Woher kamen Hitlers Millionen Wähler 1930?

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9 Antworten

Dazu findest du hier einen ganz brauchbaren Artikel, der dir deine Frage beantwortet. Du musst dir allerdings die Mühe machen, ihn zu lesen und dir Notizen machen.

http://hup.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/9/chapter/HamburgUP\_Schlaglichter\_Hitler.pdf


Als mittelständische Sammelbewegung sahen schon die meisten zeitgenössischen Wahlanalysen den Nationalsozialismus. Genannt seien hier vor allem die Analysen von Werner Stephan, Carlo Mierendorff und Theodor Geiger. In seiner Analyse der Wahlen von 1930, die den bezeichnenden Titel trug Panik im Mittelstand, brachte Geiger seine Hypothese auf die Formel: Was dem erwerbslosen Arbeiter sein Moskau, das ist dem erwerbslosen Angestellten sein Drittes Reich.“


weiter heißt es:

... Buch von Seymour Martin Lipset über den Nationalsozialismus als „Extremismus der Mitte“. Darin steht der berühmte Satz, der idealtypische Anhänger der NSDAP sei 1932 „ein protestantischer Angehöriger der selbständigen Mittelschicht, der entweder auf einem Bauernhof oder in einer kleinen Gemeinde lebt und früher für eine Partei der Mitte oder eine Regionalpartei gestimmt hat“.

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Was heisst "woher kamen?" das waren alles Deutsche!

Aber falls du wissen willst, für welche Parteien sie davor gestimmt hatten, empfehle ich dir diese Seite

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl\_1930

Da hast du rechts oben die Wahlergebnisse von 1930, und darunter die Abweichungen im Vergleich zur Wahl davor. Daraus kannst du in etwa abschätzen, welche Parteien die 16% verloren haben, die die NSDAP hinzu gewonnen hat. 

Du kannst in dieser Aufstellung auch oben links klicken, dann findest du die Ergebnisse der vorigen Wahl, und daraus kannst du die Entwicklung der verschiedenen Parteien von 1924 bis 1933 ablesen... Verloren haben 1930 vor allem die DNVP (-7,3%), die SPD (-5%, wovon wahrscheinlich 2,5% an die KPD gegangen sind), die DVP (-4%).

falls du wissen willst, was die Abkürzungen bedeuten und welche partei sie darstellen kannst du auch auf die entsprechenden links (Abkürzungen) klicken.

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Kommentar von Accountowner08
14.04.2016, 17:01

...übrigens waren die Nazis auch eine Jugendbewegung, oder eine Bewegung, mit der junge gegen die Erwachsenen, gegen die etablierten Strukturen aufbegehren konnten, also nehme ich an, dass unter den Jungwählern der Anteil NSDAP-Wähler recht gross war, und dass das auch zum Aufstieg dieser Partei beigetragen hat.

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Die Nsdap bekam im März 1933 viel mehr Stimmen, als du behauptest, nämlich 17,2 Millionen oder 43,9 % der STimmen. Sie war damit mit abstand die Stärkste Partei im Reichstag. Und im November 1933 stimmten gar 92% der Deutschen, bei einer Wahlbeteiligung von 95% für die Einheitsliste der NSDAP, aber diese Wahlen waren nicht mehr demokratisch.

Die, die die NSDAP gewählt waren die Uropas und Uromas der meisten heutigen Deutschen, oder ihre Opas und Omas, etc...

Wenn eine Partei bei einer Wahl 44% der STimmen kriegt, ist damit zu rechnen, dass das auch in etwa der Unterstützung der Partei in der Bevölkerung entspricht. d.h. knapp die Hälfte der Deutschen waren 1933 mehr oder weniger engagierte Nazis, und später wurde es wahrscheinlich noch einiges mehr...

KPD = Kommunistische Partei Deutschlands, nehme ich an...

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Kommentar von earnest
14.04.2016, 13:15

Die Frage galt 1930. 

Bei der Reichstagswahl 1930 erzielte die NSDAP 18,3% der Stimmen.

Die März-Wahlen 1933 fanden schon nach der sogenannten Machtergreifung statt und waren keine "freien" Wahlen mehr.

Was natürlich nicht heißt, dass nicht JEDE Stimme, die für die Nazis abgegeben wurde, eine Stimme war, die die Nazi-Barbarei förderte.


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Die Arbeitslosenzahl war etwa 6 Millionen.Soziale Netze gab es nicht was den Namen verdient.Täglich musste  der Arbeitslose zum Arbeitsamt um sein Geld für den Tag abzuholen.Zu der Zeit waren die Kommunisten auch stark wie auch die Nationalsozialisten.Das Besitzbürgertum ahnte nichts was da noch kommt. Sie sympathisierten nach Rechts . Oft wurden bei den wenigen Stellenangeboten der favorisiert der Nazi war.Also zur Zeit der großen Depression bzw. Wirtschaftskrise.In den +1960 ziger Jahren wurde darüber mehr im Fernsehen gebracht. In den Roman: "Kleiner Mann  was nun" wird die Situation sehr gut interpretiert von Hans Fallada.

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1932 waren ca. 6 Millionen in Deutschland arbeitslos. Ein Großteil davon wählte NSDAP, die ihnen Lohn und Brot versprach (ein anderer Teil wählte KPD (= kommunistische Partei), die das ganze kapitalistische System, das als Ursache aller Übel angesehen wurde, abschaffen wollte). Aber auch massenhaft Bürger und Kleinbürger wählten die Hitlerpartei. Sie hatten in der Superinflation von 1923 ihre Ersparnisse verloren (nicht ohne Schuld der Reichsregierung). Dann kam die Super-Deflationskrise ab 1929, ebenfalls angeheizt von der Reichsregierung, diesmal von Reichskanzler Brüning. Der kürzte Löhne und Gehälter, führte neue Steuern ein (z.B. Junggesellensteuer). Die Leute hatte dadurch weniger Geld in den Händen, wodurch die Arbeitslosigkeit zunahm (denn wenn weniger gekauft wird, müssen die Betriebe Angestellte und Arbeiter entlassen ( =Deflation, d.h. Waren sind zwar da, aber es fehlt an Geld, die Waren zu kaufen). Hinzu kamen die Reparationszahlungen an die Siegermächte, wodurch Geld abfloss, das im Inland dringend gebraucht wurde.
Das alles war zuviel für die Deutschen; eine gewaltige Mehrheit von ihnen wandte sich deshalb den radikalen Parteien wie NSDAP und KPD zu, die den Deutschen das Blaue vom Himmel versprachen.


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Schau dir die aktuelle Situation an: Eine Krise führt zur nächsten, die Menschen (gerade in Ostdeutschland) fürchten um ihren Wohlstand und ihre Jobs. 1930 kam hinzu, dass Deutschland sich noch nichteinmal richtig vom 1.WK erholt hatte und auch die "Goldenen 20er" schon vorbei waren. In solchen Situationen muss man nur noch wissen, wie man die Unzufriedenheit der Menschen in Wählerstimmen umwandelt. Denke an Donald Trump oder die AfD: Beide greifen die Sorgen und Ängste der Bürger auf, werben größtenteils mit eher gemäßigteren Parolen und lassen nur immer mal wieder durchschimmern, was für teils absurde Ansichten sie haben.

Hitler machte damals sicher keinen Wahlkampf mit Sloagens, die später unter ihm verwendet wurden. Zunächst warb er damit, die Wirtschaft aus der Krise zu holen. Was er - das muss man eingestehen - auch geschafft hat. Unter Hitler wurden viele Autobahnen gebaut und die Wirtschaft florierte (dank der Waffenindustrie). Hätte man 1930 eine Umfrage unter den Deutschen gemacht, hätte wohl kaum einer (außer vllt den Kommunisten) geglaubt, dass Hitler für Genozid und einen Weltkrieg sorgen würde.

Die KPD ist - wie hier schon mehrfach geschrieben - die Kommunistische Partei Deutschlands. Was Kommunisten sind, muss ich dir aber wohl nicht erklären.

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Stell Dir eine Welt ohne die heutige Medienvielfalt vor. Du hast keine Arbeit und somit kein Geld. Es verspricht Dir jemand eine goldene Zukunft - was würdest Du wählen?

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Meist Kleinbürger, sowie zusätzlich ein Teil der Arbeitslosen.

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Kommentar von Maxieu
15.04.2016, 13:31

Du willst es ja, wie ich aus anderen Beiträgen von dir schließen kann,
nicht wahrhaben, aber auch von den beschäftigten Arbeitern waren mindestens 25% NS-Sympathisanten, wenn man die Erfolge der NSBO bei Betriebsratswahlen zugrunde legt und nicht nur die vergleichsweise niedrige Anzahl ihrer Mitglieder.

Aber auch mit ihren ca. 300.000 Mitgliedern war allein die NSBO etwa 5 x so stark wie die Grünen heute, wenn der Vgl. zur Veranschaulichung gestattet ist.

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Und was ist KPD ???

kommunistische partei deutschlands

Ja auch mit denn Kommunisten haben sich die Nazis um Stimmen gestritten denn Hauptsächlich kamen die Wähler der NSDAP aus denn sogenannten „Kleinbürgertum“, Handwerkern, Arbeiter;Bauern und Teilen des Prekariats.

Allerdings hatten die Nazis auch Anhänger aus allen anderen Schichten der gesellschaft.

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Kommentar von nooppower15
14.04.2016, 00:18

WTF

wer gibt da Pfeil nach unten und wieso?

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