Woher bekommen Beamte ihre Pension? Wird sie auch aus der Rentenkasse gezahlt?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo ProfDrMedBecker,

Sie schreiben:

Woher bekommen Beamte ihre Pension? Wird sie auch aus der Rentenkasse gezahlt?

Antwort:

Die Beamtenpensionen werden auf gar keinen Fall aus der "DRV - Rentenkasse" bezahlt!

Dies ginge nur mit einer Grundgesetzänderung!

Die Beamtenversorgung liegt in erster Linie im Verantwortungsbereich des Bundes und der Länder!

Die Kostenbelastung für die Beamtenversorgung ist astronomisch und wird den deutschen Staatshaushalt in den nächsten Jahren noch stärker in die Bredouille bringen!

https://de.wikipedia.org/wiki/Pension_(Altersversorgung)#Nachhaltige_Finanzierung_der_Versorgung

Auszug:

Nachhaltige Finanzierung der Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gesetzgeber hat bei den Rentenkassen mit dem teilweisen Übergang vom Umlageverfahren auf eine kapitalgedeckte Versorgung (Riester-Rente) auf die demographische Entwicklung reagiert. Durch die Begrenzung der Ausgaben für Rentenzuschüsse sollte der Bundeshaushalt über eine Generation hinweg um insgesamt 1.800 Milliarden Euro entlastet und die Nachhaltigkeitslücke der Rentenversicherung geschlossen werden.

Für die öffentlichen Haushalte stellen auch die Pensionen eine beachtliche Belastung dar. Wie Bernd Raffelhüschen u. a. in einer Studie 2005 berechnete, betragen die Barwerte der Pensionslasten der Länder 1.797 Milliarden €[13] und sind damit größer als die Gesamtverschuldung der öffentlichen Haushalte. In verschiedenen Bundesländern werden Anstrengungen unternommen durch Einrichtung von Pensionsfonds für neu eingestellte Beamte die Versorgungsausgaben zu sichern. Eine Entlastung der Haushalte ist allerdings erst zu erwarten, wenn die neu eingestellten Beamten in Pension gehen. Die Versorgungs-Steuerquote wird von 2001 (ca. 10 %) in vielen Bundesländern auf über 20 % im Jahre 2020 steigen, im Stadtstaat Hamburg wird sogar jeder vierte Euro der Einnahmen zur Finanzierung der Pensionen ausgegeben werden. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Hansestadt seit etwa Anfang der achtziger Jahre nicht mehr in die Beamtenpensionskasse eingezahlt und somit keine Rücklagen gebildet hat. Die Pensionen müssen deshalb über Kredite finanziert werden, was die Kosten erhöht.

Rheinland-Pfalz hat bereits 1996 einen Pensionsfonds eingerichtet, der zukünftige Pensions- und Beihilfeleistungen abdecken soll. Zwischen 27,7 % und 38,8 % der Besoldungsausgaben für neu eingestellte Beamte werden zusätzlich einem kapitalgedeckten Fonds zugeführt, für ältere neu eingestellte Beamte erhöht sich der Prozentsatz ab 45 bzw. 50 Jahren um 50 oder 100 %. Bis 2004 sind die zukünftigen Ausgaben von 20 % der Landesbeamten durch den Pensionsfonds abgedeckt.

Allerdings hat sich im gleichen Zeitraum die Pro-Kopf-Verschuldung erhöht. Die zusätzlichen Mittel mussten durch Neuverschuldung erbracht werden und stellen zunächst keine nachhaltige Entlastung des Haushalts dar. Dies zeigt, dass insbesondere für die Bundesländer mit ihrem hohen Personalbestand an Beamten die nachhaltige Finanzierung der Versorgung in Frage gestellt ist.

Fazit:

Die Finanzierung der Renten in der "DRV" ist schon eine sehr große Herausforderung!

Die zukünftige Finanzierung der Beamtenpensionen gleicht dagegen einer Apokalypse!

Die Gründe für dieses Dilemma liegen in der historischen Vergangenheit!

http://www.uni-speyer.de/files/de/Forschung/Publikationen/Dissertationen/WaltherSteffen.pdf

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Und weil die Beamten überproportional im Bundestag vertreten sind und alle Minister, Präsidenten und Kanzler Beamte sind, wird sich nur schwer etwas ändern. Aber die Österreicher haben es doch geschafft!

1

Eine Beamter bezieht im Alter ein Ruhestandsgehalt (gemeinhin als Pension) bekannt..

Er hat mit seinem Dienstgeber einen Vertrag auf Lebenszeit. In diesem ist auch die Höhe der Alimentation geregelt.

Nein, es ist ein separates System, völlig unabhängig von der gesetzlichen Rentenversicherung (Überschneidungen höchstens mal bei z.B. Versorgungsausgleich oder durch anrechenbare Zeiten aus einem vorhergehenden Arbeitsverhältnis). das Ruhegehalt leistet der Dienstherr. Theoretisch finanziert sich dieses System durch Rückstellungen. In der Praxis klappt das aber wohl nicht ganz so wie es gedacht war. Aber ist ja bei der gesetzlichen Rente auch nicht anders.

da gibt es keine rückstellungen da keine beiträge dafür gezahlt werden. es kommt aus der selben quelle wie das einkommen vorher - also aus steuermitteln

0
@martinzuhause

Schon klar. Aber es geht ja um das abweichende System.

Rückstellung in dem Sinne, dass der Beamte im Verleich zum Arbeitnehmer in vergleichbarer Position ein deutlich geringeres Brutto bekommt. Das ist eben so, weil der Beamte nicht der Versicherungspflicht in der Sozialversicherung unterliegt. Er kann ja nicht arbeitslos werden, bekommt Ruhegehalt vom Dienstherrn und ist auch frei in der Krankenversicherung  (obgleich natürlich trotzdem Versicherungspflicht besteht, die Beihilfe deckt nur einen Teil der Kosten ab). Für den Arbeitnehmer zahlen Arbeitgeber - und Arbeitnehmer Beiträge in die Rentenversicherung. Beim Beamten sind dafür mit eben jenem Betrag den der Dienstherr nicht mit dem Brutto "auszahlt", da keine Pflicht in der Rentenversicherung, Rückstellungen für die spätere Beamtenversorgung zu bilden.

Wenn du dir das mal optisch verdeutlichen willst, dann schau dir mal die Besoldungstabelle eines Beamten an und vergleiche diese mit dem Bruttogehalt eines Arbeitnehmers vergleichbarer Entgeltgruppe und Stufe aus dem öffentlichen Dienst.

0

Allerdings hat man seit Jahrzehnten "vergessen", diese Rückstellungen auch tatsächlich zu bilden. Vielmehr hat man sich darauf verlassen, dass diese Kosten bei einer wachsenden Wirtschaft, von der arbeitenden Bevölkerung geleistet werden kann.

Leider funktioniert das bei einer sinkenden Bevölkerung und gesteigerter Lebenserwartung nicht mehr.

2
@DerHans

Deswegen ja "theoretisch" und "klappt wohl nicht ganz so wie es gedacht war".

Aber gerade bei diesem Hintergrund muss einem doch erst recht einleuchten wie unklug es wäre alle Beamten jetzt in die gesetzliche Rentenversicherung zu überführen.

Aber so ist das halt, die Leute sehen nur das Lehrerhepaar im Ruhestand mit dem neuen SLK, den sich die Verkäuferin nach 40 Jahren Teilzeit bei Lidl trotzdem nicht leisten kann, liest im Internet wie unglaublich überbevorteiligt alle Beamten doch sind und schreit erst mal unfair. Aber wirklich mal so richtig damit befassen will sich dann doch niemand.

0

Dürfen Beamte mit 55 Jahren in Pension?

Kann jeder Beamter mit 55 Jahren in den Ruhstand gehen ? Oder ab wann ?

...zur Frage

Findet Ihr es okay, dass Beamte Pensionen kassieren, aber nicht in die Rentenkasse einzahlen?

...zur Frage

Ärger mit der Rentenkasse - benötige Rat?

Hallo. Kurz zu meiner Lage. Ich bin 23 Jahre jung und beziehe befristete Erwerbsunfähigkeitsrente. Ich habe versucht über das Arbeitsamt wieder ins Arbeitsleben zu finden, was aber nicht funktionierte, denn "Sie bekommen ja noch Geld von der Rentenkasse, warum sollten wir für Sie eine betreute Ausbildung bezahlen?-Immerhin würde sie sehr viel kosten". Also wurde mir geraten mich an die Rentenkasse zu wenden. Dort schickte ich mit samt Befundberichten (diese sind positiv zu werten) einen Antrag auf "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben" (Reha) ein.

Nach 6 Monaten Funkstille schickten sie mir wieder den gleichen Brief: Sie brauchen einen Befundbericht meiner Psychiaterin. Ich schrieb diese an und fragte, wozu ein weiterer nötig ist. Immerhin war ich bei meiner Psychiaterin seit der Antragsstellung nicht mehr (Bin mittlerweile von dem Psychopharmaka los, daher keine Termine). Als Antwort kam heute ein Brief, dass der alte Befundbericht nicht genügen würde.

Ich habe es satt. Ich bin 23 Jahre jung, versuche selbst, dass ich wieder den Einstieg finde. Bezahle mit der Leistung der EU-Rente ein Fernstudium, damit ich dann eine bessere Chance habe, als mit meinem aktuellen qualifizierten Hauptschulabschluss. Dies schrieb ich der Rentenkasse auch. Auch, dass meine Psychiaterin nichts anderes schreiben kann, als wie beim letzten Bericht, da ich nicht mehr bei ihr war.

Sie wollen jetzt innerhalb von 10 Tagen den Befundbericht, ansonsten wird mein Antrag abgelehnt. Problem dazu ist auch, dass die Wartezeit auf einen Termin bei mindestens 2 Monaten liegt.

Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich hab das Gefühl, als wollen sie mich vertrösten. Wenn die zugeschickten Befunde schon nicht genügt haben, warum schicken sie mich nicht zu einem anderen Psychiater, der das "testen"/feststellen soll bzw. seine Einschätzung abgeben könnte? - Zum Folgeantrag (was dem Moment der Antragstellung auf Teilhabe im Arbeitsleben überschneitet) schickten sie mich ja auch dann anschließend nochmal zu einem "externen" Psychiater.

Mir wurde schon gesagt, dass es wohl sehr schwer ist, aus der Erwerbsunfähigkeitsrente rauszukommen, da die Reha-Maßnahme viel Geld kostet. Aber bin ich denn nur eine Nummer im Aktenschrank?

Ich bitte um Antwort/Rat, da ich nicht mehr weiter weiß und leider keinen im meinem Umfeld hab, der mir da weiterhelfen kann.

Ich danke!!

...zur Frage

Wieviel Prozent fließen vom Bruttolohn in die Rentenkasse?

Wenn man so einen Bruttolohn von 2200€ hat. Wieviel fließen davon in die Rentenkasse? Wieviel würde man dann mit 65 bekommen? Wenn man immer durchgearbeitet hat?

Danke

...zur Frage

Wenn man nach Österreich auswandert, wird die Rente erhöht?

Wenn man von Deutschland nach Ungarn auswandert, bekommt man weniger Rente. Wenn man aber in ein Land wie Österreich auswandert (wo die Renten höher sind) werden sie dann auch erhöht/angepasst?

Freue mich auf eine Antwort :-)

Laura

...zur Frage

Ist die Rente gerecht?

Ist die Rente gerecht? Warum ist die Pension von Beamten ohne das sie etwas eingezahlt haben bis zu dreimal Höher als die Rente von Angestellten. Warum bekommen Arzte im Ärtze im Ärtzlichen Versorgungswerk Circa 4 mal mehr Rendite als ein Angestellter bei der staatlichen Rentenkasse?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?