woher kommt die redewendung "freitag ab eins, macht jeder seins"?

3 Antworten

Behörden haben Freitags generell nur 13 Uhr geöffnet.

Ergo hat das nichts mit Ungleichbehandlung zu tun.

Ich kenne diesen Spruch (eine Regel ist das nicht) schon seit ca. 30 Jahren, also muß er in der DDR erfunden worden sein;-)

Der Spruch geht übrigens noch weiter...

"ab Zehn ist keiner mehr zu sehn"

Das mit dem "Ab Zehn" ist aber nicht von mir. :-D

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komme mit deiner antwort nicht klar, anitari. finde sie in keinerlei hinsicht hilfreich für mich.

  1. die frage hatte ich gestellt, weil am freitag ab 13 uhr keiner mehr erreichbar ist. mir diesen fakt jetzt als antwort zu geben, ist irgendwie wenig hilfreich zur beantwortung der frage.

  2. zu ddr-zeiten kann der spruch nicht erfunden worden sein, denn er gilt ja im westen ganz genauso wie im osten. muß also, vermute ich, irgendwie schon vorher so gewesen sein, wenn die sitte in beiden teilen deutschlands annähernd gleichermaßen usus war.

  3. und "ab zehn ist keiner mehr zu sehn" - was heißt das? zehn abends oder vormittags?

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@gartenfee

"dies gilt besonders in behörden ..." Schreibst geleich im 1. Satz. Behörden haben nun mal Freitags nur bis 13 Uhr geöffnet.

"und "ab zehn ist keiner mehr zu sehn" - was heißt das?" Das heißt das ab 10 Uhr (Morgens), vor allem in der Verwaltung des Betriebes keiner oder nur wenige zu sehen waren. Schließlich mußte ja irgend wann der WE-Einkauf erledigt werden;-) und nach Feierabend waren die Regale im Konsum oder der Kaufhalle meist leer gefegt.

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@gartenfee

Hallo gartenfee, oder meinst Du das die Angestellten bei den Behörden eine kürzere Arbeitszeit haben, weniger arbeiten müssen?

Wenn ja, rechne selbst nach. Mo, Mi und Do je 8 Stunden, Di 10 und Freitag 6 Stunden.

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Es war einfach so, ohne dass man den Spruch aufgesagt hat. Die Antworten, die ich bisher las sind schon richtig und stammen aus der jeweiligen subjektiven Erfahrung. Ich kann nur noch ergänzend auf einige Aspekte eingehen. Zu nächst erst mal eine Bemerkung, ich war vom 1. Tage der DDR und schon früher bis zu Ihrem Untergang 1990 im Berufsleben. Die Frage: „Wie war das in der DDR?“, die man mir schon oft stellte, kann man nicht mit einigen Sätzen, selbst nicht in einem Buche, deren es jetzt etliche gibt, beantworten. Die DDR von 1949 war völlig eine andere als die von 1989 bis zur Mauer Öffnung und wiederum völlig nicht vergleichbar das letzte Jahr DDR mit den vorangegangenen 40 Jahren. Eine Mangel Gesellschaft war sie zu allen Zeiten und dennoch unter den Satelliten Staaten der Sowjetunion mit dem höchsten Lebensstandard. Bis 1958 wohl, ich will mich dafür nicht verbürgen, kann auch später gewesen sein, galt die 48 Stunden-Woche mit dem 8-Stundentag. Dass, wenn es irgend möglich war und auch die materielle Basis vorhanden, mußte einfach etwas für den privatbedarf angefertigt werden. So lernte ich als erstes in einer Lehrwerkstatt als Maschinenschlosser (Flugzeugbauer) die Anfertigung einer Tabakschneidemaschine. Dabei wurde Fräsen, Hobeln, Drehen, Bohren, Schweißen in hoher Qualität Metallverarbeitende Fertigkeiten vermittelt. Ab 1955 war ich verheiratet. Meine Frau brauchte ein Kehrblech und einen Feuerhaken. Ich war damals Monteur im Außendienst. Ich fertigte diese notwendigen Dinge an. Das Kehrblech aus Abfällen der Rohrisolation (verzinktes Stahlblech 0,8 mm dick), Feuerhaken aus 8er Rundstahl. Eine Montagebaustelle in jener Zeit ohne Feldschmiede, E- und A-Schweiß aussrüstung war undenkbar. Der Bedarf an Dingen die offiziell nicht zu kaufen waren stieg ständig: UKW – Antennen, Fernsehantennen zum Empfang von West-Fernsehen, um nur einige zu nennen. Das alles verlagerte sich im Laufe der Zeit auf das Wochenende, den Freitag. Die benötigte Arbeitszeit wurde über die „Normerfüllung“ „vorgearbeitet. Es gehörte in jedem Falle eine hohe Arbeitsmoral und großer Fleiß dazu, um sich im Betrieb mit Wissen der Vorgesetzten etwas an zu fertigen. Als leitender Angestellter hatte ich allerdings damit viel Ärger, denn selbst wichtige Schriftstücke wurden Freitags nachmittag nicht mehr angefertigt. Die Damen mußten, wenn sie sonntags was Ordentliches auf den Tisch bekommen wollten, einkaufen, nach Feierabend war die Mangelware weg. Die Post Frau mußte auch schon die Betriebspost bis Mittag erledigt haben. Deshalb hätte es keinen Sinn gemacht, selbst hätte man es gekonnt, Schreibkräfte oder Stenotypistinnen Freitagsnachmittag zu einer betrieblichen Arbeit zu zwingen. Das, bedenke, sind nur einige ergänzende Wahrheiten von damals.

hey, und warum erzählst du mir hier die ganze ddr-geschichte? meinst du, mich missionieren zu müssen? was soll das?

ich bin selbst in der ddr aufgewachsen. aber was hat das eigentlich mit meiner frage zu tun?

die gschichte mit "freitag ab eins", die gibt es heute noch genauso, und es gab sie auch im "westen". also was soll das hier mit der ddr-geschichte? deine sehr umfangreiche antwort hat mir leider nur wenig weiter geholfen.

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Ohje - mit der Rechtschreibung warst Du "leitender Angestellter"? Kein Wunder, dass wir am Ende pleite waren...

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Seitdem Sonnabend frei ist, da ist für viele der Freitag wie ehemals der Sonnabend: 13.00 Uhr Feierabend!

ach so? wie kommt das? davon habe ich noch nie gehört. schon irgendwann mal, daß es wohl sitte war, auch am samstag zu arbeiten. aber das ist ja wohl schon ewig her(?)

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