Woher kommt die Bezeichnung "Realo"?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das ist schon seit der Anfangszeit der Grünen in den 80ern so: Da gibt es einerseits die "Realos", die sich an den Möglichkeiten realer Politik orientieren und Kompromisse eingehen. Und es gibt andererseits die "Fundis", die sich als Fundamentalisten verstehen und kompromisslos in der Sache sind.

Das Problem der Fundis: Ohne eigene Mehrheiten kann man seinen Kurs nicht durchsetzen. Man ist dazu verdammt, in der Opposition zu bleiben.

Das Problem der Realos: Man kommt zwar in die Regierung, aber als Juniorpartner einer großen Partei muss man gewaltige Kröten schlucken und läuft Gefahr, sich unglaubwürdig zu machen.

Demnach sind es also Bezeichnungen, die die Grünen selbst ins Leben gerufen haben und die seitdem von den Journalisten aufgegriffen wurden?

Wie ich schon unter dem Kommentar von teletobbi geschrieben habe, finde ich diese Bezeichnungen irreführend und suggestiv. "Realo" ist ein weitaus positiv konnotierterer Begriff als "Fundi". Außerdem bezeichnet wohl jeder Politiker seine eigenen Ansichten als "realistisch". Und auch was die Möglichkeiten realer Politik angeht, ändern sich die Zeiten ja permanent. Nach der Bundestagswahl 2013 hätte es eine theoretische Mehrheit für Rot-Rot-Grün gegeben, was bedeutet, dass der linke Parteiflügel der Grünen realpolitisch günstigere Möglichkeiten hatte.

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@charismaticus

Ja, die Begriffe sind in der innerparteilichen Auseinandersetzung entstanden und von den Journalisten dankbar übernommen worden.

Linke Mehrheiten - die würde es häufiger geben, wenn die Linke nicht so zerstritten wäre. Allein schon was es bei dieser Wahl wieder an linken Parteien gab: SPD, Die Linke, Grüne, Piraten, MLPD, DKP, SGP...

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@zalto

Nun gut, das ist dann wohl ein Eigentor der Grünen gewesen... ;-)

Und zu den linken Mehrheiten: Genau den Gedanken hatte ich auch schon mal. "Links" und "Sozialismus" sind Begriffe mit einem derart breit gefächerten Definitionsspielraum, dass jeder sie für alles Erdenkliche verwenden kann. Wenn die inzwischen sehr wirtschaftsfreundliche SPD das Wort "Sozialismus" in ihrem Parteiprogramm stehen hat, dann meint sie damit etwas gänzlich anderes als die reaktionäre MLPD. Dadurch werden diese Begriffe zu Wischi-Waschi-Schlagwörtern, die irgendwo zwischen "naivem Gutmenschentum", "nicht umsetzbare Wirtschaftsweise" oder "Werteverrat" inflationieren. Vor allem der Linkspartei haftet glaube ich noch der DDR-Komplex der Deutschen an, sonst hätte sie wohl längst mehr Wählerstimmen. Wirklich schade. Vielleicht müssen sich Begrifflichkeiten ändern, um andere Suggestionen bei den Menschen hervorzurufen. Womit wir wieder beim eigentlichen Thema der Frage wären.

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Realos = selbsternannte Realisten

Fundis = Fundamentalisten, die Prinzipientreue haben

Die Grünen Realos halten nichts von einer Vemögenssteuer oder einem Ausbau des Sozialstaates.  Am Ende sind die Realos so viel Realist, dass sie gar nichts mehr verändern wollen und de facto auf CDU-Kurs sind. Besonders die Grünen in Baden Württemberg sind eine Katastrophe. Dieser Realo-Landesverband ist die CSU innerhalb der Grünen Partei.

Schau dir den Grünen Ministerpräsidenten Kretschmann an. Der fährt demonstrativ einen Diesel, Kohleausstieg und der Ausstieg aus dem Verbrenner sind für ihn keine Option.

Sowas wäre in der Gründungsphase der Grünen undenkbar gewesen.

Ich sehe das genau so wie Du: Wer die neoliberale Wachstumspolitik nicht infrage stellt und glaubt, man könne den Klimawandel alleine mit dem technischen Fortschritt bewältigen, denn halte ich nicht für realistisch, sondern für kurzsichtig. "Grünes Wachstum" mag eine angenehme Vorstellung sein - wir können so weitermachen wie gewohnt und der technische Fortschritt regelt schon alles. Mit wirklicher Ökologie und Nachhaltigkeit hat das aber wenig zu tun.

Aber zurück zur eigentlichen Frage: Ich finde Deine Definitionen von "Realo" und "Fundi" gut, jedoch mag ich beide Begriffe nicht, weil sie meiner Ansicht nach falsche Suggestionen hervorrufen. Bei "Realo" denkt man wie gesagt sofort an "realistisch" (= der Typ hat recht) und bei "Fundi" an "ideologisch-beschränkt" (= Wahrheiten werden nicht akzeptiert, wenn die der Ideologie widersprechen).

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Realo werden Politiker genannt, die Ansichten vertreten, die auch tatsächlich erfüllbar sind.

Im Gegensatz dazu leben andere in einem privaten "Wolkenkuckucksheim" und stellen such vor, wie schön die Welt sein KÖNNTE

Das ist Deine Meinung, dass Özdemirs Forderungen erfüllbar sind, und Hofreiters Forderungen nicht. Aber Deine Meinung ist subjektiv. Ich sehe es beispielsweise exakt umgekehrt. Wenn man als Journalist die goldene Regel befolgt, objektiv zu sein, dann darf man hier keine Wertung einbauen.

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