Woher leiht sich der Staat aktuell (2016) Geld?

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8 Antworten

Der deutsche Staat vergibt Staatsanleihen in verschiedenen Laufzeiten um an Geld zu kommen, die jeder kaufen kann der möchte. 2015 hatte wohl die schweizer Notenbank die meisten dieser Staatsanleihen in Besitz und war somit gesehen der größte Gläubiger.

Der Zinssatz ist dabei variabel, je nach der Art und Zeitpunkt der Staatsanleihen. Auf jeden Fall ist er sehr niedrig weil Deutschland als verlässslichler Schuldner gilt. Zeitweise waren sogar schon Negativzinsen auf Staatsanleihen.

Weil er könnte ja seine alten Schulden mit neuen restrukturieren und hätte dann beinah 0% Zinsen zu zahlen?

Kann er nicht weil Anleihen Laufzeiten bis 30 Jahre haben können und die Zinsen von damals noch beglichen werden müssen.

Zur Zeit leiht sich der Bund kein neues Geld. Es Staatsanleihen  etwa 2%.

Da der Bund aber 2 Billiarden Schulden hat sind im Finanzministerium diverse Leute am feilsch um günstige Umschuldungen usw. Beim Staat wird nicht in Tag und Monat sondern über 30 Jahre im Kreditwesen gerechnet. 

Aber vor etwa 20 Jahre waren die bei über 8% ,die Laufzeiten sind of zwischen 30-50 Jahre. Du musst bedenken  wenn du 1€ in der Hand hast sind für den Bund  90 Millionen + Rückstellungen für Beamtenpensionen etc.

Mit freundl. Gruß aus dem schönen Oldenburger Münsterland

Bley  1914

 Weil er könnte ja seine alten Schulden mit neuen Schulden bezahlen - refinanzieren bzw. "restrukturieren" nennt man das - und hätte dann nur noch beinah 0% Zinsen zu zahlen?

Das wird auch gemacht, aber wenn leute ein langlaufendes Papier haben, mit dem sie 2 % bekommen, werden sie nicht so blöd sein, eine vorzeitige Tilgung zuzulassen. Also die langlaufenden Papiere müssen bedient werden, bis sie fällig sind.

Wo Du die explodierenden Zinses-Zinsen her hast bleibt Dein Geheimnis. Und sowas ist keine Frage sondern eine Behauptung verpackt in einer Frage.

Solange eine Bundesregierung mehr Schulden aufnimmt als sie zurückzahlt wächst der Schuldenstand. Und das haben alle Bundesregierungen vor der heutigen gemacht. Die jetzige macht das Gegenteil - es werden Schulden abgebaut, natürlich begünstigt durch niedrige Zinsen.

Und natürlich werden fällige Bundesanleihen zu einem niedrigerem Zinssatz wieder aufgenommen. Wenn also eine Bundesanleihe von 1996 mit angenommenen 5% Zinsen jetzt fällig wird dann wird die Bundesrepublik eine neue Anleihe vielleicht über weitere 20 Jahre zu 1,2% heraus geben und damit die alte Schuld bezahlen.

Vorher darf und kann sie die Anleihe nicht kündigen also muss sie bis zum heutigen Tag die 5% bezahlen.

Und natürlich werden die Altschulden soweit als möglich eben umfinanziert. Das macht die Bundesregierung genauso wie der Häuslebauer der vor 10 Jahren ein Haus mit Hypothek und Bindefrist von 10 Jahren aufgenommen hat. Der muss auch 10 Jahre lange egal wie der Zins ist den damals vereinbarten Zins bezahlen und die Bank lässt ihn nicht aus dem Vertrag. Nur wenn jetzt die Bindefrist abläuft bekommt er halt jetzt bessere Konditionen.

Aber in der Vergangenheit ist das auch oft umgekehrt gelaufen. Der Staat bzw. der Häuslebauer hat mit kleinem Zins angefangen und bei der Fälligkeit waren nur hohe Zinsen verfügbar.

Und bei Uruguay (habe ich nicht nachgeprüft) war das eine einseitige Erklärung von Uruguay und eine Missachtung des ursprünglichen Vertragswerkes. Die haben dann einfach fällige Zinsen nicht bezahlt sondern einseitig gekürzt. Das ist für Deutschland unvorstellbar weil dann sackt die Glaubwürdigkeit eines Staates sofort ins Nichts wenn er nicht zu seinen Vereinbarungen steht.

forum2 01.12.2016, 12:12

Ich weiß, dass die Zinses-Zinsen z.B. der Kredite auf US-Militärausgaben EXPLODIEREN, obwohl die USA ihr Militär-Budget gleich gehalten hat.... :-D (muss den Chart mal suchen... )

"Gemäß Eurostat liegt die Staatsverschuldung bei 2.152,0 Milliarden Euro (2015Q3) (inkl. Schulden der deutschen Sozialversicherung).[4]"

Quelle: http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/7141158/2-22012016-AP-DE.pdf

Stimmt, die Zinsen sind scheinbar rückläufig... trotzdem würde mich interessieren, an wen wieviel Zinsen im Jahr z.B. 2015 bezahlt wurde.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bundesbank-deutscher-staat-spart-milliarden-durch-niedrige-zinsen-a-985575.html

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Detlef32 01.12.2016, 14:45
@forum2

Also neue Schulden sind nicht per se "Zinseszinsen" sondern halt nur neue Schulden.

Ob sie aufgenommen werden um Zinsen zu bezahlen oder um neue Projekte anzuschieben (egal ob Infrastruktur oder was auch immer) ist von Regierung zu Regierung und Staat zu Staat unterschiedlich.

Und ob die Aufnahme von Krediten im Einzelfall sinnvoll ist oder nicht liegt immer im Auge des Betrachters.

Und Schulden des Staates können durchaus sinnvoll sein. Z.B. um einen Weg aus der Arbeitslosigkeit für Einwohner zu ermöglichen und dann die Schulden mit den Steuern der so neuen Steuerzahlern zurück zu zahlen. Oder um einen Staudamm zu finanzieren oder um sein eigenes Militär zu stärken und damit nicht dem Nachbarn ein offenes Tor zu liefern (siehe Ukraine).

Aber um auf Deine Frage zurück zu kommen. Es sind Abermilliarden Gelder weltweit unterwegs. Von Petrodollar aus dem Nahen Osten, Reserven von Microsoft, Apple und Co., Auslandsgeldern von Russlandmilliardären, Drogengelder jedweder Form, Rücklagen von Banken aufgrund von gesetzl. Vorgaben usw.

Und für alle ist Deutschland ein gutes Land um das Geld sicher anzulegen. Eines der wenigen Länder auf die man sich (vom Euro mal abgesehen) 100%ig verlässt. Also sind auch alle Anleger mehr oder weniger in Bundesanleihen und kurzfristigen Geldmarktpapieren der BRD engagiert.

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Laut der Antwort vom Bundesfinanzministerium: Sie wissen selbst nicht wer die aktuellen Besitzer der Staatsanleihen Papiere sind - weil diese vermutlich weiterverkauft wurden?

Aber Sie sollten ja wenigstens wissen wem Sie die Papiere als ersten Käufer verkauft haben oder?

Es geht um eine dubiose Clearstream AG und Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH.

Warum ist das so ein Geheimnis? Im Endeffekt geht das Bundesfinanzministerium auf keine meiner 3 Fragen wirklich befriedigend ein.

http://altcoopsys.org/2016/12/01/staatsverschuldung-bei-warum-und-wem-eigentlich-geld-neu-schopfung-fed-und-ezb/

   Warum existiert dann überhaupt eine Staatsverschuldung mit beinah explodierenden Zinses-Zinsen?

Da Deutschland seine Zinsen jährlich pünktlich zahlt und auch nur selten Papiere anbietet die aufgezinst werden, also Zins und Tilgung endfällig sind, gibt es praktisch keinen Zinseszins der explodieren kann.

Zur Zeit zahlen wir Negativzinsen, oder anders gesagt, wenn Schäuble für den Bund 1.000,- Euro leicht, muss er nicht nur keine Zinsen zahlen, sondern auch nur 980,- Euro Tilgen.

Was Zinses-Zinsen ( die es ja eigentlich nicht gibt, Zinsen werden nicht verzinst, nur Kapital , Zinsen werden kapitalisiert ) mit der Existenz von Staatsschulden zu tun hat, bleibt wohl dein sahniges Geheimnis.

Staatsschulden existieren, weil als Gegenposition für die immensen Geldvermögen nicht genug private Schuldner existieren. ( Es gibt kein Geldvermögen ohne Geldschuld ).

 

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