Wodurch sind die Dinosaurer gestorben?

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4 Antworten

Zunächst einmal gibt es keine Unterwasserdinosaurier, denn Dinosaurier waren reine Landtiere. Auch die Flugsaurier sind keine Dinosaurier, sondern nur eng mit ihnen verwandt.

Im Erdmittelalter, also als die Dinosaurier das Land beherrschten, lebten nicht näher verwandte Reptiliengruppen in den Meeren: Die fisch- bzw. delfinartigen Ichthyosaurier, die schildkrötenähnlichen Plesiosaurier und die schlangenähnlichen Mosasaurier. Die Ichthyosaurier verschwanden bereits rund 30 Millionen Jahre vor dem Ende der Kreidezeit, aber als die Dinosaurier starben, starben auch alle Meeresreptilien aus.

Die Einschlags-Theorie ist inzwischen die gängigste, um das Artensterben an der KP-Grenze (Kreide-Paläogen-Grenze) zu erklären. Danach kollidierte vor 66 Millionen Jahren ein Asteroid oder Komet mit geschätzten 10 - 15km Durchmesser, also etwa der Größe des Mount Everests, mit der Erde. Dass der Tod der Dinosaurier aus dem All kam, lässt eine dünne, schwarze Linie, die im Gestein, dass das Ende der Kreidezeit markiert und weltweit zu sehen ist, vermuten: diese Schicht ist reich an dem Element Iridium, welches auf der Erde sehr selten ist, aber in Asteroiden und Kometen häufig vorkommt. 

Die Einschlagstheorie wurde auch durch die Entdeckung eines riesigen Kraters belegt: der Krater des mutmaßlichen Einschlags hat einen Durchmesser von mehr als 130km und wurde in der Nähe des mexikanischen Dorfes Chixchulub entdeckt. Sein Alter wurde zwar erst als zu jung und damit unpassend eingestuft, neuere Berechnungen haben jedoch ergeben, dass es sich doch ziemlich genau mit dem Alter der Iridiumschicht deckt.

Der Einschlag allein hatte bereits verheerende Folgen: eine Druckwelle und die Hitze der Explosion ließen alles im Umkreis von 3000km verdampfen. Erdbeben, Vulkanausbrüche und gewaltige Tsunamis, die sich in Küstennahe auf 300 bis 600m auftürmen konnten, verwüsteten die Erde. Der Knall, den der Einschlag verursachte, war wohl eines der lautesten Geräusche der Erdgeschichte und weltwelt hörbar.

Beim Einschlag wurden mehrere Kubikkilometer Gestein und Dreck in die Atmosphäre und sogar aus ihr heraus geschleudert. Die Erdanziehungskraft sorgte dafür, dass dieses Material sich um den gesamten Erdball verteilte und zog es dann wieder in die Athmosphäre, wo es dann verglühte. Da dies überall gleichzeitig geschah, ging der Himmel regelrecht in Flammen auf und die Temperaturen stiegen weltweit auf 200-400°C an. Dies löste gewaltige, alles verzehrende Waldbrände aus und legte den gesamten Planeten in Schutt und Asche.

Nachdem die Erde also gebacken wurde, verdunkelten Staub und Aschen den Himmel und schirmten alles Sonnenlicht von der Erde ab, und das für Monate. Nachdem die letzten Feuer endlich ausgebrannt waren, war es so finster wie in einer mondlosen Nacht. Die Finsternis und die einsetzende Kälte, die bald überall auf dem Planeten weit unterhalb des Gefrierpunktes lag, brachten die gesamte Pflanzenwelt zum Absterben. Als dann endlich die ersten Sonnenstrahlen durch den verdüsterten Himmel brachen, war die Erde eine karge Eiswüste.

Diese Apokalypse tötete ließ die Nahrungskette auf dem gesamten Planeten und in allen Ökosystemen sowohl an Land als auch im Meer zusammenbrechen. Alle Tiere, die bis hierhin überlebt und die einen hohen Energiebedarf hatten, weil sie einen gleichwarmen Stoffwechsel hatten oder sehr groß waren, mussten in der Folge verhungern. Ein Massenaussterben war die Folge. Alle Arten der meereebewohnenden Plesiosaurier und Mosasaurier, die fliegenden Pterosaurier, die Ammoniten und auch die meisten Dinosaurier starben komplett aus. Auch 95% der Vögel und 85% der Saugetierarten sind damals ausgestorben.

Weniger schwer hatten es dagegen Fische, Amphibien und Reptilien, bei denen höchstens zwischen 15 und 25% der Arten vernichtet wurden. Auf die Insekten und viele andere Wirbellose schien der Einschlag sogar beinahe gar keine Folgen gehabt zu haben. Diese Tiere konnten sich gut in Erdbauten, Höhlen oder verkohlte Baumstämme zurückziehen oder sich im Schlamm eingraben, um die Katastrophe in einer Art Winterstarre auszusitzen, oder sie waren imstande, Eier zu legen, welche die schwere Zeit überdauerten.

Das große Sterben am Ende der Kreidezeit war übrigens noch nicht einmal das schwerste Massenaussterben der Erdgeschichte. Am Ende der Trias, des Devons und des Ordoviziums starben mindestens genausoviele Spezies aus wie am Ende der Kreidezeit (50 - 75% aller Arten). Am Ende des Perms waren es sogar über 90%! Trotzdem ist das Ende der Kreidezeit sicherlich das bekannteste und am besten erforschte Beispiel, an welchem innerhalb einer recht kurzen Zeit viele Arten gemeinsam ausstarben.

ichmachsnurohne 05.07.2017, 20:16

Wie konnte überhaupt etwas Temperaturen von 200-400 Grad überleben?

Und was hat die vorherigen Massensterben ausgelöst?

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MarkusPK 05.07.2017, 21:34
@ichmachsnurohne

Es gab natürlich Gegenden, die geschützt lagen. In der Nähe eines Bergkamms oder in einer Schlucht hat sich die Luft nicht so stark aufgeheizt, hier herrschte höchstens Sauna-Niveau. Manche Tiere konnten sich auch in Höhlen zurückziehen oder eingraben. Für viele war dieses Backofenklima aber das aus, andere wurden "nur" schwerst verletzt und haben sich danach wieder erholt. Vergiss nicht: egal welches Horrorszenario du nimmst, es überleben immer welche, und auch wenn nur wenige Individuen übrig bleiben, kann sich eine Population wieder erholen. Am Ende der Kreidezeit jedoch stand das Leben ein weiteres Mal auf der Kippe.

Bei den anderen vier Super-Massenaussterbeereignissen gibt es mehrere Theorien über ihre Ursachen: 

Beim Perm-Trias-Sterben wird meist ein Supervulkan, der mehrere Jahrhunderttausende (!) nonstop Feuer und Giftgase spieh, verantwortlich gemacht. Dieser Supervulkan bildete damals den heute noch erhaltenen sibirischen Trapp. Das Massenaussterben war deshalb so verheerend, weil damals alle Kontinente noch eine einzige Landmasse bildeten und somit die ganze Welt ein einziges zusammenhängendes Ökosystem bildete. Der absinkende Sauerstoffgehalt (auf unter 16%) dezimierte vor allem die Therapsiden, also unsere eigenen Vorfahren stark. Es starben insgesamt mehr als 90% aller Arten aus.

Am Übergang zwischen Trias und Jura spielte wieder Vulkanismus eine Rolle: der Superkontinent Pangaea brach nun auseinander, an den Bruchstellen traten überall Lava und Vulkangase aus. Ein immenser Treibhauseffekt war die Folge. Die Temperaturen stiegen, das Klima änderte sich, der Meeresspiegel stieg und die Wüsten und Halbwüsten des kontinental geprägten Trias-Klimas schwanden und wurden durch die üppigen Tropenwälder des Jura ersetzt. Dies führte zum Aussterben von zwischen 60% und 80% allen Lebens, aber begünstigte den Aufstieg der Dinosaurier als dominante Landtiergruppe auf dem Planeten.

Beim Artensterben am Ende des Ordoviziums wird ein Gammablitz als mögliche Ursache diskutiert. Eine immense Gammasstrahlung, ausgelöst durch eine Supernova nahe unseres Sonnensystems wirkte auf der Erde wie eine gigantische Mikrowelle. Alles Leben an der Oberfläche (Leben gab es damals nur im Meer) wurde gebacken, nur im tieferen Meer war ein Überleben möglich. Aber diese Theorie ist nur vage belegt, auch hier kann wieser Vulkanismus eine Rolle gespielt haben. Auch ein Asteroideneinschlag ist hier nicht auszuschließen. Insgesamt starben mehr als 75% aller Spezies aus.

Im späten Devon spielten sehr viele Faktoren eine Rolle. Wieder kann man Asteroiden und Vulkane nicht ausschließen und es ist wahrscheinlich, dass mehrere Einflüsse sich ungünstig miteinander ergänzten. Es ist das Massenaussterben mit der längsten Dauer: über einen Zeitraum von ganzen 25 Millionen Jahren starben immer wieder wellenweise Tierarten aus. Grund kann hier die extreme Veränderung der Umwelt sein: Landpflanzen wuchsen das erste mal zu Baumriesen heran, diese könnten einen Großteil des CO2s gebunden und somit einen Klimakollaps herbeigeführt haben. Tatsächlich ist für das späte Devon eine Eiszeit dokumentiert. Die Meeresströmungen veränderten sich, das Wetter schlug ständig von einem extrem ins nächste und stellte die Tierwel immer wieder auf den Kopf. Das Massenaussterben gehört zu den größten fünf, betraf aber nur Meerestiere: trotzdem verlor die Erde hier zwischen 50% und 75% ihrer Artenvielfalt.

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ichmachsnurohne 06.07.2017, 17:58
@MarkusPK

Mir ist klar das die wissenschaft mit den vorhanden hinweisen versucht mögliche erklärungen zu finden, aber ich finde das alles mehr als spekulativ. Trotzdem danke für deine sehr ausführliche Antwort

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MarkusPK 06.07.2017, 18:14
@ichmachsnurohne

Richtig, spekuliert wird eine ganze Menge. Die genauen Abläufe und Ursachen von solchen Massenaussterben lassen sich nie ganz im Detail erklären, da wir (gottseidank!) heute ganz andere Bedingungen auf unserem Planeten vorfinden. Gerade bei sehr lang zurückliegenden Epochen kommen wir mit unserem Wissen besonders an unsere Grenzen.

Jedoch gibt es für alle Szenarien die ich oben angesprochen habe zumindest hinreichende Hinweise und Belege, um von Theorien zu sprechen. Dies können fossile Belege sein als auch Laborversuche, chemische Analysen des Gesteins und wie es geologisch entstanden ist und so weiter. Allerdings kann man durch die so ermittelten Daten auch auf unterschiedliche Schlussfolgerungen kommen. Oft iist es aber eher so, dass die verschiedenen aufgestellten Theorien einander ergänzen, nur selten widersprechen sie sich. Denn es ist in jedem Fall richtig anzunehmen, dass mehr als ein ko kretes Ereignis den Anstoß für eine Aussterbewelle gegeben hat.

Vielen Dank für den Stern!

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Das ist Unsinn. Falls die Theorie mit dem Asteroiden stimmt, was sehr wahrscheinlich ist, sind fast sämtliche Dinosaurier bei dem Einschlag ausgestorben, sowohl an Land, als auch unter Wasser. Der Grund, warum die Dinosaurier an Land gänzlich verschwunden sind, war der Mangel an Nahrung in den Jahren nach der Katastrophe.

In dieser schwierigen Situation waren die Säugetiere besser angepasst. Dies ist der Grund, warum sie heute die Erde dominieren.

MarkusPK 05.07.2017, 18:24

Deine Antwort beinhaltet ebenfalls recht viel Unsinn. =)

Erstens lebten Dinosaurier nur an Land, im und vor allem unter Wasser gab es keine. Die Meeresreptilien (Ichthyosaurier, Plesiosaurier, Mosasaurier) des Erdmittelalters waren nicht mit ihnen verwandt. Die Flugsaurier sind dagegen die Schwestergruppe der Dinosaurier, aber auch sie darf man nicht als Dinosaurier, "Flugdinosaurier" oder so ähnlich bezeichnen.

Zweitens war der Nahrungsmangel nicht die alleinige Ursache für das Artensterben. Daneben spielten extreme Hitze, dann extreme Kälte und eine ganze Reihe an verheerenden Umweltkatastrophen eine entscheidende Rolle.

Drittens betraf die Knappheit an Nahrung die Säugetiere beinahe genauso schlimm wie die Dinosaurier. Sie hatten genauso wie die Dinos und die Vögel einen gleichwarm bleibenden Körper und somit einen schnellen, sehr energiebedürftigen Stoffwechsel. Jedes Säugetier, das über 5kg wog, starb am Ende der Kreidezeit aus, ganze 85% der Artenvielfalt der Säugetiere verschwand damals quasi über Nacht. Die Vögel erwischte es sogar noch schlimmer, mehr als 95% ihrer Arten starben aus. Vögel und Säugetiere gehörten also nicht wie so oft behauptet wird zu den Gewinnern, sondern zuerst einmal zu den großen Verlierern am Ende der Kreidezeit. Ihren Erfolg sollten sie erst einige Millionen Jahre später feiern, als sich die Erde vom Schlimmsten wieder erholt hatte.

Viertens dominieren wir Säugetiere die Erde nicht. Im Grunde genommen geht es uns heute bereits sehr schlecht. Zwar besetzen große Säugetiere in vielen Ökosystemen die Spitzennischen, aber ihre Artenvielfalt nimmt mehr und mehr ab. JedesSäugetier mit einem Gewicht von über einer Tonne ist extrem gefährdet, die meisten, die über 500kg wiegen, zumindest stark bedroht. Viele kleinere Arten stehen wegen ihrer Überspezialisierung ebenfalls kurz vor dem Aussterben, weil der Mensch ihre Lebensräume zerstört. Die wahren Herren unseres Planeten sind vielmehr die Vögel: Mit einer Arten- und Individuenzahl, die gleichsam beinahe ein Drittel der gesamten Vielfalt unter den Landwirbeltieren ausmacht, sind somit immer noch die Dinosaurier (Vögel SIND Dinosaurier) die erfolgreichste Gruppe unter den Landwirbeltieren.

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Es ist aber die einzige Logische Erklärung.

Gib es genauso bei Google ein und du bekommst deine Antwort.

Derzeitige Vermutung: Meteor Einschlag. Ein paar Sterben druch den Aufprall, der Rest größerer und an Land lebender Tiere duch die daraus folgende Klimakatastrophe

MarkusPK 05.07.2017, 19:14

Klugscheißmodus: Ein Meteor ist ein in der Eratmosphäre verglühender Himmelskörper (Sternschnuppe). Sobald auf dem Boden etwas einschlägt, wird es zu einem Meteoriten. =)

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mdan87 05.07.2017, 19:23

Modus aus

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