Wölfe im Märchen

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9 Antworten

ich bin nicht sicher, ob es die märchen waren, die den wolf zum bösen, hinterhältigen wesen degradiert haben. zuerst muss doch wohl die einstellung der menschen da gewesen sein, um den wolf als glaubhaftes symbol für diese eigenschaften wählen zu können?

zu welcher zeit gab es denn in unseren breitengraden eine andere sichtweise des menschen zu wolf, bär, fuchs, ... , als die des trägers wertvoller pelze, bedrohung für unsere nutztiere und den freien zugang zum wald?

nein, ich meine, dass märchen unsere einstellung zumindest nicht entscheidend beeinflussen, sondern umgekehrt. unter all den kindern, die mit rotkäpchen, peter und der wolf, der wolf und die sieben geißlein,... aufgewachsen sind, wird es immer diejenigen geben, die wie brigitta, sehr früh an diesem image des wolfes zu zweifeln beginnen, und sich mit dem wahren charakter des wolfes befassen.

und es wird immer diejenigen geben, die nur sich sehen, und alles, was eine bedrohung sein könnte, auslöschen wollen. das liegt wohl an unserem menschenschlag. schon lange, lange sind auch märchen bekannt, die dem wolf ein ganz anderes gesicht geben, aber sie fassen hier nicht fuß, so wie auch der echte wolf es schwer hat, sich hier wieder in frieden niederzulassen.

strohzugold.blogspot.com - (Schule, Geschichte, Hausaufgaben)

Haarscharf beschrieben. Daumen hoch!

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Es ist ja auch immer so das man es umgekert sehen muss was were wenn ein mensch vom wolf gejagt und ausgerottet werden würde das fende der mensch auch nicht super...also ich bin jedenfals für den wolf und das schon seid ich 5 Jahre alt bin

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Der Wolf ist in erster Linie immer als Gefahr für den eigenen Haustierbestand betrachtet worden. Daher vielleicht die negative Prägung im Märchen in unseren Breitegraden. Denoch. Die aktuelle Romantisierung des Wolfes ist ebenfalls "kunstvoll". Zur Zeit wird geradezu ein Kampf gegen die Diskriminierung des Wolfes geführt. Fest steht, eine Kunstfigur wird auch durch Erfahrungen in der Realität geprägt. Sobald wir den Tieren menschliche Charakterzüge zurechnen, ist es ohnehin ein Bestandteil einer Kultur, die der Natur nicht mehr gerecht werden kann.

Vermutlich scheiden sich an unseren wilden Mitgeschöpfen - ob Wolf, Adler, Bär oder Großkatze - nach wie vor die die Geister.

Ähnlich wie für den Pessimisten ein zur Hälfte gefülltes Glas halb leer und für den Optimisten halb voll ist, kann man die Menschen auch in zwei Lager teilen. Das eine Lager sieht die Gefahr des Raubtiers, das in der natürlichen Umgebung zwangsläufig den Nutzviehhaltern die Existenzgrundlage streitig macht und das andere Lager sieht die wilde, unabhängige und auch kompromisslose Freiheit, den Mut, die Stärke, die solchen Raubtieren abverlangt wird.

Wie Yarlung Tsangpo das beschrieben hat, leben Menschen in anderen Kulturen ganz erheblich respektvoller mit allem natürlichen und es ist kein Wunder, dass solche Völker einen ganz anderen Zugang zu "gefährlichen Tieren" haben.

Naturreligionen sind keineswegs völlig ausgerottet, aber man kann kaum verleugnen, dass das Christentum sich jahrhundertelang redliche Mühe gegeben hat und auch recht erfolgreich war.

Die Darstellung der Wölfe in den üblichen, uns bekannten Märchen der Gebrüder Grimm oder H.C. Andersen, mit denen ganze Generationen von Kindern aufgewachsen sind, war immer negativ. Der böse Wolf hat bis auf eines alle Geißlein gefressen und der böse Wolf hat Rotkäppchens Oma gefressen.

Gefräßig, listenreich, böse, gierig - aber ein Looser, denn hinterher wurden die jeweils unzerkauten Lebewesen befreit und durch unverdauliche Steinklötze ersetzt, ohne dass dem Wolf auch nur das Haar gekrümmt wird.

Komisch. Wieso fallen mir jetzt bloß der Baron von und zu Gutttemberg und der jüngst verabschiedete Herr Bundespräsident ein ? Ach ja, richtig ! Letzterer ist ja ein Namensvetter von Isegrim aus dem Märchen. Na sowas. Köstliche Zufälle gibt es!

In unserer Kultur, in der es schon so lange keine lebenden freien Wölfe mehr in Menschennähe gibt, sind Wölfe also vermutlich die gefährlichen, bösen, gierigen. Andererseits laufen dann aber scharenweise die Möchtegern-Cowboys, die Möchtegern-Freedom-Fighter mit riesengroßen, bunten, sehr markig aussehenden Wölfen, Adlern und im Häuptlingsschmuck befiederten Konterfeis von durch irgendwelche Zitate oder Kriege berühmt gewordenen Native Americans durch die Gegend ... und fühlen sich dadurch wild, frei, schön und cool.

Warum auch nicht ? Schließlich sind Wölfe auf T-Shirts nachweislich ungefährlich. Und wo kämen wir denn auch hin, wenn plötzlich alle Menschen anfingen, alle Menschen, alle Tiere, alle Lebewesen als gleichberechtigte Mitgeschöpfe erkennen und mit dem erforderlichen Respekt behandeln würden ?

So. Keine Ahnung, ob das deine Frage hinreichend beantwortet hat. Der Gaul ist mir durchgegangen, sozusagen, - offensichtlich musste das mal gesagt werden. Ich bin mit den oben genannten Märchen groß geworden und hab schon früh erkannt, dass da irgendwas nicht stimmt. Ob das nun an Rotkäppchens Blindheit liegt, die ihre eigene Oma nicht erkennt, wenn sie sie im Bett liegen sieht oder ob ich einfach wusste, dass ein Zicklein nie und nimmer in eine Standuhr reinpassen kann, irgendwie ist mein Weltbild heute so, dass ich im Zweifelsfall einem lebenden Wolf (bzw. einem Rudel) immer akzeptieren würde, auch wenn ich froh bin, dass es in meiner unmittelbaren Umgebung keine gibt.

Schließlich sind Wölfe auf T-Shirts nachweislich ungefährlich.

klasse :-)

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@taigafee

dis is wieder das Thema Umfrage - mach ma eine bei'e Schäfer zun Thema Wolf.... ;o))

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Die Darstellung des Wolfes in Märchen, Sägen und Fabeln muss man weltweit und jeweils im Zusammenhang mit der jeweils Märchen erzählenden Kultur betrachten.

So haben Völker welche noch fast bis in unsere heutige Zeit noch Vieh hütende Nomaden, oder Jaeger und Sammler waren für den Wolf eine andere Rolle im Märchen - als Völker welche schon in von ihnen selbst gestalteten Kulturlandschaften leben.

So gibt es wunderschöne indianische Märchen, welche den Wolf noch als die zwei Seiten - die Gute und die Wilde - im Menschen darstellen!

Bei den Tibetischen Nomaden werden dem Wolf ebenfalls gleich die positiven und negativen Eigenschaften die auch im Menschen wohnen zugeschrieben.

Hier findest du eine interessante Zusammenfassung:

http://uhanek.twoday.net/stories/6177162/

Erst mit den Erlöschen von Naturreligionen und dem Beginn des Glaubens an die "Weltherrschaft" des Menschen - welche mit der Ausbeutung der Natur und deren Ressourcen einhergeht - erscheint der Wolf im Märchen als das Böse, Hinterlistige aber Dumme.

Mit einher ging die gezielte Ausrottung des Wolfes.

Eltern erzählen ihren Kindern solche Geschichten...die bekommen angst.....die Kinder werden größer und krigen dann noch angst das der Wolf ihr fie frisst (dumm)....sie haben nun ihre angst form Wolf un killn ihn...dann erzählen sie ihren Kinder von BIG BAD WOLF und es geht wider von forne los-.- ich weiß das ist mega bescheuert..........-.-

Wolf - (Schule, Geschichte, Hausaufgaben)

Ich denke schon, dass die Menschen durch solche Märchen, im wahrsten Sinne des Wortes, beeinflusst wurden.

Wölfe sind ja gegenüber dem Menschen normalerweise extrem scheu, da bekamen auch früher, als es ja noch viel mehr gab, wohl nicht viele Menschen Wölfe zu Gesicht.

Nicht zuletzt sollte man auch die Saga über Werwölfe unter dem Gesichtspunkt sehen, auch gibt es ja in der Neuzeit auch Horrorfilme, in denen Wölfe eine Rolle spielen, Google hilft hier.

Gab es schon mal einen Horrorfilm mit einem Collie oder schwarzem Hengst in der Hauptrolle gesehen, oder einen Killerdelfin? ;)

Naja kommt ganz darauf an in welchem. Meißtens werden Wölfe im Märchen als böse Bestien dagestellt. Dies wirft eher ein schlechtes Licht auf sie und verleitet dazu, zu glauben, dass Wölfe Menschefressende, gemeine Wesen sind. Traurig :(

Der Wolf im Märchen ist eine Kunstgestalt, Figur, die sinnbildlich für etwas steht. Nicht das Tier ist gemeint, sondern in den allermeisten Fällen das Böse, das, was die Menschen nicht tun sollen. Und natürölich hat es die schlichten Gemüter unserer Vorfahren beeinflußt in ihrer Denkweise. immer wenn eine person in einemMärchen etwas tut, was eigentlich alsverboten gilt, erscheint denn meist der Wolf unt tut dem Wesen etwas an, was ihm garnicht behagt. Aber nicht endgültig, denn der WOlf siegt ja nieam Ende, der WOlf, die Verkörperung des Bösen, siegt nicht, sondern das Böse wird überwunden. Durch Personen, die aufrecht, rechtschaffen clever sind. Was lernt klein Hänschen, wenn du dich brav verhälst wird dir nichts Schlimmerwiderfahren. Wenn nicht, dann kommt immer noch ein noch besserer Held und besiegt den Wolf. :-))

Der Wolf in Mythos und Literatur

Der Wolf spielt als Motiv in den Mythologien, Sagen und Märchen sowie in der Literatur und Kunst zahlreicher Völker eine zentrale Rolle. Dabei spiegelt sich die ambivalente Einstellung des Menschen gegenüber dem Wolf wider. Einerseits verehrt er ihn als starkes und überlegenes Tier, zum anderen projiziert er auf das aggressive Tier verschiedenartigste Ängste.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wolf#Der_Wolf_als_Feind_des_Menschen )

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@Erdbeermus

W wie Wolf Der Wolf ist ein Symbol für das Triebhafte (Prinz). Der Wolf ist listig, aggressiv und stellt oft eine große Gefahr dar. Er verschlingt die Großmutter und Rotkäppchen, nachdem er das Mädchen überredet hat, vom Weg ab zu gehen und Blumen zu pflücken. Auch die sieben Geißlein übertölpelt er mit List und Tücke. Der englische Philosoph Thomas Hobbes (1588-1679) sagte: „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“. Doch tatsächlich sind Wölfe zwar Raubtiere, aber nicht so grausam, wie sie häufig dargestellt werden. Seit dem 19. Jahrhundert gilt der Wolf in Nord- und Mitteldeutschland als ausgestorben – Menschenwerk! Erst seit den vergangenen zehn Jahren leben hierzulande wieder vereinzelt Wölfe.

(Quelle: http://www.maerchenpaedagogik.de/maerchen_abc.php )

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