Woher kommt diese Unzufriedenheit in Osteuropa?

7 Antworten

Die Veränderungen betrafen nicht alle Teile der Bevölkerung gleichermaßen. Selbst wenn es Teilen der Bevölkerung besser geht, sehen viele Menschen dort, dass andere Gruppen sich viel schneller und besser entwickeln können. Die Leute neigen eben dazu, sich mit ihrer Umgebung zu vergleichen.

Ältere, wenig gebildete Männer im ländlichen Umfeld sind die Verlierer. Sie können sich nicht behaupten. Während Arbeiter in den Städten gemeinsam mit dem erfolgreichen liberalen Bürgertum aufsteigen, fällt die Landbevölkerung zurück. Dazu kommt die Landflucht. Besonders die jungen und gebildeten Frauen verlassen die Provinz. Es kommt zur Spaltung der Bevölkerung.

Dazu kommt natürlich die langjährige Erfahrung mit einem autoritären Regime, dass diese Menschen geprägt hat.

Die Leute wurden Stärker ausgebeutet, sie haben zwar Wohlstand, aber dafür auch weniger Soziale Sicherheit.
Wenn du mal Auf die Ukraine schaust, sie ist das Perfekte Beispiel für die Auswirkungen des Kapitalismus. Früher war sie eine Führende Industrie Macht, Produzierte Waffen, Nahrung, etc., Heute Steigt die Armut immer weiter und es werden kaum "Nützlichen" Sachen (für dieses System) Produziert. HIV tauchte verstärkt auf und Drogenkonsum.
Die Leute Leben immer noch mit den Folgen und werden auch im osten der EU Ausgebeutet weil sie einfach in einem System waren wo sie sich nicht über Lohn oder Schlechte Arbeitsbedingungen beschweren Brauchten, oder über Arbeitslosigkeit. Sie hatten all dies.
hier vielleicht in Deutschland (oder eher der Westen) Beuten wir viele Andere Länder aus, daher kommt unser Wohlstand erst. Denke nicht wir Beuten nicht unsere Eigene Union aus.

Die Ukraine ist aber kein Mitglied der EU

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@verreisterNutzer

Trotzdem ist sie ein Gutes Beispiel um die Situation zu Zeigen, die Ukraine ist nun mal besonders Betroffen, aber in anderen teilen Osteuropas spielt sowas auch gut eine rolle, nur dort denkt man dann wieder es ist nicht zu wild, daher ist es gut ein Starkes Beispiel zu haben-

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Von Experte Fuchssprung bestätigt

Die gesellschaftspolitische Rückständigkeit dieser Länder nach jahrzehntelangem Vegetieren unter der stalinistischen Knute des Sowjetimperialismus lässt sch nunmal nicht in kurzer Zeit beseitigen.

Die Menschen sind da nunmal konditioniert auf antiliberale und obrigkeitsstaatliche Gefolgschaftstreue und müssen halt ihre eigenen Erfahrungen mit der Nutzlosigkeit rechtspopulistischer Problem"lösungen" machen.

Ansonsten ist die Abneigung gegenüber der EU offensichtlich auch wieder nicht groß genug, auf EU-Subventionen zu verzichten. :-)

Das stimmt, weil letztendlich ist es ja das wichtige, ein vereintes, friedliches Europa zu haben.

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Gefühl und Gemütslage sind wahrscheinlich ähnlich wie zwischen West- und Ostdeutschland, man fühlt sich abgehängt! In Osteuropa wird die Korruption deutlicher sichtbar als im Westen, wo sie natürlich genauso existiert, aber gut kaschiert ist. Die Menschen im Osten sind vielleicht gemütvoller, empfindsamer und haben von der Demokratie der EU mehr erwartet. Tatsächlich stellt sich ihnen die EU als ein Konglomerat unterschiedlicher Gesellschaften dar, das ohne Ziel, ohne Plan, ohne echte Brüderlichkeit der Staaten vor sich hin existiert und von Frankreich und Deutschland unangenehm majorisiert wird. Der Traum von einem geeinten Europa, in dem man Gleicher unter Gleichen ist, ist ausgeträumt, man ist Randgebiet, wie einst das Zonenrandgebiet, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.

Osteuropa sieht sich als Verlierer und als von allen Seiten ,,verraten" an. Osteuropa war eine lange Zeit unter Fremdherrschaft oder Krieg.

In Polen ist es immer noch im kollektiven Gedächtnis der Menschen, dass Frankreich u. Großbritannien trotz Versprechen Deutschland nicht angegriffen haben, zugeschaut haben wie Deutschland und die Sowjetunion Polen überrollen.

Später bei den Aufständen gegen die Sowjetunion, diese dann mit brutalster Gewalt seitens der Roten Armee niedergeschlagen wurden, in den ehemaligen Ostblock-Staaten hat die Welt wiederum nur zuschauen können.

Häufig wird der Reichtum Westeuropas dadurch erklärt, dass der Westen mithilfe des Marshall-Plans aufgebaut wurde, während die Sowjetunion Polen und Ungarn ausgepresst hat.

Wie gesagt, die Angst vor Fremdbestimmung und das wieder etwas ,,weggenommen" werden könnte ist groß, deswegen wird es noch einige Jahre dauern, bis diese Länder besser vertrauen können.

Das ergibt Sinn 👍

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@verreisterNutzer

Und da kann man noch weiter in die Geschichte gehen, ein polnischer Staat existierte beispielsweise bis 1918 für 250 Jahre nicht mehr. Die Teilung Polen-Litauens durch Preußen, Russland und Österreich-Ungarn wird als einer der Resten Verrate angesehen.

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