wofür gibt es Melderegister?

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4 Antworten

Klar können die Adressen ermittelt werden, aber nicht von Dir oder deinen Notar, könnte ja jeder kommen um meine Daten abzurufen und mit diesen Daten anschl. Unfug treiben (Werbung an mich schicken ohne vorherigen Geschäftskontakt, Internetbestellungen...). Das nennt man Datenschutz.
Bei rechtl. Problemen wird die Adresse den Personen mitgeteilt die diese auch benötigen. Dein Notar gehört nicht unbedingt dazu. Kommt auch darauf an um was es geht. Bei Erbschaften bekommt das z.B. das Nachlassgericht die Adresse des Erben, bei Anzeigen die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft.

Es gab mal eine Zeiten da konnte sich jeder die Daten gegen Gebühr holen (diese Zeiten sind zum Glück vorbei). Adresshändlern und Werbetreibenden haben mit diesen, auf Kosten von uns Bürger, damit Geld verdient.

Die Frage lautet also: Worin liegt dein Interesse an diesen Daten?

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gastzugang2016 16.02.2016, 10:44

Es geht um eine Erbsache. Ich habe einen Anwalt und eine Notarin. Und werde trotzdem von der Notarin gebeten, die Adressen zu besorgen, obwohl ich diese nicht weiss. Das macht mich ja so stutzig, weil ich der Notarin eine Vollmacht für die entsprechende Stadtverwaltung gegeben habe......ich warte allerdings noch auf die Antwort vom Anwalt. Bin aber sehr nervös wegen dieser Angelegenheit, deshalb die Frage hier....

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KeinenDunst 16.02.2016, 12:35
@gastzugang2016

ok, das wird jetzt komplizierter.

Du hast einen Anwalt und Notar.
Es handelt sich um fremde Leute.

Also eine Erbverzichtserklärung kann es nicht sein (fremde Leute).

Hast Du einen Erbschein beantragt?
Einen Erbschein beantragen kann der Erbe oder jeder Miterbe, auch der Testamentsvollstrecker oder der Nachlassverwalter.  Wer also der Meinung ist, dass er Erbansprüche hat, kann einen Erbschein betragen. So erfährt er auch am ehesten, ob er erbberechtigt ist. Zuständig für die Erteilung eines Erbscheins ist das Nachlassgericht. Sachlich zuständig ist das Amtsgericht, örtlich das Amtsgericht, in dem der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz hatte.

Im Antrag auf den Erbschein müssen folgende Angaben gemacht werden:
- Die Zeit des Todes des Erblassers
- das Verhältnis zum Erblasser
- ob und welche Personen vorhanden sind oder vorhanden waren, durch die er von  der Erbfolge ausgeschlossen oder sein Erbteil gemindert werden würde
- ob und welche Verfügungen des Erblassers von Todes wegen vorhanden sind
- ob ein Rechtsstreit über sein Erbrecht anhängig ist

Falls die Entscheidung aufgrund fehlender Unterlagen oder sonstiger Zweifel nicht getroffen werden kann wird vom Gericht eine Nachfrist gesetzt. Ist auch danach keine zweifelsfreie endgültige Entscheidung möglich, wird oft ein Vorbescheid erlassen.Der Erbschein weist die darin bezeichneten Personen als Erben aus.

Personen, die nur einen Pflichtteil oder ein Vermächtnis beanspruchen können, haben kein Recht, einen Erbschein zu beantragen. Die Forderung des Pflichtteils muss man an die Erben richten. Diese müssen genaue Auskünfte über den Nachlass erteilen. Hast Du die Adressen der Erben nicht reicht auch die Adresse des Testamentsvollstreckers (wieder sind wir beim Nachlassgericht, das Amt des Testamentsvollstreckers beginnt erst mit dessen Annahme, die dem Nachlassgericht gegenüber zu erklären ist). In diesem Fall geht die Post über den Nachlassverwalter.

Wenn Du also z. B. einen Pflichteil eines Erbes einklagen willst (z.B. bei einen Eheähnlichen Verhältnis...) wird das Nachlassgericht allen Beteiligten nach der Testamentseröffnung eine Fertigung des Protokolls zusenden. Dafür reichen Namen und Geburtstag, das Gericht bekommt die Adresse auf jeden Fall vom Melderegister.
Entscheidet das Nachlassgericht zu deinen Gunsten hast Du auch das Recht, zur Feststellung der Forderungshöhe, umfangreiche Auskünfte bezüglich des Nachlasses vom Erben fordern lt. § 2314 BGB. Wenn mehrere Erben eine Erbengemeinschaft darstellen, kann der Pflichtteilsberechtigte von jedem beliebigen Miterben diese Auskünfte einfordern.
http://www.erbrecht-heute.de/Pflichtteil-einklagen.html

Auch für die Anfechtung ist das Nachlassgericht zuständig (das macht dein Anwalt), auch hierfür benötigst Du nicht die Adresse der anderen Erben.
http://www.erbrecht-heute.de/Anfechtung-Testament.html.
http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/testament/testament_12.html

Wird das Testament für unwirksam erklärt tritt die Familienerbfolge in Kraft. http://www.erbrecht-heute.de/Familienerbfolge.html

Eigentlich reicht es wenn dein Notar und dein Anwalt die Daten des Testamentsvollstreckers hat. Diese Daten hat das Nachlassgericht, dein Anwalt bzw. Notar erhält diese Daten.

Sorry das ich etwas mehr geschrieben habe, aber ohne genaue Infos ist das nicht so einfach. Ich hoffe Dir damit geholfen zu haben dein Ängste etwas zu lindern. Deutsches Erbrecht ist halt nicht so einfach.

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gastzugang2016 16.02.2016, 20:14
@KeinenDunst

Uff, das sind ja Informationen.....vielen, vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen. Wollte natürlich nicht so sehr ins Detail gehen (ich werde leider nur mit dem Nachlassinsolvenzgericht zu tun haben). Aber wie ich das sehe, werden sich die entsprechenden Instanzen die Adressen ja wohl besorgen können oder sehe ich das falsch?

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Für die Bekanntgabe der Adressdaten musst du ein berechtigtes Interesse nachweisen! ZB dass du der Gläubiger dieser Person bist.

Und zwar für jede Person einzeln.

Ansonsten dürfen die Daten nicht weiter gegeben werden! Der Adresshandel würde sich da freuen, wenn das so einfach wäre!

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Wenn die zu ermittelnde Person der Weitergabe seiner Meldedaten Widersprochen hat geht das nur über Gericht.

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Das Melderegister ist eher fürs Land/den Staat um zu sehen wer, wo gemeldet ist und nicht für Privatpersonen.

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