Wodurch wird ein Mensch in seinem Sein definiert?

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5 Antworten

Ein Mensch ist, was er denkt.

Demnach ist er zu jeder Zeit ein anderer, aber bei kurzen Zeitabständen noch fast dergleiche. Das aber nur am Rande.

Werkzeuge, Instrumente, Prothesen sind Hilfsmittel, die dem Menschen beim Leben unterstützen. Sie machen den Menschen nicht aus. Sie können ersetzt werden, natürlich auch wieder nur durch andere Hilfsmittel, aber sie können ersetzt werden. Genauso könnte man behaupten, das soziale Umfeld würde einen Menschen ausmachen. Das halte ich aber nur für teilrichtig. Ab einem gewissen Zeitpunkt suchen wir uns unser Umfeld selber aus. Jetzt könntest du wieder sagern, wir tauschen es nur, oder noch schlimmer, uns wurde "einprogrammiert", uns in unser soziales Umfeld einzufinden, wie es ist. Dann kann man aber gleich das Thema Willensfreiheit wieder auf den Tisch bnringen.
Nein, es gibt Umstände, die nicht vorhersehbar sind und nicht bewusst herbeigeführt werden und selbst wenn sie vorprogrammiert wären, wäre es trotzdem eine Form von Freiheit, eine subjektive, auf die es primär ankommt. Darüber wird ein Dach der Zwänge gestülpt. Man muss lediglich darauf achten, dass es nicht mit der Zeit mehr und mehr einstürzt.

Werkzeuge, Instrumente, Prothesen sind Hilfsmittel, die dem Menschen beim Leben unterstützen. Sie machen den Menschen nicht aus. Sie können ersetzt werden, natürlich auch wieder nur durch andere Hilfsmittel, aber sie können ersetzt werden.<

Sicher, dass sie nicht den Menschen bilden. Ja, wenn er auf die Welt kommt ist er nichts als "der Mensch". Allerdings beeinflussen alle Gegenstände zu denen ein Mensche eine physische Komponente aufbaut einen gewisse Abhängigkeit. Ich möchte jetzt nicht sagen, dass der Hammer auf deiner Werkbank dich beeinflusst, aber zumindest entwickelst du Assoziationen zu diesem Hammer und diese sind wiederrum Teil deines Ichs.

Genauso könnte man behaupten, das soziale Umfeld würde einen Menschen ausmachen. Das halte ich aber nur für teilrichtig. Ab einem gewissen Zeitpunkt suchen wir uns unser Umfeld selber aus. Jetzt könntest du wieder sagen, wir tauschen es nur, oder noch schlimmer, uns wurde "einprogrammiert", uns in unser soziales Umfeld einzufinden, wie es ist. Dann kann man aber gleich das Thema Willensfreiheit wieder auf den Tisch bringen.<

Soziales Umfeld als Teil des Cyborgs ist eigentlich nachvollziehbar. Immerhin sind wir ja immer noch Primaten und Primaten suchen Ihresgleichen um Rudel zu bilden. Ich sehe hier keinen Zusammenhang zur Willensfreiheit, denn auch wenn das Suchen nach einer Gruppe "einprogrammiert" ist, ist das Produkt dieses Faktums variierend, sprich frei zu entscheiden. (könnte sein dass du das eh schon geschrieben hast) Jedenfalls ist die freie Wahl der Individuen mit denen jeder zu tun hat auch nur eine Form der Unfreiheit, oder wie du geschrieben hast ein Zwang. Womit sich mir erneut die Frage stellt. Wodurch wird der Mensch definiert, und gibt es eine Definition, die unabhängig von anderen Lebewesen ist, und nur dem Menschen "gehört"?

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@Jooper

Sicher, dass sie [Anm.: die Hilfsmittel] nicht den Menschen bilden.

Jemand, dessen Gedanken seit der Geburt von der Außenwelt unabhängig sind, also keine Schnittstellen hat, wird natürlich keinen eigenen Charakter haben. Er wird nicht in der Lage sein, zu denken, wie wir es kennen. Eine zweite Person würde unter den gleichen Bedingungen vom Prinzip ähnlich denken, aber niemals eine Persönlichkeit entwickeln können.

Das ist hier alles aber meine Einschätzung. Es gibt keinen Menschen, der unter solchen Bedingungen je aufgewachsen ist und man könnte ihn natürlich auch nicht fragen, denn er hat keine Schnittstelle nach außen.

Es ist so sehr theoretisch, dass wir uns genauso fragen können, ob Steine denken können. Sie haben genauso wenig Wechselwirkung mit ihrer Umwelt. Wir können uns nicht vorstellen, wie seine Gedanken aussehen würden. Wir denken in Bildern, Tönen, Geschmäckern, usw. Ein Stein kann so nicht denken.
An dieser Stelle wird es mir aber zu spirituell. Wir sind an einen Punkt angelangt, wo nur noch spekuliert werden kann.

Insofern ist es richtig. Ja. Einverstanden. Die Umwelt macht die Menschen zu Menschen. Gerade der Mensch ist auf Hilfsmittel angewiesen.

Ich wette aber, dass du dich eher als Puppenspieler siehst, als zum Beispiel das Internet dich als Puppe verwendet. Wir können aktiv Entscheidungen über unseren Computer treffen, nicht andersherum.

Ich sehe hier keinen Zusammenhang zur Willensfreiheit, denn auch wenn das Suchen nach einer Gruppe "einprogrammiert" ist,

Ich meinte das so: Nehmen wir an, du wärest in einem Viertel groß geworden, wo eine große Kriminalität herrscht. Du hast von Kind auf gelernt, unter diesen Bedingungen klar zu kommen. Deine besten Freunde sind kriminell, deine Eltern sind kriminell und all meistern auf diese Art ihr Leben.
Das zeichnet auf jeden Fall dein weiteres Leben vor. Du traust vielleicht bestimmten Menschen nicht, du weißt, wie du Kontakte zu anderen Kriminellen knüpfen kannst. Mit denen bist du automatisch aufgrund deines Hintergrunds auf einer Wellenlenge.

Ich hätte genauso gut religiöse Gruppen als Beispiel nehmen können oder die High Sociaty.
Man wird nie 100% deinen künftigen Weg prognostizieren können, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen können, mit was für Typen von Leuten du umgehen wirst. Es gibt immer auch die, die aus diesem Zwang ausbrechen, aber immer nur ein Bruchteil derer. Und da bin ich wieder dort angelangt, wo ich hin wollte. Es ist der Zwang, der der Willensfreiheit gegenübersteht.

Womit sich mir erneut die Frage stellt. Wodurch wird der Mensch definiert, und gibt es eine Definition, die unabhängig von anderen Lebewesen ist, und nur dem Menschen "gehört"?

Wenn man eine Grundfreiheit dem Menschen nicht absprechen will, eine Nichtkalkulierbarkeit sozusagen, dann definiert der Mensch sich über seine Entscheidungen.

Es mag ja sein, dass der Hammer auf der Werkbank mich beeinflusst, aber solange mir keiner sagen kann wie, ist es für die einzelnen Menschen das gleiche, als wenn er sie nicht beeinflusst. Insofern kann ich sowohl bejahen, dass wir unfrei sind, als auch dass ich bejahren kann, dass wir in gewisser Sicht frei sind.
Es läuft wieder einmal auf die Frage der Determiniertheit hinaus, aus meiner Sicht die zentrale Frage, aus der sich sehr viele andere Fragen ableiten lassen, u. a. auch die deine.

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@Suboptimierer

Es ist der Zwang, der der Willensfreiheit gegenübersteht.

Ergänzung: Das wirklich kuriose hierbei ist, was uns zu denken geben kann ist, dass es einen Zwang gibt, aber niemanden, der uns zwingt. Es gibt kein Zwangssubjekt. Der Zwang steht in der Luft... Oder man stellt sich auf die Position, dass alles uns zwingt so zu sein, wie wir sind.

Du merkst sicherlich, wir betrachten die ganze Zeit zwei Seiten derselben Medaille.

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@Suboptimierer

Scheint wohl so. :D Wenn wir uns darauf einigen, dass diese Zwänge keinen Zwingenden benötigen, dann würde das bedeuten, dass der Mensch durch die Geschichte seiner Evolution den Zwang geschaffen hat. Und das würde wieder laut Marx (mein Lieblingsphilosoph) bedeuten, dass wir außerhalb des Zwangs stehen, denn das Produkt einer Arbeit hat keinen bzw. nur einen relativen Bezug zum Erschaffer. Das wiederrum würde etwas Höheres bedeuten.

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@Suboptimierer

Steine haben sehr wohl eine Wechselwirkung mit ihrer Umwelt. Du solltest dich mehr mit der spirituellen Welt in dir befassen dann wirst du Erkennen as alles in Bezug zueinander steht und in Wechselweirkung steht.

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@lizzy56

An den Punkt war ich auch einmal angelangt. Dann habe ich mich noch mehr mit mir selbst beschäftigt und herausgefunden, dass das alles Humbuk ist.

Ich empfehle dir, dich noch mehr mit dir selbst zu beschäftigen.

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@Suboptimierer

Rein Physisch steht alles in einer Wechselwirkung. Allerdings auf einer solchen Ebene, dass es für den 0815 Typen auf der Straße kaum nachvollziehbar ist. Eine spirituelle Umgebung, die ein spezielles Gleichgewicht aufweist halte ich persönlich nur für irreführend, denn diese Wechselwirkungen müsste auch das Produkt von Energie sein. Ich weiß nicht welche Energie das sein soll.

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Ich zittiere hier mal . "Ich denke ,also bin ich"(weiß leider nicht mehr von wem..).naja es ist ja schon lange bekannt,dass materiele Dinge mit dem seelischem/Denken zusammenhängen,Gedanken auslösen,etc. Man kann zwar alles heutzutage tatsächlich biologisch erklären ,aber ob es nicht doch was größeres gibt ist eine Glaubensfrage

"Ich denke also bin ich" ist von Platon. Glaub ich. Ich suche nur nach etwas, einer Eigenschaft, einem Status der nur dem Menschen gehört und nicht übertragbar oder kopierbar ist!

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@Jooper

Das ist nicht von Platon sondern von einem der sich Decarte oder ähnlich nannte. Brauchst du nur bei Google ein zu geben und du wirst es finden. Von Platon stammt das Höhlengleichnis und die Zweiwelten-Theorie. Es gibt eine Eigenschaft des Mensch genannten Wesen die nicht übertragbar ist: Sich Selbst zu Erkennen ganz alleine über sich. Das kann nur jeder für sich.

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Das du denkst ist ein Trugschluß von dem welcher das sagte. Solange du denkst du denkst kannst du nicht erkennen wer du bist.

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@lizzy56

Hoppla. Stimmt. Descartes^^ Sich selbst zu erkennen ist eine Eigenschaft, die jedem Lebewesen zuzuweisen ist. Bei manchen nur komplexer. Abgesehen davon: Würde ich daraus schließen, dass meine Existenz nur dann gesichert ist, wenn ich mich selbst erkenne um ein Mensch zu sein. Ist allerdings schwierig, denn wir sind alle nur Abbilder unserer Gesellschaft.

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Erst wenn ein Mensch genanntes Wesen sich selbst, und ohne angelerntes sich definieren kann, dann ist es sich Selbst. Insofern sagt Marx die Wahrheit. Solange Mensch sich alleine an der materiellen Welt orientiert funktioniert es wie eine Maschine.

Ein Gruß von Herzen

Der Mensch definiert sich durch sein Bewusstsein. Dieses Bewusstsein seiner Selbst, seine Identität, untersheiet ihn von Tieren, Maschienen, und allem anderen, da es nicht künstlich geschaffen werden kann.

Allerdings um wieder mit Marx zu antworten. "Bewusstsein ist das bewusste Sein". Wann ist der Mensch schon bereit sein völliges Bewusstsein auszuschöpfen. Ich glaube nicht, dass der Mensch für soetwas geschaffen ist, denn überspitzt gesagt müsste man dann jede seiner Zellen spüren^^

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Genau das passiert jedoch auf der Erde. Das Bewusstsein des Mensch genannten Wesen wird künstlich erschaffen in dem ihm von klein auf gesagt wird wer er ist und sein wahres Sein komplett vergisst.. Si ist kaum einem Mensch genannten Wesen klar was es überhaupt ist.

Mit Grüßen von Herzen

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@lizzy56

Was bedeutet der Begriff Mensch den für dich? lizzy56

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Du Selbst kannst dich nur definieren in dem was du bist

Ist mir ein wenig zu spirituell. Aber vielen Dank! Ich freue mich für sie, dass sie ihren Weg zur Menschwerdung, wie es so schön heißt, gefunden hat.

Allerdings, auch wenn sie ihre materiellen Besitztümer auf das nötigste reduziert hat, ist das definieren durch sich selbst eine heikle Angelegenheit, denn alles was sie/ wir sind, ist das Produkt der Gesellschaft. Unsere Welt folgt einem strikten Ursache-Ergebnis-Schema. Demnach ist das Ergebnis ihres neuen Selbtwertes Produkt ihrerer Selbst und damit Produkt der Gesellschaft. Und da habe ich auch schon ein wichtiges Schlagwort genannt. Selbstwert! Wer bestimmt den Selbstwert. Jemand selbst, die Gesellschaft, etwas Höheres? Ich bin der festen Überzeugung, dass der "Wert" eines Menschen in dem Nutzen zur Gesellschaft steht, solange seine Fähigkeiten und Möglichkeiten berücksichtigt wurden. Das klingt sehr pragmatisch.

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