Woher kommt eigentlich die Redewendung "Gegensätze ziehen sich an"

2 Antworten

Die Sprichwörter sind kurze einprägsame Sätze, die vor langer Zeit entstanden und im Volksmund überliefert worden sind. Sie sind universal einsetzbar als Erklärung, obwohl sie sich in ihrem Allgemeinheitsanspruch widersprechen. Ihre Verwendung kann dazu dienen, eine genaue Begründung durch den Hinweis auf ein angeblich geltendes allgemeines Gesetz zu vermeiden. Im Grunde trifft die Aussage der Sprichwörter nur auf einige Fälle zu und ihr Gültigkeitsbereich ist begrenzt.

Bei der Anziehung der Gegensätze liegt ein Mangelmodell vor: jemand oder etwas bedarf eines Gegenstückes als Ergänzung, um zusammen die ganze Fülle von Eigenschaften und Vollständigkeit zu erreichen. Die Welt wird als von Polarität bestimmt gesehen.

Bei der Anziehung durch Gleichheit wird die Gemeinsamkeit als bestimmend gesehen. Dies ist ein Harmoniemodell, bei der sich deckende Eigenschaften zu einer Verbindung führen.

Die Formulierung "Gleich und gleich gesellt sich gern" hat einen lateinischen Vorgänger bei Cicero, Cato maior de senectute 3, 7 ("pares cum paribus facillime congregantur"), der damit ein von Platon, Symposion 195 b (ὅμοιον ὁμοίῳ ἀεὶ πελάζει) überliefertes Sprichwort aus dem antiken Griechenland wiedergibt.

Diese Art von Sprichwörtern sind ohne wirklichen Sinn. Wie du schon selbst herausgefunden hast, gibt es das genaue Gegenteil der Aussage auch als Sprichwort - somit gleichen sich beide aus und am Ende der Gleichung steht Null. Warum das ganze also?Nun, diese Sprüche wurden meiner Meinung nach für Omas erfunden, damit sie zu jeder Beziehung ihrer Enkel einen dämlichen Spruch loslassen können, um sich danach weise zu fühlen.

Was möchtest Du wissen?