Woher kommt der Ausdruck "blau machen"?

3 Antworten

kommt aus dem färberhandwerk: bei bestimmten arbeitsschritten. mußte längere zeit einfach abgewartet werden, bis bestimmte zutaten ihr werk vollbracht hatten die färber hatten in dieser zeit nichts zu tun, konnten also "blau machen"

Der Begriff "blaumachen" kommt aus der Blaufärberei in der Textilien-Herstellung. Früher wurden gewebte Tuche mit Indigo blaugefärbt. Dabei färbte sich der Stoff zunächst grün, wurde dann auf großen Wiesen im Dorf (dem sog. Dorfanger) ausgelegt und in der Sonne färbte sich der Stoff dann dunkelblau.

Diese Arbeit wurde in aller Regel montags gemacht, so dass man sagte, die Blaufärber machen montags blau. Dazu kam sicher, dass sie an diesem Tag eben nicht viel mehr zu tun hatten, als die Tuche draußen in der Sonne zu beobachten und ab und zu zu wenden.

Im Museumsdorf Cloppenburg z.B. kann man das prima nachlesen.

Genau diese Erklärung habe ich auch schon oft gehört.

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Traditionell war es in vielen Klein- und Handwerksbetrieben üblich, am Montag nur „mit halber Kraft“ zu arbeiten. Dieser Brauch ist in den vergangenen Jahren aber immer weiter zurückgedrängt worden.

Eine Erklärung bezieht sich auf die Sitte, an Montagen in der Fastenzeit die Kirchen mit blauem oder violettem Tuch zu schmücken. Die Arbeitsfreiheit des Fastenmontags wurde bald auf die anderen Montage des Jahres ausgedehnt.

1520 befahl Herzog Georg der Bärtige von Sachsen, dass kein Handwerker guten Montag halten, ihm auch in der Woche kein Feiertag verlohnt werden sollte. 1531 erneuerte er das Verbot, da sich niemand daran hielt. 1726 veranlasste das Verbot des Blauen Montags in Augsburg einen Aufstand der Schuhknechte, auch die Gesellen in anderen Städten (z. B. in Dresden) wurden aufgefordert, sich anzuschließen. 1731 wurde ein Reichstagsedikt mit einem Verbot erlassen, das 1764 und 1771 erneuert wurde.

Auf den Brauch geht das Sprichwort Montag blau, Dienstag Hunger [1] zurück.

Im Friseurhandwerk ist es auch heute noch üblich, das Geschäft nach dem arbeitsreichen Wochenende am Montag geschlossen zu halten. Ebenso haben die meisten Museen montags geschlossen. In der DDR waren die Bäckereien grundsätzlich montags geschlossen, als Ausgleich für den Samstag, an dem sie geöffnet hatten.

Ich weiß nicht, woher Du diese Erklärung hast, aber sie ist m.E. falsch!

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@UlfDunkel

m.E? Wenn sie falsch ist, gib uns die Richtige Antwort, Klugschnacker! =)

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@Hooliance

Nu man nich so hektisch, Hooliance. Hab ja schon selbst geantwortet.

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@UlfDunkel

Die Herkunft der Redewendung blau machen in der Bedeutung „seiner Arbeit nicht nachgehen, der Arbeit oder Schule ohne triftigen Grund fernbleiben“ ist nicht gesichert, es existieren dazu unterschiedliche Hypothesen:

Entstanden aus dem Ausdruck Blauer Montag für den arbeitsfreien Montag der Handwerker: „Blauen Montag machen“ hätte sich demnach erweitert zu der Bedeutung „nicht arbeiten, der Arbeit fernbleiben“[2][3] Entstanden unter Vermittlung des Rotwelschen aus Jiddisch belo „ohne“. Demnach wäre ein aus belo entstandenes Rotwelsches lo, lau (wie in der Redensart für lau, „für nichts, kostenlos“) in der verstärkenden Form welo, welau („sehr schlecht, sehr böse, sehr schlimm, gar nichts, überhaupt nichts“) zu „blau“ geworden und ein – zwar nicht belegtes, aber postuliertes – rotwelsches blau machen im Sinne von „nichts tun“ in die allgemeine Umgangssprache übernommen worden.[4] In einer von der Sprachwissenschaft nicht vertretenen Erklärungsweise wird angenommen, die Redewendung wäre aus der Praxis des Färberwesens entstanden, speziell der Indigo- oder Waidfärber, die die gefärbten Stoffe in einer letzten Phase des Färbevorgangs an der Luft trocknen lassen, wobei erst in dieser Phase durch Oxidierung die blaue Färbung entsteht. Weil die Blaufärber in dieser Phase mit der Arbeit pausiert hätten, wäre aus dem technischen Vorgang des Blaumachens ein allgemeinsprachlicher Ausdruck für „Nichtstun“ entstanden, und auch der Ausdruck Blauer Montag soll hieraus abzuleiten sein, weil der Montag der übliche Tag für diese Phase des Blaufärbens gewesen sei.

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@Royal

Royal: Es wäre gut, wenn Du bei Zitaten die Quelle mit angäbest. Danke.

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@Royal

Liebe/r Royal,

Ulf Dunkel hat völlig recht: die Urheberrechte müssen unbedingt geachtet werden. Bitte gib künftig die Quellen an, Deine Beiträge werden sonst gelöscht.

Vielen Dank für Dein Verständnis.

Paula vom gutefrage.net-Support

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