Woher kommt das "Prüfungswasser des Herrn"?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Sache mit dem Wasser findest Du genau erklärt bei 4. Mose im 5. Kapitel. Dabei geht es um den Verdacht des Ehebruchs und ein "Verfahren", so eine Sache zu klären. Ab Vers 16 gehts ins Detail. Gruß, q.

Vielen Dank, da gibt es ja wirklich viele Parallelen. Allerdings gibt es auch einige Unterschiede ... so wird dieses Verfahren nach 4. Mose 5 ja nicht bei Männern angewendet. Und von einem "in die Berge gehen" ist da auch keine Rede. Zudem ist Joseph nicht eifersüchtig, sondern er wird von den Schriftgelehrten herbeigezerrt. Das "Eifersuchts-Opfer" kommt bei Jakobus auch nicht vor (na ja, gab ja auch niemanden, der eifersüchtig war). Könnte man das vielleicht mit unzureichender Kenntnis jüdischer Bräuche des Autors des Jakobus-Protevangeliums erklären? Oder ist das vielmehr eine bewusste theologisch defizitäre Ausgestaltung dieses Rituals im Sinne eines versteckten frühchristlichen Seitenhiebs auf die Kultpraxis des Judentums?

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@Gwynplaine

Könnte man das vielleicht mit unzureichender Kenntnis jüdischer Bräuche des Autors des Jakobus-Protevangeliums erklären?

Bingo.

Der Verfasser des Protoevengelium Jacobi hatte keine Ahnung vom Judentum, sonst hätte er z.B. nicht auch schreiben können, dass Maria als Kind bis zum Opferaltar gehen konnte, also durch den "Vorhof der Männer" in den "Vorhof der Priester", statt im "Vorhof der Frauen" zu bleiben. oder andere merkwürdige Dinge wie die mit dem "Reinigungswasser". Am besten vergisst du das Buch, es ist nur Schrott.

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@helmutwk

Aber nicht doch, ich finde es wunderbar unterhaltsam. Außerdem hat mich schon länger der (para)biblische Hintergrund verschiedener katholischer Marientraditionen interessiert, die man auch heute immer wieder vorfindet: Die Eltern Marias, die Familienverhältnisse Josephs, wie Joseph an Maria kam, Jesu Geburtshöhle (statt eines Stalles) und viele weitere Kleinigkeiten, die sich in dem Protevangelium finden lassen. :)

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Sorry, aber in "Gottes Wort" (Joh.17,17) kommt solches Wort nicht vor.

Es könnte sich also um einen Trug (Joh.8,44) des "Gottes dieser Welt" (Offb.12,9) handeln.

Woher ich das weiß:
Recherche

Hallo Gwynplaine,

es ist kein Wunder, dass du in der Bibel dazu nichts finden konntest. Die apokryphen Bücher sind voll von wundersamen Geschichten, von Engelserscheinungen, die in der Form nie stattgefunden haben, sowie voll von okkultistischen Dingen.

Auch kein Wunder, dass Luther bereits die Apokryphen nicht gleichwertig mit der Bibel in seine Bibelübersetzung aufgenommen hat, deutlich abgesetzt von den anderen Büchern.

Gruß Alfred

Die katholische Kirche hat dazu eine andere Meinung. Jedenfalls in Bezug auf die Apokryphen des alten Testaments.

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Die neutestamentlichen Apokryphen (wie auch das Jakobusevangelium) wurden bereits bei der "ersten" Kanonisierung der (katholischen) Bibel aussortiert. Für Luther standen sie also gar nicht erst zur Debatte. Die alttestamentlichen Apokryphen (bzw. deuterokanonischen Bücher) wurden von Luther lediglich deshalb aussortiert, weil sie nicht hebräischen Ursprungs waren. Das war das einzige "Qualitätskriterium", das Luther dazu veranlasst hatte, sie rauszunehmen. Mit dem Inhalt hatte das im Wesentlichen nicht viel zu tun. Die Makkabäerbücher oder Judith und Tobit oder die Psalmen Salomos sind sehr lesenswerte und theologisch interessante Texte.

Es geht mir hier speziell um die Tradition des "Prüfungswassers".

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Logion 6

Oder dieses hier:


Seine Jünger sagten zu ihm:

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Logion 113

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