Woher kommt der Name "JEHOWA"? Angeblich soll sich Gott so in der Bibel nennen.

21 Antworten

Im Urtext der Bibel, der zu einem großen Teil in Hebräisch geschrieben wurde, steht an dieser Stelle ein ganz besonderer Eigenname. Er besteht aus den hebräischen Buchstaben JHWH. Im Deutschen ist er in der Form „Jehova“ gut bekannt. Im Urtext der Hebräischen Schriften steht er fast 7 000 Mal!

Wie wichtig ist der Name Gottes? Das zeigt zum Beispiel das bekannte Mustergebet von Jesus Christus. Es beginnt mit den Worten: „Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt“ (Matthäus 6:9). Später betete Jesus zu Gott: „Vater, verherrliche deinen Namen.“ Gott antwortete ihm vom Himmel: „Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wieder verherrlichen“ (Johannes 12:28). Offenbar ist Gottes Name äußerst wichtig. Aber warum wird er dann in Bibelübersetzungen immer wieder weggelassen und durch Titel ersetzt?

Dafür scheint es zwei Hauptgründe zu geben. Erstens wird oft gesagt, dass der Name Gottes nicht gebraucht werden soll, weil man heute nicht mehr weiß, wie er ursprünglich ausgesprochen wurde. Althebräisch wurde ohne Vokale geschrieben. Deshalb ist man heute nicht sicher, wie die Menschen in biblischer Zeit JHWH aussprachen. Sollte uns das aber davon abhalten, Gottes Namen zu gebrauchen? Man weiß heute auch nicht genau, wie der Name Jesus in biblischer Zeit ausgesprochen wurde — vielleicht Jeschua oder Jehoschua. Trotzdem wird dieser Name überall auf der Welt in den jeweils üblichen Formen und Aussprachen gebraucht. Keiner schreckt davor zurück, nur weil nicht bekannt ist, wie er im 1. Jahrhundert ausgesprochen wurde. Und klingt nicht auch unser eigener Name ganz anders, wenn ihn Menschen in einem anderen Land in ihrer Sprache aussprechen? Die Tatsache, dass wir die ursprüngliche Aussprache des Gottesnamens nicht genau kennen, ist somit kein Grund, ihn nicht zu gebrauchen.

Ein zweiter häufig angeführter Grund, warum der Name Gottes aus der Bibel entfernt worden ist, hat mit einer alten jüdischen Tradition zu tun. Nach Ansicht vieler Juden sollte Gottes Name nie ausgesprochen werden. Dieser Standpunkt beruht offensichtlich auf einer falschen Auslegung des biblischen Gebots: „Du sollst den Namen Jehovas, deines Gottes, nicht in unwürdiger Weise gebrauchen, denn Jehova wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen in unwürdiger Weise gebraucht“ (2. Mose 20:7).

Dieses Gebot verbietet, den Namen Gottes zu missbrauchen. Aber verbietet es auch, ihn respektvoll zu gebrauchen? Keineswegs. Die Schreiber der hebräischen Bibel („Altes Testament“) waren allesamt treue Männer, die das Gesetz befolgten, das Gott den Israeliten gegeben hatte. Dennoch gebrauchten sie den Namen Gottes sehr oft. Sie nahmen ihn beispielsweise in zahlreiche Psalmen auf, die von vielen Anbetern Gottes gemeinsam mit lauter Stimme gesungen wurden. Jehova wies seine Anbeter sogar ausdrücklich an, seinen Namen anzurufen, und die treuen hielten sich daran (Joel 2:32; Apostelgeschichte 2:21). Deswegen zögern Christen heute nicht, den Namen Gottes respektvoll zu gebrauchen, wie es bestimmt auch Jesus tat (Johannes 17:26).

Bibelübersetzer, die den Namen Gottes durch Titel ersetzen, machen einen schwerwiegenden Fehler. Sie lassen Jehova als unpersönlichen, unnahbaren Gott erscheinen, wohingegen uns die Bibel auffordert, „vertraute Gemeinschaft mit Jehova“ zu pflegen (Psalm 25:14). Denken wir zum Beispiel an einen guten Freund. Wie nahe wären wir ihm wohl gekommen, wenn wir nie seinen Namen erfahren hätten? Ähnlich ist es mit Gott. Wie können ihm Menschen wirklich nahe kommen, wenn sie über seinen Namen, Jehova, im Unklaren gelassen werden? Und außerdem: Wenn Gottes Name nicht gebraucht wird, erfährt niemand etwas über seine großartige Bedeutung. Welche Bedeutung hat der göttliche Name?

Gott selbst erklärte sie seinem treuen Diener Moses. Als Moses nach Gottes Namen fragte, antwortete Jehova: „Ich werde mich erweisen, als was ich mich erweisen werde“ (2. Mose 3:14). In der Übersetzung von Rotherham heißt es an dieser Stelle: „Ich will werden, was immer mir gefällt.“ Jehova kann also alles werden, was erforderlich ist, um zu verwirklichen, was er sich vorgenommen hat.

Es gibt auch Beweise aus außerbiblischen Quellen, dass der göttliche Name im Altertum häufig gebraucht wurde. Im Jahre 1961 wurde unweit von Jerusalem eine Grabhöhle entdeckt, wie im Israel Exploration Journal (Jg. 13, Nr. 2) berichtet wurde. An den Wänden befanden sich Inschriften, die vermutlich aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts v. u. Z. stammen. Die Inschriften enthalten Äußerungen wie „Jehova ist der Gott der ganzen Erde“.

Im Jahre 1966 veröffentlichte das Israel Exploration Journal (Jg. 16, Nr. 1) einen Bericht über beschriftete Tonscherben, die in Arad, in Südisrael, gefunden worden waren. Sie stammen aus der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts v. u. Z. Eine davon war ein persönlicher Brief an einen Mann namens Eljaschib. Der Brief beginnt mit den Worten: „An meinen Herrn Eljašib. Möge jhwh deinen Frieden suchen.“ Und er endet: „Im Hause des jhwh bleibt er.“

In den Jahren 1975 und 1976 entdeckten Archäologen, die im Negeb arbeiteten, eine Sammlung hebräischer und phönizischer Inschriften auf Gipswänden, großen Vorratskrügen und Steingefäßen. Die Inschriften enthielten auch das hebräische Wort für Gott sowie Gottes Namen, JHWH, in hebräischen Buchstaben. In Jerusalem selbst wurde kürzlich ein kleiner, zusammengerollter Streifen Silber entdeckt, der anscheinend aus der Zeit vor dem Babylonischen Exil stammt. Als er aufgerollt wurde, fand man den Namen Jehova in Hebräisch darauf geschrieben, wie Forscher berichten (Biblical Archaeology Review, März/April 1983, S. 18).

Ein anderes Beispiel für die Verwendung des Namens Gottes sind die sogenannten „Lachischbriefe“. Diese Briefe, auf Tonscherben geschrieben, wurden zwischen 1935 und 1938 in den Ruinen von Lachisch entdeckt, einer befestigten Stadt, die in der Geschichte Israels eine bedeutende Rolle spielte. Sie wurden anscheinend während des Krieges zwischen Israel und Babylon gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. u. Z. von einem Offizier in einem judäischen Außenposten an seinen Vorgesetzten namens Ja’osch geschrieben.

Von den 8 lesbaren Scherben beginnen 7 ihre Botschaft mit einem Gruß wie: „Möge jhwh meinen Herrn die jetzige Zeit in Gesundheit sehen lassen.“ Insgesamt kommt Gottes Name in den 7 Botschaften 11mal vor, was deutlich zeigt, daß der Name Jehovas gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. u. Z. allgemein in Gebrauch war.

Sogar heidnische Herrscher kannten und gebrauchten den göttlichen Namen, wenn sie vom Gott der Israeliten sprachen. So rühmte sich der Moabiterkönig Mesa in einer Inschrift (Mesa-Stein) seiner militärischen Heldentaten gegen Israel und erzählte: „Kamoš sprach zu mir: ‚Auf, nimm Nebo von Israel fort!‘ Da brach ich bei Nacht auf und bekämpfte es von Tagesanbruch bis zum Mittag. Und ich nahm es ein und tötete alles . . . Und ich nahm von dort die [Gerä]te Jahwes und schleifte sie vor Kamoš“ (K. Galling, Textbuch zur Geschichte Israels, 1979, S. 52, 53).

In bezug auf den außerbiblischen Gebrauch des Namens Gottes heißt es im Theologischen Wörterbuch zum Alten Testament (Bd. 3, Sp. 538): „Somit zeugen ca. 19 Belege des Tetragramms in der Form jhwh von der Zuverlässigkeit des MT [massoretischen Textes] in dieser Hinsicht; mehr Belege sind zu erwarten, vor allem aus dem Arad-Archiv.“

Hallo teddylein, zu dem Nichtmehraussprechen des Namens Jehova - Jahwe o.ä., doch auf jeden Fall des Namens Gottes - fand ich vor kurzem folgende Prophezeiung an die Juden in Jeremia 44 (zwischen 647 und 580 v.u.Z.) : "22 Schließlich konnte Jehova es nicht länger ertragen wegen der Schlechtigkeit eurer Handlungen, wegen der Abscheulichkeiten, die ihr getan hattet,...23 Wegen der Tatsache, daß ihr räuchertet und daß ihr gegen Jehova sündigtet und der Stimme Jehovas nicht gehorchtet und in seinem Gesetz und in seinen Satzungen und in seinen Mahnungen nicht wandeltet, darum ist euch dieses Unglück widerfahren...26 Darum hört das Wort Jehovas, ganz Juda, ...: ‚ „Siehe, ich selbst habe bei meinem großen Namen geschworen“, hat Jehova gesprochen, „daß sich mein Name nicht mehr als etwas erweisen wird, was vom Mund irgendeines Mannes von Juda ausgerufen wird, indem [er] sagt: ‚So wahr der Souveräne Herr Jehova lebt!‘" Das ist sicher der entscheidende Grund, warum der Name von den Juden nicht mehr ausgesprochen wird.

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@cornyriegel

Hallo cornyriegel, Der von Dir zitierte Vers 26 aus Jeremia Kapitel 45 geht noch vier Worte weiter geht, nämlich: "im ganzen Land Ägypten."

Von den abtrünnigen Juden, die bei der Eroberung Jerusalems durch die Babylonier nach Ägypten geflohen waren, sagt Jeremia nämlich im Vers 27: "...alle Männer von Juda, dieim Land Ägypten sind, werden gewiss ihr Ende finden durch das Schwert, durch Hunger,bis sie zu sein aufhören." Nachdem sich also kein Mann von Judäa mehr in Ägypten befand, konnte sein Mund dort auch nicht mehr heuchlerisch ausrufen: "So wahr Jehova lebt!".

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"JHWH" (oder besser auszusprechen: Jahwe) ist der Namen des "Sprecher Gottes" (Jes.45,22), der später zu Jesu wurde (Joh.1,1.14).

Unser ewige Vater hat keinen Namen, - Er ist unser "Abba" (Röm.8,15).

"Namen" gibt es, um Dinge voneinander zu unterscheiden, "Ihn" gibt es nur einmal...

Woher ich das weiß:
Recherche

Das hat sich eine gewisse Glaubensgruppe (Eph.2,2) zu eigen gemacht.

Die natürliche Aussprache wäre wohl "JAHWE".

Woher ich das weiß:
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