Woher merkt man, ob die Depression zu Ende ist oder man eine Manie/Hypomanie hat?

4 Antworten

Ja, Depressionen können abrupt enden, insbesondere bei einer bipolaren Störung. Dies nennt man "cycling". Die Stimmung kippt von einem Moment auf den Anderen von den Qualen einer Depression zu sehr guter Laune, viel Antrieb etc.

Einerseits ist es eine Erlösung, wenn die Depressionen zu ende sind. Auch dann ist man gut drauf, doch eine Hypomanie ist nochmals etwas anderes. Man hat plötzlich ein vermindertes Schlafbedürfnis, übermässiges sexuelles Interesse, ist "überdreht", es geht einem besser als vor der Depression, man ist gesprächiger als sonst (Rededrang), Gedankenrasen, stark gesteigertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen etc.

Eine vollständige Liste der medizinischen Kriterien nach dem internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 findest du hier: http://deprimed.de/bipolare-stoerungen/

Da du hier schreibst lässt mich annehmen, dass es bei dir tatsächlich um eine Hypomanie und nicht um eine ausgeprägte Manie handelt. Menschen mit einer klassischen Manie fehlt häufig die Krankheitseinsicht. Sie erkennen nicht mehr, dass ihr Zustand nicht "normal" ist. Ich bin jedoch kein Arzt.

Bei einer Hypomanie sollte man keine Antidepressiva nehmen, da diese die Erkrankung steigern. Wenn die Krankheit sehr ausgeprägt ist und man Medikamente braucht, ist eher ein Stimmungsstabilisator wie z.B. Lithium angebracht. Zustätzlich kann auch Lamortigin eingenommen werden. Dieses verhindert bei bipolaren Störungen den Rückfall in eine Depression (welche bekanntlich die Hölle ist).

Wichtig ist jedoch in erster Linie eine Psychotherapie. Dort lernst du deine Phasen aufzufangen und frühzeitig zu erkennen.

Führe unbedingt deine Therapie weiter, auch wenn es dir gerade sehr gut geht und du sicherlich denkst, dass du sie nicht mehr nötig hast! Dies kann den Rückfall in eine Depression auffangen, denn bei bipolaren Störungen ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Situation wieder ins negative dreht.

PS: Ich selbst bin von schweren rezidivierenden Depressionen betroffen (jedoch nicht Hypomanie oder Manie).

Ja, das hört sich bei dir in der Tat nach einer Hypomanie an, die du auch unbedingt mit deiner Therapeutin besprechen solltest.

Der Unterschied zu einer normalen Stimmung und zu einem normalen Antrieb liegt eben in der gehobene Stimmung und in dem gesteigerten Antrieb, den andere dann auch deutlich als "überdreht" wahr nehmen.

Du selbst nimmst die Hypomanie eben als gesteigertes Selbstwertgefühl wahr. Die Risikobereitschaft ist erhöht und man läuft Gefahr im sozialen Bereich Grenzen zu übertreten und sich unangemessen einzumischen, wo Zurückhaltung und Taktgefühl angemessen wäre.

Wenn du Depressiva nimmst oder genommen hast, ist es ratsam, das Medikament weiterhin zu nehmen (oder um ein anderes nachzufragen), weil diese Medikamente häufig auch eine dämpfende Komponente haben. Das würde deiner Hypomanie wirksam entgegen wirken und dem inneren Gleichgewicht weiterhin dem Boden ebnen. aber das solltest du wie gesagt dringend mit deiner Therapeutin besprechen.

Hlifsweise gebe ich dir eine formidable Literaturempfehlung.

der 4-Farben Mensch - (Depression, Psychologe, psychatrie)

Hallo JACE5,

schadest du dir? Sehr wenig Schlaf, verrückte Finanziell Sachen, Drogen, schlechte Ernährung nicht mehr den Alltäglichen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, mit der Polizei zu tun hast (Außer du bist einer!) etc.! Wenn nicht dann ist alles in Ordnung!

Ich finde es gut das du es hinterfragst und auch Beobachtung von anderen in deinen Überlegungen einfließen lässt deswegen Tendiere ich eher zu Nein!

VG,

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