Wodurch wird der Reiz im Sinusknoten ausgelöst?

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4 Antworten

Das ist zu kompliziert es ausführlich zu erklären.

Von der Funktion her arbeitet die Takterzeugung ähnlich wie der Sperrschwinger in einem alten fernsehgerät.

Im fernseher wird ein Kondensator geladen. Ab einer bestimmten Ladung könnte der Sperrschwinger auslösen, ist aber gesperrt. Der Sperrschwinger wartet auf das Synchronisierungssignal des Fernsehbildes. Fehlt das durch Übertragungsfehler baut sich die Ladung bis zu einem punkt auf wo der Sperrschwinger selber auslöst. Der Fernseher beginnt beim auslösen eine neue Zeile zu schreiben. Der Trick ist, dass das selbstauslösen sich dem externen Takt (Bildsignal) anpasst. Der wartet immer nur etwas länger als es sonst dauert bis es zur Auslösung kommt. fehlt also ein Synchronimpuls erzeugt der Sperrschwinger selber einen, die Bildzeile ist nur leicht verschoben aber wird gezeichnet. Kommt ein Impuls viel zu früh, hat der Sperrschwinger zu wenig Ladung um auszulösen, der Impuls wird ignoriert. Das stellt sicher dass die Bildzeilen immer zum richtigen Zeitpunkt gezeichnet werden und das selbst bei Störungen.

Die Natur hat für das Herz etwas geschaffen dass genau so zuverlässig und störunempfindlich ist. Statt einem Kondensator kommen hier spezielle Zellen zum Einsatz, die aber ähnlich wie der Kondensator mit elektrischen ungleichgewichten arbeiten bzw. davon gesteuert werden.

Nach einer Weile ist die Zelle bereit einen Impuls durch depolarisation auszulösen, mach es aber nicht. Wird sie extern angeregt oder es dauert einfach zu lange, depolarisiert die Zelle und löst damit den Impuls aus.

Viele Zellen arbeiten zusammen. Die "ungeduldigste" löst den impuls von selber aus und die benachbarten werden dadurch ausgelöst und verstärken den Impuls. Durch das zusammenschalten vieler Zellen (daher auch der Irreführende Namen "Knoten") können einzelne Zellen versagen (absterben) ohne dass die Funktion des Herzens eingeschränkt ist. Und genau wie beim Fernseher synchronisiert sich das ganze, denn die zellen gewöhnen sich an den Takt, erzeugen also einen Impuls von selber kurz nachdem sie eigentlich ausgelöst worden sein müsste. Dadurch nimmt der Herzschlag immer nur langsam ab eben weil die Zellen eine fehlende Anregung selber ausgleichen. Schneller werden geht leicht, langsammer werden dauert bis die Zellen eine längere Wartezeit zulassen. Dadurch lässt sich die Herzfrequenz sehr schnell steigern, die Herzfrequenz beruhight sich aber sehr langsam.

Werden Gruppen dieser Zellen gegeneinander isoliert und haben schwierigkeiten sich gegenseitig auszulösen, kommt es zu Herzrythmusstörungen da beide Gruppen zeitlich versetzt Impulse generieren.

froschtorte 31.07.2011, 20:37

danke hat mir sehr geholfen fürs verständnis :) hab ne 1,3 bekommen :))

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Die Herzarbeit wird durch elektrische Impulse ausgelöst und gesteuert. Diese beiden Funktionen übernimmt das Erregungsbildungs und Erregungsleitungssystem. Es besteht aus: SINUSKNOTEN: Besteht aus einer Ansammlung spezialisierter Zellen im rechten Vorhof und wird auch als natürlicher Schrittmacher bezeichnet, weil er elektrische Erregungen bildet und als Taktgeber der Herzmuskulatur fungiert. Die Eigenfrequenz d. Sinusknoten beträgt in Ruhe etwa 70-80 Erregungen pro Minute. ATRIOVENTRIKULARKNOTEN(AV-Knoten): Die elektrischen Erregungen d. Sinusknoten breiten sich in den Vorhöfen bis zum AV-Knoten, einem Zellverband am Übergang der Vorhof-Kammer Grenze aus. Hier wird d. Erregung verzögert und von dort weitergeleitet. HIS-BÜNDEL: Es liegt direkt unterhalb des AV-Knotens und leitet die Erregungen bis in die Innenschicht der Muskulatur der Herzkammern. Dort teilt sich das His-Bündel in 3 Äste auf. TAWARA SCHENKEL: Zwei linke und ein rechter Schenkel leiten die Erregungen bis zur Papillarmuskulatur und zu den noch weiter verzweigten Purkinje-Fasern. Die Herzleistung wird über das Zentralnervensystem gesteuert. Das Herz wird durch Nerven des Sympathikus und des Parasympathikus(N.Vagus) versorgt.

Es gibt Schrittmacherzellen. Jede von ihnen lädt sich selbständig auf, vergleichbar einem Kondensator, bis die Spannung so groß wird, dass eine Erregung ausgelöst wird. Diese reisst alle benachbarten Zellen mit, sich ebenfalls zu entladen. Auf diese Weise gibt die jeweils schnellste Zelle den Herzrhythmus vor. Ermüdet sie oder wird geschädigt, übernimmt die nächstschnelle den Rhythmus. Das Herz agiert auf diese Weise recht eigenständig. Der Rhythmus kann aber vom Gehirn und über Botenstoffe stimuliert werden. Im Prinzip ist jede Herzmuskelzelle eine Schrittmacherzelle, aber der Rhythmus der weit hinterher hinkenden Zellen ist zu langsam, um die Herzfunktion angemessen aufrecht zu erhalten. Die aktivsten Zellen befinden sich im Sinusknoten.

schrittmacher arbeiten niemals mechanisch, sondern immer elektronisch.
im sinuskonten geschieht die reizbildung durch spontane depolarisation der dortigen herzmuskelzellen.

froschtorte 13.07.2011, 15:37

ich meine nicht dass sie mechanisch arbeiten sondern dass sie mechanisch sind , also vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt es müsste natürliche und künstliche heißen nicht mechanische. ok und durch was wird die Depolarisation ausgelöst? und durch was wird der Rhythmus bestimmt?

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