdominate ist 4 Intervalle höher die dominate 5.
Viele Grüße hoffe konnte dir etwas helfen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?