Woher kommt eigentlich der Ausdruck ,,Scherbengericht"?

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1 Antwort

Zu der richtigen Herleitung des Ausdrucks "Scherbengericht" vom griechischen "Ostrakismos" noch einige Ergänzungen: Der Brauch mit den Tonscherben bezieht sich auf die athenische Demokratie. Die Einrichtung wird in der Überlieferung mit der Einführung einer frühen Form der Demokratie ("Isonomie" genannt) in Athen unter der Führung des Kleisthenes in Verbindung gebracht (509 - 507 v. Chr.). Die Volksversammlung stimmte einmal im Jahr darüber ab, ob ein Ostrakismos durchgeführt werden sollte. Bei einer mehrheitlichen Bejahung dieser Frage kam es am folgenden Tag zur Abstimmung mit Aufschreiben eines Namens auf eine Tonscherbe. Nicht ganz klar ist, ob zu einer Verbannung mindestens 6000 Stimmen gegen einen Politiker nötig waren oder ob mindestens 6000 an der Abstimmung beteiligte Bürger beim Ostrakismos erforderlich waren. Für 487 v. Chr. ist die erste Anwendung, die zu einer Verbannung führte, belegt. Das letzte Opfer war Hyperbolos, die Datierung (418 v. Chr. oder ein wenig später) ist nicht ganz sicher.

wohlwollend Anfügung - Scherbe: mittelhochdeutsch schirbe, althochdeutsch scirbi, indogermanische Wurzel sker = schneiden, dazu auch scharebn, atlhochdeutsch scarbôn; Gericht: recht althochdeutsch reht, gotisch raihts, lateinisch rectus, griechisch orektôs; richten althochdeutsch rihten, gotisch ga-raihtjan = recht machen; ge- althochdeutsch ga., gi-, gotisch ga- = Zeitwortpräfix, das Eintritt oder Abschluss einer Handlung bezeichnet, während er- auf das Ergebnis zielt; mittelhochdeutsch gerihte als Ort der Entscheidung und Rechtsprechung. Dank für Ihren Beitrag, Dank für die Gelegenheit der Anmerkung.

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