Wodurch wurde deutlich, dass das Deutsche Volk in der BDR hinter den Ostverträgen stand?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Als Willy Brandt (WB) 1969 Kanzler wurde und die neue Ostpolitik begann, gab es viele Widerstände. Diese führten auch dazu, dass eigene Abgeordnete, insbesondere der FDP, aus der Fraktion austraten und sich auf die Seite der Gegner schlugen. Das veranlasste die CDU zu einem konstruktiven Misstrauensvotum, das bekanntermaßen scheiterte. Zu der Zeit stand die Ostpolitik auf Messers schneide und man wusste nicht, wie es weitergeht.

Dann wurden 1972 vorzeitige Neuwahlen angesetzt und an die erinnere ich mich deshalb besonders gut, weil ich immer direkt nach der Schule ins Wahlkreisbüro der SPD gefahren bin, um dann bis Abends Wahlkampf für WB zu machen. In diesem Rahmen traf ich WB sogar mal kurz persönlich und wurde später auch von der SPD-Fraktion zu einem Besuch nach Bonn eingeladen. Von daher kann ich auch sagen, dass WB eine ungeheur starke persönliche Ausstrahlung hatte.

Jedenfalls gabs bei dieser Wahl fast nur ein Thema und die gesamte Wahl lief auf einen Volksentscheid für oder gegen die Ostpolitik hinaus. Dieses Thema politisierte die gesamte Gesellschaft so stark, dass es eine Rekordwahlbeteiligung von über 90% gab. Und die SPD fuhr einen gewaltigen Sieg mit über 45% ein. Ein deutlicheres Votum für die Ostpolitik konnte es nicht geben und mit dieser Abstimmung im Rücken konnte WB diese dann zum Ende führen.

Ich erinnere mich aus meiner Jugend noch deutlich an die erbitterten Auseinandersetzungen um die Ostpolitik, die sich quer durch die Gesellschaft zogen.

Ich würde auch der Ansicht widersprechen, dass das deutsche Volk hinter den Ostverträgen stand. Eine relativ deutliche Mehrheit stand wohl dahinter, zumal Willy Brandt eine ziemlich große Begeisterung für den Versöhnungsgedanken mit dem Osten entfachen konnte.

Eine starke Minderheit war trotzdem weiterhin erbittert dagegen; ich erinnere nur an die Vertriebenenverbände, für die die Anerkennung der faktischen Grenzen bedeutete, dass sie ihre Heimatansprüche aufgeben mussten. Auch die ewigen Russen- und Kommunistenhasser wurde beileibe nicht über Nacht zu Anhängern der Ostpolitik. Gerade die CSU in Bayern wehrte sich noch lange gegen die Aussöhnung mit dem Ostblock, da sie sich als Schutzmacht aller Vertriebenen empfand.

Es sollte bis  Mitte der Achtzigerjahre dauern, bis ein Franz-Josef Strauß seinen Hintern Richtung Osten schob (Besuch in Moskau, Milliardenkredit für die DDR) und erst unter Ministerpräsident Seehofer wurden erstmals vernünftige Kontakte zu Tschechien aufgebaut und der Anspruch auf die Ostgebiete wohl endgültig aufgegeben.

nein, ich mache nicht deine Hausaufgaben. Der BDR (Bund deutsche Radfahrer) stand weder für noch gegen die Ostverträge.

BDR?

"Das" Volk stand sicher nicht dahinter. Eine Mehrheit kann es gewesen sein, denn die SPD holte 1972 mit 45,8 % ihr bestes Ergebnis. Die FDP, die die Verträge unterstützte, hatte 8,4 %. 

Die Union, die die Verträge ablehnte, lag bei 44,9 %. 

Was bitte ist BDR? Ich kenne nur BDM, und das ist schon sehr lange her...

Was möchtest Du wissen?