Woher kamen Hitlers Millionen Wähler 1930?

10 Antworten

Dazu findest du hier einen ganz brauchbaren Artikel, der dir deine Frage beantwortet. Du musst dir allerdings die Mühe machen, ihn zu lesen und dir Notizen machen.

http://hup.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/9/chapter/HamburgUP_Schlaglichter_Hitler.pdf


Als mittelständische Sammelbewegung sahen schon die meisten zeitgenössischen Wahlanalysen den Nationalsozialismus. Genannt seien hier vor allem die Analysen von Werner Stephan, Carlo Mierendorff und Theodor Geiger. In seiner Analyse der Wahlen von 1930, die den bezeichnenden Titel trug Panik im Mittelstand, brachte Geiger seine Hypothese auf die Formel: Was dem erwerbslosen Arbeiter sein Moskau, das ist dem erwerbslosen Angestellten sein Drittes Reich.“


weiter heißt es:

... Buch von Seymour Martin Lipset über den Nationalsozialismus als „Extremismus der Mitte“. Darin steht der berühmte Satz, der idealtypische Anhänger der NSDAP sei 1932 „ein protestantischer Angehöriger der selbständigen Mittelschicht, der entweder auf einem Bauernhof oder in einer kleinen Gemeinde lebt und früher für eine Partei der Mitte oder eine Regionalpartei gestimmt hat“.

1932 waren ca. 6 Millionen in Deutschland arbeitslos. Ein Großteil davon wählte NSDAP, die ihnen Lohn und Brot versprach (ein anderer Teil wählte KPD (= kommunistische Partei), die das ganze kapitalistische System, das als Ursache aller Übel angesehen wurde, abschaffen wollte). Aber auch massenhaft Bürger und Kleinbürger wählten die Hitlerpartei. Sie hatten in der Superinflation von 1923 ihre Ersparnisse verloren (nicht ohne Schuld der Reichsregierung). Dann kam die Super-Deflationskrise ab 1929, ebenfalls angeheizt von der Reichsregierung, diesmal von Reichskanzler Brüning. Der kürzte Löhne und Gehälter, führte neue Steuern ein (z.B. Junggesellensteuer). Die Leute hatte dadurch weniger Geld in den Händen, wodurch die Arbeitslosigkeit zunahm (denn wenn weniger gekauft wird, müssen die Betriebe Angestellte und Arbeiter entlassen ( =Deflation, d.h. Waren sind zwar da, aber es fehlt an Geld, die Waren zu kaufen). Hinzu kamen die Reparationszahlungen an die Siegermächte, wodurch Geld abfloss, das im Inland dringend gebraucht wurde.
Das alles war zuviel für die Deutschen; eine gewaltige Mehrheit von ihnen wandte sich deshalb den radikalen Parteien wie NSDAP und KPD zu, die den Deutschen das Blaue vom Himmel versprachen.


Was heisst "woher kamen?" das waren alles Deutsche!

Aber falls du wissen willst, für welche Parteien sie davor gestimmt hatten, empfehle ich dir diese Seite

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_1930

Da hast du rechts oben die Wahlergebnisse von 1930, und darunter die Abweichungen im Vergleich zur Wahl davor. Daraus kannst du in etwa abschätzen, welche Parteien die 16% verloren haben, die die NSDAP hinzu gewonnen hat. 

Du kannst in dieser Aufstellung auch oben links klicken, dann findest du die Ergebnisse der vorigen Wahl, und daraus kannst du die Entwicklung der verschiedenen Parteien von 1924 bis 1933 ablesen... Verloren haben 1930 vor allem die DNVP (-7,3%), die SPD (-5%, wovon wahrscheinlich 2,5% an die KPD gegangen sind), die DVP (-4%).

falls du wissen willst, was die Abkürzungen bedeuten und welche partei sie darstellen kannst du auch auf die entsprechenden links (Abkürzungen) klicken.

...übrigens waren die Nazis auch eine Jugendbewegung, oder eine Bewegung, mit der junge gegen die Erwachsenen, gegen die etablierten Strukturen aufbegehren konnten, also nehme ich an, dass unter den Jungwählern der Anteil NSDAP-Wähler recht gross war, und dass das auch zum Aufstieg dieser Partei beigetragen hat.

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