Woher kommt der "Geburtstagsfeier-Hype"?

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4 Antworten

Mir ist mein Geburtstag etwas lästig. Zugegeben.

Ich muß mich den ganzen Tag "zur Verfügung" halten. Es könnte ja jederzeit jemand anrufen oder vorbeikommen. Ich halte es auch so: Wer do ist, ist do.

Ich glaube, daß der Aufwand, der bei Geburtstagen betrieben wird, einer gewissen Erwartungshaltung geschuldet ist. Man will ja niemanden entäuschen und vor allem kein Spielverderber sein.

Ich bin jedenfalls immer froh, wenn mein "Ehrentag" vorbei ist.

rotesand 02.07.2017, 10:25

Das könnte exakt so auch von mir geschrieben worden sein :)

Früher, als Kind, war der Geburtstag immer was Besonderes, aber mit den Jahren wird das eher zur beinahe lästigen Pflicht. Ich meine -----> ich freu' mich aufrichtig über jeden der kommt, anruft, mailt, per Post was schickt usw., aber es ist trotzdem viel Aufwand.

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Weil der Mensch einfach im Laufe der Zeit immer mehr Tage zum Feiern eingeführt hat, um einfach das Glücksgefühl der Zelebrierung von irgendwas zu erhalten - erst der eigene Geburtstag, dann der Geburtstag Jesu - Weihnachten, dann der Tag der Auferstehung Jesu, der Tag der Deutschen Einheit, und so weiter und so fort.

Mittlerweile ist es so, dass kein Tag mehr normal ist - heute ist zum Beispiel der Genossenschaftstag, der Witze-Tag, July Morning, der Nationalfeiertag Kanadas und der Tag der kreativen Eissorten!

Also: Heute gibt es einen Grund zum Feiern! ... genauso wie gestern, vorgestern, morgen und übermorgen...

Weil wir Menschen nun mal so sind. Wir müssen uns ständig für unsere Handlungen rechtfertigen und brauchen einen Grund. Wenn du einfach mal feierst heißt es sofort: "Was gibt es denn zu feiern?". Man sucht nach der Ursache, dem Grund.

Gleiches Prinzip wie an Sylvester, Karneval, Halloween....

rotesand 01.07.2017, 21:01

Danke :)

Das macht Sinn, ein sehr guter Kommentar..! 

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In Urzeiten , selbst noch vor 100 Jahren wurde man als Durchschnittsmensch oft nur 45-55 Jahre alt. Alles war riskanter, zumindest medizinisch.
Wenn man als Mutter eine Geburt überlebte, war man froh; es war nichts selbstverständlich.

Auch Kinder erlebten es oft nicht, überhaupt volljährig zu werden.

Und deswegen feiert man, dass man "überlebt hat".
Hoimar von Ditfurth hat das mal so schön bezeichnet: (sinngemäß) "Wir gehören zu einem exklusiven Club, dem Club der Überlebenden".

Und das feiert man eben in der westlichen Kultur. Schon wieder die vier Jahreszeiten überlebt.

rotesand 01.07.2017, 21:04

Vielen Dank!

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