Wofür die Todesstrafe?

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13 Antworten

Ist ja ein Tabuthema, und die Argumente absehbar:

1 - kann ja Unschuldigen treffen

2 - ist unchristliche / unzivilisiert / unmenschlich

3 - keine Strafe / keine Abschreckung ist gemeint

4 - steht ja im Grundgesetz dass die TS abgeschaft ist

Ich denke, niemand würde heutzutage jeden Mord mit der TS ahnden, auch die Hochverrat Diskussion nehme ich nicht ganz ernst, das wäre was für Erdogan oder Adolf (huch jetzt habe ich beide in einem Satz erwähnt .. )

Es gibt aber Fälle, das sehe ich nicht ein, dass solche Subjekte auf Kosten der Allgemeinheit in teuren Sicherheitsgefängnissen sitzten, währen wir über Stellen und Gehälter für Krankenpflege oder Einschränkungen von Krankenkassenleistungen, Sozialhilfe etc reden. Ist es da wirklich so abwegig, zu sagen: nein, der hat nicht nur das Recht auf Freiheit verwirkt (auch ein Menschenrecht, per Gesetz nach unserem Grundgesetz einschränkbar, bis zum lebenslangen Gefängnis/Sicherheitsverwahrung)

Wenn man die  TS nur für besonders schwere Fälle einführen würde, mehrfacher Mord, Grausamkeit, jegliches Fehlen von Emphatie, kriminelle Energie (Mehrfachstrafttäter, organisiertes Verbrechen), dann würde ich das für ok halten.

Dann hätte ich ein paar Gegenargumente:

1 - nein, Indizienprozess ausgeschlossen, nur Mehrfachtäter, Terristen, Schwerstverbrecher

2 - ist ein lebenslanges Einsperren etwa human ? Hat es in irgendeinem 
Staat vor 100 Jahren keine TS gegeben .. oder in der christlich beherrschten Gesellschaft ? Oder wird in der Bibel die TS als solche verurteilt ?

3 - keine Kosten, keine Agitation aus dem Gefängnis wie bei Brevik, keine Befreiungsversuche oder Geiselnahmen zum Austausch wie bei der RAF .. wäre für mich schon Grund genug, ein besseres Gefühl zu haben diese Verbrecher auf dem Friedhof zu wissen.

4 - Tja, gehört aber nicht zu den unabänderlichen, Artikel 102 GG kann mit 2/3 Mehrheit auch geändert werden. Was übrigens schon mal versucht wurde. ... 1952 .. also rechtlich wäre es möglich .. politisch natürlich ganz undenkbar ... 

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/40767465_kw40_todesstrafe_kalenderblatt/209552

DummheitsFeind 02.08.2017, 18:21

Auch wenn ich diese Meinung nicht teile, führst du einige gute Argumente an. Klar ist, dass die Todesstrafe ein rein moralisches Problem darstellt. Natürlich ist es hierbei auch legitim für die Todesstrafe zu argumentieren, keine Frage. Du begründest deine Meinung - im Gegensatz zu vielen Befürwortern der TS - auch sachlich und nachvollziehbar. Danke dafür.

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Für gar keins.

Jedoch sollte jemand der vorsätzlich einen Mord begeht dem eine besondere Schwere der Schuld vorzuwerfen ist, nicht das Recht haben irgendwann seine Freiheit wiederzuerlangen, zumindest sollte dies fast unmöglich sein.

Für die John Does dieser Welt

https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_(Film)

wie die Lebach-Mörder, Kinderschänder, notorische Vergewaltiger unter Berücksichtigung der jeweils vorliegenden Umstände, die zur Tat/ zu den Taten geführt haben.

Zitat aus Wikipedia


Nachträgliche juristische Bedeutung wurde dem Kriminalfall dadurch zuteil, dass ein 1972 vom ZDF produziertes zweiteiliges Dokumentarspiel zum Thema auf Ersuchen der Täter durch das Bundesverfassungsgericht im sogenannten Lebach-Urteil ein Sendeverbot erhielt, um u. a. eine Resozialisierung zu ermöglichen.


Da krieg ich die Krise, wenn ich sowas lese! Wer resozialisiert denn die Opfer????

Und bevor wieder schlaue Sprüche kommen: Seid froh, wenn ihr es nie erleben müsst, wenn es eine(n) eurer Lieben trifft, die von solchen nicht gesellschaftsfähigen Individuen (Menschen sind das für mich nicht) verletzt oder getötet werden.

Wen das Leben seiner Opfer nicht interessiert, kann auch für seines kein Interesse erwarten. Die Obrigkeit aber hat die Aufgabe, die Bevölkerung vor diesem Pack zu schützen.

LustgurkeV2 02.08.2017, 17:27

Deine klaren Worte sind eine Wohltat.

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Für keine. Meiner Meinung nach, stellt man sich durch das Vollstrecken der Todesstrafe auf die gleiche Stufe, wie der Täter. Das hört sich in meinen Ohren nicht richtig an.

Noch dazu besteht immer das Risiko, einen nur vermeintlich schuldigen hinzurichten. Sollte man auch nur einen einzigen Unschuldigen erwischen, wiegt das meiner Ansicht nach schon mehr als alle Schuldigen, die "zu Recht" hingerichtet werden.

Linn88 02.08.2017, 16:59

Weil ein Vergewaltiger zum Beispiel das Leben einer Frau/ eines Kindes für immer (seelisch) zerstört hat. Das ist genauso Mord. 

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Kuro48 02.08.2017, 17:00
@Linn88

Und wir bestrafen einen Mörder indem wir morden? Doppelmoral.

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DummheitsFeind 02.08.2017, 17:00
@Linn88

Das rechtfertigt wiederrum den Mord an dieser Person? Inwiefern ist man dann besser als derjenige? Macht in meinen Augen keinen Sinn.

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Für sämtliche Taten die einer menschlichen Seele schwere Schäden zufügt. Natürlich nur wenn da Vorsatz hinter steckt.

So ungefähr.

Wer einen anderen Menschen ermordet, ist ein Verbrecher. Da ist es unerheblich, ob man eine Hinrichtung in sehr schwerwiegenden Fällen für verdient hält, da kein Mensch sie ausführen darf.

Ich bin absolut gegen die Todesstrafe, weil ich finde, dass es keinem Menschen zusteht über das Leben eines anderen zu verfügen, wenn dieser nicht direkt dein Leben bedroht.

vorsätzlichen ,eindeutig bewiesenen mehrfachmord .

wenn überhaupt !


Für keines. Die Todesstrafe ist und bleibt ein barbarischer Akt, daran ändert auch das schlimmste Verbrechen nichts.

Es ist übrigens auch bewiesen, dass die Todesstrafe in Sachen Verbrechensprävention vollkommen wirkungslos ist.

Jeder, der die Todesstrafe befürwortet - für was auch immer - muss in letzter Konsequenz bereit sein, diese auch selbst umzusetzen, also einen Straftäter hinzurichten.

Was ist er dann ?

Ganz einfach - ein Mörder.

Die Todesstrafe ist niemals gerechtfertigt.

Für gar keins.

Für Fahnenflucht und ggf. noch für Landes- und Hochverrat. In allen anderen Fällen absolut nicht.

Destranix 02.08.2017, 16:56

Selbe antwort wie bei dem Beitrag von Leberkaser:

Hochverrat ist nichts anderes als das wiederstreben gegen eine Ideologie.

Wenn man deswegen aufgrund dieser Ideologie tötet, dann ist das Mord wie bei den Nazis!

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tryanswer 02.08.2017, 17:01
@Destranix

Hochverrat ist durch das Strafgesetzbuch ziemlich genau definiert und hat mit Ideologie nicht das geringste zu tun. Es handelt sich dabei um einen Gewaltakt gegen die Verfassung oder die territoriale Integrität der Bundesrepublik oder eines der Länder.

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Destranix 02.08.2017, 17:03
@tryanswer

Hochverrat = Verbrechen gegen die Verfassungsmäßife Ordnung eines Staates.

Und eine Verfassung folgt einer Ideologie.

Bei uns ist es die Ideologie des freien-demokratischen Rechtsstaats.

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tryanswer 02.08.2017, 17:07
@Destranix

Und den freien-demokratischen Rechtsstaat hältst du nicht für so schützendswert, daß man dazu alle zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen sollte?

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Destranix 02.08.2017, 17:12
@tryanswer

Nein, sollte man nicht!

ein freier-demokratischer Rechsstaat ist zwar gut, sehr gut sogar.

Aber bei weitem keinen Mord wert.

Erst recht nicht gegen Freidenker!

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Destranix 02.08.2017, 17:16
@Destranix

Außer dadurch können, wie bei meiner Antwort geschrieben, Mehr Leutre gerettet werden, die zusammen einen höheren Nutzen für die Menschheit haben, als der ermordete.

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tryanswer 02.08.2017, 17:16
@Destranix

Ein Mord wäre es schon allein deshalb nicht, weil ken einziges Mordmerkmal erfüllt wäre.

Und was nun deine Freidenker angeht, dagegen spricht auch nichts. Hier geht es explizit um Gewaltanwendung und das muß keine Gesellschaft tatenlos hinnehmen.

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Destranix 02.08.2017, 17:18
@tryanswer

Mord ist Mord!

Auch der größte Verbrecher kann einmal die Welt retten!

Wenn man ihn umbringt, kann er das nicht. Außerdem nimmt man ihm etwas unbezahlbares: Zeit!

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tryanswer 02.08.2017, 17:31
@Destranix

Stimmt, Mord ist Mord! Die Vollstreckung eines Todesurteils ist jedoch noch nie und zu keiner Zeit Mord gewesen.

Im Idealfall wird wird ein Schwerverbrecher nie mehr das Sonnenlicht sehen und irgendwo in einer Zelle verrotten. - Hier geht es aber um Personen, die die Grundfesten unserer Gesellschaftsordnung existenziell bedrohen - sprich Putschisten, Umstürzler usw.

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Destranix 02.08.2017, 17:34
@tryanswer

Denken wir mal anders:

Stell dir vor wir leben in Nordkorea.

Bist du dann noch der selben Meinung?

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Destranix 02.08.2017, 17:39
@Leberkaser

Also wärst du dafür, dass du umgebraucht wirst, weil du Kim Jong Un stürzen willst?

Respekt!

Das ist schon was.

Lieber aus Prinzip umgebracht werden als zuzugeben, dass man falschliegt.

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tryanswer 02.08.2017, 17:39
@Destranix

Ich gehe von den hiesigen Verhältnissen aus. Was andere Länder treiben, so steht es mir nicht zu darüber ein Urteil zu fällen.

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tryanswer 02.08.2017, 17:40
@Destranix

Wenn ich wirklich in Nordkorea leben würde, wäre ich nicht so dämlich mich gegen Kim Jong-Un oder die Partei zu stellen.

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Destranix 02.08.2017, 17:44
@tryanswer

Aber du würdest lieber alle Hoffnung verlieren, weil alle Freiheitskämpfer umgebracht werden.

was wenn du ausversehen etwas falsches tut.

In Nordkorea werden täglich Menschen wegen nichtigkeiten umgebracht!

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Destranix 02.08.2017, 17:46
@tryanswer

Und es macht unseren Rechtsstaat besser, wenn Menschen umgebracht werden?

Ist es noch demokratie, wenn Wähler getötet werden?

Ist es noch frei, wenn man von der Angst gefangen ist, die die Todesstrafe verursacht?

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tryanswer 02.08.2017, 17:50
@Destranix

Wenn jemand versucht die Demokratie abzuschaffen, stellt sich doch nicht die Frage ob es ein Wähler ist. Denn sollte derjenige erfolgreichsein, hat sich das mit den Wahlen ohnehin erledigt.

Und ich finde es durchaus beruhigend, wenn die Angst vor dem Tod Menschen daran hindert die Verfassung abzuschaffen und eine Diktatur zu errichten.

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tryanswer 02.08.2017, 17:51
@Destranix

Das ist alles bedauerlich, aber nun mal nicht mein Problem. Das müssen die Koreaner unter sich ausmachen.

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Destranix 02.08.2017, 17:54
@tryanswer

Solange die Diktatur eine Errungenschaft für die Menschheit ist, sit daran nichts auszusetzen.

Außerdem bezweifle ich sehr, dass es ein einzelner ohne die unterstützung des Volkes schaffen sollte den Rechtsstaat zu stürzen!

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tryanswer 02.08.2017, 17:58
@Destranix

Das haben in der Geschichte schon mehrere geschafft. Es muß ja auch nicht unbedingt ein Einzelner sein.

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Destranix 02.08.2017, 18:00
@tryanswer

Gelingt es aber, werden sie vom Volk gestürzt.

Sofern es nicht sowieso das Volk ist, dass den Rechsstaat gestürzt hat.

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tryanswer 02.08.2017, 18:04
@Destranix

Lies noch mal den Machiavelli - das alles zusammenzufassen, dazu fehlt mir gerade die Lust.

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