Wodurch wird einem beim Achterbahnfahren schlecht?

2 Antworten

Das sind die gleichen Gründe, die z.B. beim Autofahren für Übelkeit (Reisekrankheit) verantwortlich sind:

Die Reisekrankheit wird durch geradlinige Beschleunigungen sowie Radial-, Winkel- und Coriolis-Beschleunigungen ausgelöst.

Diese treten beispielsweise durch kurvenreiches Autofahren, Turbulenzen im Flugzeug oder durch Wellengang auf Schiffen auf und wirken über verschiedene Reize auf das Gleichgewichtssystem im Innenohr. Verfolgt man die Ursachen der Bewegungen nicht ständig mit den Augen, kann das Gehirn die Reise im Innenohr nicht zuordnen. Die Bewegungen werden als Fehlermeldung registriert und lösen so die typischen Symptome aus.

Das Zusammenspiel von Gleichgewichtsorgan, Sehreizen sowie Nerven und Rezeptoren der Muskeln ist unabdingbar für einen aufrechten Gang. Durch dieses Zusammenspiel sowie durch Erfahrungswerte entsteht im Gehirn ein Bewegungsmodell, das eine schnelle Auswertung und Kontrolle der Bewegungen ermöglicht. Aufgrund von Erfahrungswerten ist dem Gehirn eine Vorausberechnung dieses Modells möglich – so wird eine bestimmte Lage des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, "Anspannung" in der Beinmuskulatur und die Information "keine Bewegung" von den Augen im Gehirn als das Modell "Stillstehen" erkannt.

Ungewohnte Bewegungen und Beschleunigungen bringen dieses Modell durcheinander.

Beim Autofahren (oder in der Achterbahn) zum Beispiel registrieren Nerven und Rezeptoren in den Muskeln keine Bewegung, da der Körper stillsitzt. Die Augen melden dem Gehirn jedoch schnelle Fortbewegung. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr liefert Informationen über Kurven, Beschleunigungen oder Steigungen, die den ersten beiden Meldungen ihrerseits widersprechen. Diese nicht übereinstimmende Flut von Informationen führt im gesunden Gleichgewichtssinn zu einer Überlastung, die vom Gehirn als Gefahrensituation interpretiert wird. Daher werden Stresshormone ausgeschüttet, die wiederum für die genannten Symptome wie Schwindel und Übelkeit verantwortlich sind.

Die Kinetose ist somit keine tatsächliche Krankheit, sondern eine gesunde Reaktion auf ungewöhnliche Einflüsse. Psychische Einflüsse, wie z.B. Ängste, können ebenfalls eine große Rolle bei der Entstehung der Reisekrankheit spielen.

(siehe:http://www.onmeda.de/aktuelles/saisonspecial/sommerspecial/reisekrankheit.html?p=3)

Das Gleichgewichtssystem im Ohr ist dafür zuständig. Das Innenohr enthält in den Bogengängen das Gleichgewichtsorgan und die Schnecke (Cochlea). Die Schnecke ist das eigentliche Hörorgan. Die Cochlea verdankt ihren Namen der Tatsache, dass sie aus drei übereinander liegenden gebogenen Kanälen besteht, die ihr das Aussehen einer Schnecke verleihen. Im Gegensatz zum äußeren Ohr und dem Mittelohr, die beide luftgefüllt sind, ist die Schnecke mit einer Flüssigkeit gefüllt, die sich nicht zusammendrücken lässt.

Sinneshärchen bewegen sich durch die übertragenen Schwingungen. Über den Hör- und Gleichgewichtsnerv sind die Sinneszellen (Haarzellen) der Schnecke direkt mit denjenigen Gehirnarealen verbunden, die für die Verarbeitung der akustischen Signale und der Gleichgewichtssteuerung verantwortlich sind. Hierbei ist der Nervus cochlearis (Hörnerv) für das Übermitteln der Hörinformation aus dem Innenohr zum Hirnstamm verantwortlich, der Nervus vestibularis (Gleichgewichtsnerv) leitet die Informationen des Gleichgewichtsorgans an das Gehirn zur Verarbeitung weiter. Häufig werden diese Nerven auch als VIII. Hirnnerv oder als Nervus vestibulocholearis bezeichnet. Im Gehirn "hören" wir dann die über das Ohr wahrgenommen akustischen Signale und von hier aus erfolgt die Koordination der Bewegungen, die uns vor einem allzu heftigen Schwanken oder gar dem Umfallen bewahren.

Quelle: http://www.medizinfo.de

Gruß Juergen65

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