Woher kommt das Gefühl von Sicherheit. Können wir nicht einfach sicher sein in uns selbst, unabhängig von den Umständen. Ansonsten wären wir ja total abhängig.?

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1 Antwort

Die Frage ist etwas wirr, ich versuch mal zu antworten, hoffe, ich hab sie richtig verstanden:

Das Leben lebt durch Dich - und auch durch den Vogel und die Pflanzen. Woher weiß die Pflanze,wann sie keimen muss? Woher weiß der Vogel, was er zu tun und zu lassen hat? Warum macht er nicht mal Urlaub und brütet ein Jahr nicht? Warum paart sich der Spatz nicht mal mit der bunten Meise? Der Vogel tut, was er tun muß – er "vogelt" (ohne Strichlein), die Ameise tut, was sie tun muss – sie "ameiselt", der Mensch tut was er tun muss – er "menschelt". Leben ist Bewegung, alles in Bewegung ist Leben, so könnte man es grob ausdrücken. Stillstand ist Tod.

Als Menschen mit einer dualen Wahrnehmung sind wir doch überhaupt nicht sicher. Im Gegenteil. Wir wissen irgendwo um den Tod und versuchen unser Leben dagegen zu ver-sichern. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und da beginnt auch der Widerspruch. Wir wissen um unsere Sterblichkeit und sind doch kaum in der Lage, unseren wirklichen Träumen und nicht der Masse zu folgen. Geboren werden, lernen, arbeiten, altern, sterben. Essen, trinken, schlafen..... ewig dasselbe. Daneben schließen wir Versicherungen ab. Eine Lebens-versicherung?! Und Sicherheit macht unfrei. Definitiv.

Du bist totala bhängig von den äusseren Umständen, es gibt keine grenzenlose Freiheit. Du wirst geboren und bist abhängig, vom Atmen, von der Nahrung, der Mutter.... du bist immer abhängig von irgendwas und was Dein Leben mit am meisten bestimmt, das sind die anderen. Die Gruppe. Das kommt aus Dir, denn Du willst kein Einzelgänger sein, Du willst Lob und Anerkennung und Aufmerksamkeit, Du willst Liebe. Du bist abhängig von Deinem Ego. Und zwar so sehr, dass Du keinen Unterschied zwischen "Dir" und Deinem Ego siehst. Ihr seid verschmolzen. Doch Du hast ein Ego, Du bist es nicht. Ein Riesenunterschied. 

Du hast das Wort agieren benutzt. Das ist richtig. Denn wir reagieren nur. Unser ganzes Leben drücken unsere Mitmenschen Knöpfe an uns und wir reagieren. Zornig, nett, höflich, ärgerlich – immer die ewig gleichen Reaktionen – automatisch, unbewusst.Wir denken die ewig gleichen Gedanken. Ich bin zu dick, ich bin zu dünn, ich muss aufhören zu rauchen, ich muss netter sein, ich muss dieses, ich muss jenes – morgen, ja morgen. Um aber agieren zu können (also immer neu bzw. anders, angemessen, immer der Situation entsprechend), musst Du Dir selbst auf die Schliche kommen, wie Du es gesagt hast. Das hat etwas mit dem Bewusstsein zu tun. Es ist alles eine Frage des sich-Bewusst-seins. 

Wenn man einen Schritt zurücktritt (es passiert einfach), dann sieht man, das Leben absolut ist. D.h. alles Leben ist gleichwertig, um einen menschlichen Begriff zu nehmen. Die Bakterie, die Ameise und das Pferd und der Mensch – alle gleich – alles Leben. Alles Bewegung. Und es bewegt sich hierhin und dorthin – nur Veränderung. Und es hört auf und geht über in Nichtbewegung – Stillstand, Tod. Kein gut oder schlecht, keine Wertung.

Der einzigste, der aus „dieser Matrix“ fällt ist der Mensch mit seiner Wahrnehmung, seinem Ur-teilen (gleich dual gleich teilen in zwei). Eine Ameise klagt nicht, die Maus urteilt nicht, sie sind. Der Mensch wehrt sich gegen das was ist. Er passt sich nicht ein, er fügt sich nicht, er akzeptiert nicht ,er will alles zusätzlich verändern. Er kommentiert die Veränderungen in seinem Umfeld, er bewertet sie und versucht dem entgegen zu wirken. 

Von DEM, der dahinten guckt, ist trotzdem alles nur Veränderung. Veränderung ist Veränderung – nichts weiter. Ob gut oder schlecht– das ist die Wertung des menschlichen Egos. Gut für mich – schlecht für mich. Wir liegen ständig im Streit mit dem was ist. Das fängt beim Wetter an und hört beim Partner nicht auf. Akzeptieren ist nicht unser Ding. 

Und Du hast ein Wissen um die Endlichkeit des einzelnen Lebensteilchens. Doch ein Vogel? Wenn man nicht weiß, dass man lebt, kann man dann sterben? Da geht Sein in  Nichtsein über. Mehr nicht. Kein Drama. Nur für uns Menschen. Und warum? Weil wir unbewusst sind, weil wir eigentlich schlafend leben. Und uns am Ende ärgern, am Ende kommen hätte...,würde..., wäre..., wenn... zu spät. Weil wir deswegen das Leben höher schätzen als den Stillstand. Stillstand ist Ruhe, Stille, Unbewegtheit, Frieden. 

Du bist Teil eines grösseren Ganzen, Du bist Teil des Lebens, nicht mehr – aber auch nicht weniger. Hat ES einen Sinn? Nein. Es lebt für sich. Letzlich bist Du nur einTeil einer Inszenierung. Für wen? Für niemanden. Welcher Sinn? Kein Sinn. Wer schaut zu? ES. Nicht zu lokalisieren, nicht zu bestimmen, nicht zu erkennen – nur die Gewissheit in einem Millisekundenbruchteil – da ist was. Und ich meine nicht Gott – der ist eine schöne Geschichte von Ich für Ich.

Nun, die Antwort war wahrscheinlich genauso wirr. Wie Du siehst, bin ich keine Frau der kurzen Worte. Ich kann es nicht richtig in Worte fassen. Es ist nicht fassbar, nicht erklärbar – wenn auch überall sichtbar.

LG

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Kommentar von Seelenflug
03.12.2015, 13:11

Also die Antwort kann ich so schon nachvollziehen. Im Grunde gibt es wohl gar keine Antwort auf meine Frage, sondern sie liegt im Fluss der Dinge. Wenn wir in die Beobachterrolle treten können und uns selbst nur beobachten, dann verwickeln wir uns nicht so in die Dinge und wir folgen einfach nur dem Fluss des Bewusstseins. Wir müssen aber doch wohl erst in dieses Bewusstsein wachsen, in uns wachsen lassen. Ich meine wo sitzt unser Bewusstsein?, ich habe jetzt nochmal nachgedacht und wir tippen ja auf die Herzgegend, wenn wir von uns sprechen. Wir tippen uns nicht an den Kopf oder den Fuss, sondern das scheint allgemein so zu sein, das wir uns auf die Brustmitte tippen. Also scheint dort der Ausgangspunkt zu sein, von was auch immer. Ja ab da wird es dann halt unbeschreiblich, weil es mit Worten nicht hinreichend beschrieben werden kann, sondern nur gefühlt werden kann. Aha, das bin also ich. Und all dies ist in uns gelegt und wir können es nicht bestimmen, wie es da drin aussieht, sondern im nur immer mehr und mehr Aufmerksamkeit schenken. So macht es vielleicht am ehesten Sinn, es scheint ein allgemein gültiges Gesetz zu sein.

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