Woe ist das, wenn jemand mit Depressionen oder ähnlichem an Schlafstörungen leidet?

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4 Antworten

Schlafstörungen sind ein sehr häufiges Symptom einer Depression und sogar in den internationalen Diagnosekriteren (ICD-10) festgehalten.

Meistens fühlen sich depressive Menschen hundemüde, können jedoch trotzdem nicht schlafen.

Entweder weil der Schlafmechanismus bzw. die Hormone die für den Schlaf zuständig sind nicht mehr richtig funktionienren oder von den Nebenwirkungen der Medikamente oder weil die Gedanken immer um das Thema Depression (oder andere negative Inhalte) kreisen.

Ich kann dir bestätigen, man geht fast die Wände hoch. Man ist wirklich fix und fertig, kann dennoch nicht einschlafen bzw. wacht mehrmals pro Nacht auf.

Die Schlafstörungen können sich dadurch äussern, dass die betroffene Person nicht einschlafen kann oder mehrmals (bzw. mind. 1x) pro Nacht aufwacht. Zudem ist der Schlaf meist nicht erholsam.

Schlafstörungen werden kurzfristig meist mit Benzodiazepinen (z.B. Lorazepam) oder Z-Drugs (z.B. Zopiclon) behandelt. Das Problem dieser Medikamente ist jedoch, dass sie bei längerer Einnahme abhängig machen. Diese Medikamente können einfach bei Bedarf eingenommen werden und wirken nach 20-30min enorm zuverlässig. Viele Nebenwirkungen haben sie nicht.

Aufgrund des Abhängigkeitspotenzials von Benzodiazepinen und Z-Drus werden bei Depressionen mit Schlafstörungen längerfristig sedierende Antidepressiva (z.B. Mirtazapin) verschrieben. Diese wirken einerseits antidepressiv, andererseits schlaffördernd. Der Vorteil dieser Medikamente ist, dass sie nicht abhänigig machen.

Das Problem von sedierenden Antidepressiva ist einfach, dass sie täglich eingenommen werden müssen, weniger zuverlässig wirken als Benzodiazepine und Z-Drugs und mehr Nebenwirkungen haben.

In selteneren Fällen werden auch antidepressiv sedierende Neuroleptika (z.B. Quetiapin) eingesetzt. Vor und Nachteile sind die selben wie bei den sedierenden Antidepressiva.

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StreetKids4ever 17.10.2016, 14:13

Danke für deine Ausführliche Antwort.

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Es stimmt schon, man fühlt sich ausgelaugt und müde....und dennoch durchströmt einen auch eine innere Unruhe, man macht sich viele Gedanken....oftmals auch Gedankenkreise, die sich ständig um ein und dasselbe negative Thema drehen. 

Das Problem sind nicht nur Einschlafschwierigkeiten, viel schlimmer noch sind die Durchschlafprobleme, d.h. man wacht stündlich auf, schaut auf den Wecker und der Zeitpunkt, an dem man normalerweise Aufwachen würde rückt immer näher ohne dass man sich in irgendeiner Form ausgeruht fühlt. 

Je näher dieser Zeitpunkt vorrückt, desto unruhiger wird man....aus Angst vor dem wortwörtlichen "Morgengrauen", bei dem sich der Tag und alle mit ihm verbundenen Aufgaben zu einem unüberwindlichen Berg vor einem Auftürmen.

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Es ist ein sch*issgefühl es geht einen so vieles durch den Kopf und dann fängt man an zu weinen das passiert mir mindesten zwei mal in der Woche am Anfang ist man nicht müde und hat dementsprechend nichts zutun

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Letzteres eher. Wären sie nicht müde, wären Schlafstörungen ja nicht so wild.

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