Woher genau kommen Hitzepickel und Sonnenallergie? Kann man vorbeugen?

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7 Antworten

Was ist eine "Sonnenallergie"?

Gehören Sie auch zu den Menschen, die beim Thema Sonne und Sonnenbad an quälenden Juckreiz, Bläschen oder Quaddeln denken? Im Volksmund werden diese Erscheinungen unter dem Begriff der "Sonnenallergie" zusammengefasst. Dahinter stecken verschiedene Erkrankungen, die nicht unbedingt allergische Ursachen haben:

Polymorphe Lichtdermatose (PMD)

Mallorca-Akne

Photoallergische Reaktionen

Polymorphe Lichtdermatose (PMD)

Die häufigste (90 Prozent) aller "Sonnenallergien" tritt bevorzugt auf Hautpartien auf, die noch nicht an die Sonne gewöhnt sind (Ausschnitt, Schultern, Nacken, Streckseiten der Arme). Meist äußert sich die PMD mit Quaddeln, juckende Flecken oder Bläschen.

Am häufigsten sind junge, hellhäutige Frauen davon betroffen. Da die PMD unterschiedliche Erscheinungsformen (Polymorpie) hat, kann man nicht genau vorhersehen, wann Sie auftritt. Oft verschwindet der Ausschlag nach ungefähr ein bis drei Wochen Sonnengewöhnung, oder er tritt nur im Urlaub im Süden auf.

Verantwortlich für diese Hauterscheinungen ist die UVA-Strahlung. Durch sie entstehen in der Haut reaktive Sauerstoffverbindungen (Radikale). Die gesunde Haut enthält eine Vielzahl von Schutzmechanismen um diese Verbindungen abzufangen und zu neutralisieren. Bei Menschen, die unter PMD leiden, scheinen diese Schutzmechanismen zu versagen. Es kommt zu einer vestärkten Immunreaktion und damit den unangenehmen Bläschen.

Zur Vorbeugung wird die Einnahme des Antioxidanz Betacaroten (Provitamin A) empfohlen, da es die Radikale neutralisieren kann. Man startet rund einen Monat vor Antritt der Reise mit einer Dosis von 75 bis 100 Milligramm, nach zwei Wochen wird auf 50 Milligramm reduziert. Diese Dosis sollte auch während des Urlaubs eingenommen werden. Achten Sie darauf, dass Präparate mit Betacaroten ausreichend hoch dosiert sind. Unwichtig ist, ob das Betacaroten aus natürlichen Quellen stammt oder künstlich hergestellt wurde. Echte Arzneimittel sind Nahrungsergänzungsmitteln mit Betacaroten vorzuziehen, da sie speziell für die Behandlung von Hauterkrankungen getestet wurden. Für Raucher ist hochdosiertes Betacaroten wegen erhöhter Lungenkrebsgefahr nicht geeignet.

Wichtig ist auch die Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem UVA-Schutz. In Tests schnitten Produkte mit dem Lichtschutzfilter Mexoryl am besten ab. Gut sind auch Sonnenschutzprodukte mit zusätzlichem Antioxidantien, wie Glycosylrutin, Vitamin E oder C. Es ist sinnvoll normale Körpercremes mit solchen Antioxidantien bereits zwei Wochen vor dem Urlaub anzuwenden, da die Haut diese Schutzfaktoren speichern kann.

Die Wirkung von Kalzium-Präparaten zur Vorbeugung ist nicht gesichert. Trotzdem gibt es einige Betroffene, die darauf schwören. Besser belegt ist die Einnahme von Antihistaminika, wie sie auch bei Heuschnupfen gegeben werden.

Bei starken Beschwerden kann zur Gewöhnung der Haut an das Licht eine stufenweise Lichttherapie beim Hautarzt sinnvoll sein.

Mallorca-Akne

Diese Form betrifft etwa 5 Prozent der Sonnenallergiker. Die durch das UV-Licht gebildeten Radikale reagieren mit fetthaltigen Inhaltsstoffen von Sonnenschutzpräparaten, Körperpflegemittel oder dem körpereigenen Talg. Dadurch wird eine Entzündungsreaktion in den Haarfollikeln ausgelöst. Auf der Haut - meist im Dekolleté - entstehen kleine akneartige Knötchen. Am häufigsten sind junge Menschen mit eher fetter Haut und mit einer Neigung zu Akne betroffen.

Zur Vorbeugung empfiehlt sich die Verwendung von Sonnengelen mit einem hohen UVA- Lichtschutz. Gele sind fettfrei. Allerdings können sie deshalb auf der Haut ein wenig spannen.

Vorsicht: Der Zusatz "hypoallergen" auf der Packung bedeutet nur, dass die Inhaltsstoffe auf ihr eigenes Allergiepotential getestet wurden. Wichtig sind Angaben wie, fettfrei oder Gel. Außerdem sollte man in den Wochen, in denen man das Sonnenbad ausgiebig genießen möchte auch andere fetthaltige Pflegemittel, wie Körperlotionen oder Après-Produkte meiden und auf fettfreie Mittel umsteigen.

Photoallergische Reaktionen

Manche Stoffe bilden durch Reaktion mit dem Sonnenlicht Abbauprodukte, die Allergien oder Hautverfärbungen auslösen können.

So kann nicht nur die Einnahme von Arzneimitteln (z.B. Antibiotika, entzündungshemmende Medikamente, Entwässerungsmittel, Johanniskraut) zu solchen Erscheinungen führen. Auch der Kontakt mit manchen Pflanzen (Sellerie, Petersilie, Zitrusfrüchte, Saft des Feigenbaums, Bärenklau) ruft photoallergische Reaktionen hervor. Parfüms oder sogar einige unparfümierte Cremes, können Sie ebenfalls empfindlich auf die Sonne reagieren lassen.

Sollten Sie dauerhaft Arzneimittel einnehmen müssen, klären Sie vor Ihrem Urlaub ab, ob es Probleme mit der Sonne geben kann.

Bei bekannten Allergien auf die chemischen Filter der Lichtschutzpräparate, empfiehlt es sich die Verwendung von Sonnenmitteln mit ausschließlich mineralischen Filtern, den Mikropigmenten wie Titandioxid oder Zinkoxid. Auf dem Markt gibt es mittlerweile eine größere Auswahl an Sonnenschutz mit Mikropigmenten.

Soforthilfe

Hat es Sie bereits erwischt, können Sie den quälenden Juckreiz mit kühlenden Antihistaminika- oder rezeptfreien Kortison-Gels lindern. Antihistaminika wirken schneller, aber nicht so stark. Kortison wirkt stärker, aber nicht so schnell. Die neuen rezeptfreien Kortison-Gele sind kurzfristig angewandt gut verträglich.

Redaktion Melanie Iris Zimmermann, Apothekerin

Aktualisierung 11.09.2006

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Wollte noch dazu schreiben: Zwar ellenlang aber gute Information, da es sich um mehrere Ursachen handeln kann

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Hallo,

wir haben ein Produkt gegen Hitzepickel entwickelt, welches speziell für den Einsatz am PC gedacht ist. Wenn Sie lange Zeit am PC arbeiten und Probleme mit Hitzepickel an den Unterarmen haben, kann Ihnen sicherlich Tipprelax helfen. http://www.tipprelax.de Probieren Sie es aus. Für Fragen stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung. Viele Grüße Sarah Schulz

ein sehr guter tipp meiner freundin ging es genau so wie dir dusche dich im sommer immer mit kernseife ab( bekommst du in jeder drogerie) das half bei ihr auch! Aber du musst es auch wirklich regelmäßig tun! LG

So und nun mal ganz kurz. Das betrifft häufig Menschen, welche unter Herpes leiden und zu rasch zuviel Sonne aufnehmen, denn auch die Sonne kann das Immunsystem schwächen. Calcium-Brause hilft da recht gut. Antihistaminika nur in Salbenform, denn Tabletten machen rasch müde.

Hitzepickel können ganz viele Ursachen haben, aber mit Vitamin C kann man ihnen schonmal vorbeugend entgegenwirken. Zudem sind die Materialien der Kleidung manchmal Auslöser von Hitzepickeln - hier sind ein paar Tipps zusammengefasst:

http://www.gutefrage.net/video/hitzepickel-richtig-vorbeugen

Die Mittagssonne meiden und sich mit Sonnencreme schützen.

da bleiben wohl keine fragen mehr offen... :-)

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