Woher kommt der Brauch in Kirchen Weihrauch zu verbrennen?

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10 Antworten

Sicherlich kommt dieser Brauch zunächst aus dem alten Orient. Als Mensch des 21. Jahrhunderts kann man sich wohl kaum vorstellen, wie es in einer antiken Gesellschaft gerochen hat. Das gemeine Volk besaß weder Deodorant noch Parfum und auch die tägliche Wäsche war nicht Usus. So wurden Gäste, die einen langen Weg hinter sich hatten zur Begrüßung gesalbt, einerseits eine Ehrbekundung, andererseits, um sie für die Gesellschaft erträglicher im Geruch zu machen. Weihrauch bei kultischen Akten diente neben dem Opfercharakter (aufgrund der teuren Grundlage) vor allem dazu, um die Fliegen zu vertreiben, die sonst das Heiligtum bzw. das Abendmahl verunreinigten. Zudem besitzt Weihrauch leicht antiseptische Eigenschaften. So wurde und wird Weihrauch auch dazu benutzt, um Räume kultisch zu reinigen, auch der Gebrauch bei Exorzismen (Teufels- und Dämonenaustreibungen) ist bezeugt. Auch wenn die meisten praktischen Gründe für den Weihrauch nicht mehr gegeben sind, hat er im Kultus immer noch die entsprechende symbolische Bedeutung.

Die mindestens seit 1570 geltende Vorschrift, im Hochamt (feierliche Messe) Weihrauch verwenden zu müssen, ihn aber ansonsten nicht verwenden zu dürfen, machte den Weihrauch zu einem Attribut der Festlichkeit. Seit 1970 kann Weihrauch wieder - wie in den Ostkirchen seit je üblich - in allen Gottesdiensten verwendet werden. Dadurch kommen seine symbolischen Bezüge wieder deutlicher zur Geltung.

Gefunden bei : wikipedia

Der Brauch kommt, wie "Minister" schon richtig sagt, aus dem alten Orient. Kirchlicherseits ist der liturgische Brauch des Weihrauchs - wie auch andere zeichenhafte Bräuche - auf Zeremonien in Rom und am byzantinischen Kaiserhof zurückzuführen, also wesentlich älter als die im 16. Jhdt. erlassene Vorschrift.

die gläubigen kommen in einen anderen bewußtseinszustand und sin dann anfälliger für das, was der kanzelredner verbreitet.

Weihrauch - geweihter Rauch also - füllt den Raum aus und vertreibt böse Geister, die alles Geweihte und Heilige verabscheuen. So ähnlich funktioniert das Weihwasser-Prinzip. Möchte man also dafür sorgen, dass sich in ein wesentliches Projekt kei unreiner Geist hineinschleicht, brennt man Weihrauch ab und/oder verspritzt Weihwasser. So glaubte man früher. Weihrauch war dabei keine christliche Erfindung (auch wenn das Jesuskind Weihrauch als Geschenk erhielt), sondern gehörte in der Antike zu den gefragtesten Luxusgütern und wurde bei guter Qualität mit Gold aufgewogen.

Gruß Barnabas

GÖTTER lieben Düfte.“ So lautete ein bekannter Ausspruch bei den alten Ägyptern. Für sie war das Opfern von Weihrauch ein wichtiger Bestandteil ihrer Gottesverehrung. Da sie glaubten, dass die Götter den Menschen nahe seien, verbrannten die Ägypter täglich in ihren Tempeln, auf ihren Hausaltären und selbst bei Geschäftsabwicklungen Weihrauch. Andere Völker hatten ähnliche Bräuche. Räucherwerk und die ersten Christen

Der Gesetzesbund, zu dem auch das Gebot für Priester gehörte, heiliges Räucherwerk darzubringen, endete, als Christus im Jahr 33 u. Z. den neuen Bund einführte (Kolosser 2:14). Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die ersten Christen zu religiösen Zwecken Räucherwerk verbrannten. In der Cyclopedia von McClintock und Strong wird hierzu ausgeführt: „Es steht fest, dass Weihrauch [von den ersten Christen] nicht verwendet wurde. Die Verwendung dessen war vielmehr ein Zeichen des Heidentums . . . Warf ein religiöser Eiferer einige Körner Weihrauch auf einen heidnischen Altar, galt dies als eine Kulthandlung.“

Jehova sagte über dieses aus vier Zutaten bestehende Gemisch zu Moses: „Nimm für dich Riechstoffe: Staktetropfen und Räucherklaue und wohlriechendes Galbanum und lauteres, duftendes Harz. Von jedem sollte es der gleiche Anteil sein. Und du sollst Räucherwerk daraus machen, ein Würzgemisch, das Werk eines Salbenbereiters, gesalzen, rein, etwas Heiliges. Und du sollst etwas davon zu feinem Pulver zerreiben und etwas davon vor das ZEUGNIS im Zelt der Zusammenkunft legen, wo ich mich bei dir einfinden werde. Es sollte euch hochheilig sein.“ Später verwendeten die jüdischen Rabbiner für das Tempelräucherwerk noch andere Zutaten. Nach Josephus bestand es aus 13 wohlriechenden Gewürzen (Geschichte des Jüdischen Krieges, 5. Buch, Kap. 5, Abs. 5). Wie Maimonides erwähnt, gehörten dazu unter anderem Amber, Kassia, Zimt, Myrrhe, Safran und Narde.Im Laufe der Zeit mißachteten die Israeliten die Bestimmungen über die Anbetung Jehovas; sie schlossen sogar den Tempel und verbrannten Räucherwerk auf anderen Altären (2Ch 29:7; 30:14). Was noch schlimmer war, sie räucherten anderen Göttern, vor denen sie Prostitution trieben, und entweihten das heilige Räucherwerk auch auf andere Weise. All das war abscheulich in den Augen Jehovas (Hes 8:10, 11; 16:17, 18; 23:36, 41; Jes 1:13).

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Der aufsteigende Weihrauch symbolisiert das Aufsteigen unserer Gebete und bitten zu Gott.

er kann auch gekaut werden,und hat eine antirheumatische wirkung (antikes bubbelgum)

Weihrauch war das Raumspray von früher.

Weihrauch soll die bösen Geister vertreiben.

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