Wodurch entsteht der Einfluss der Anzahl der mentalen Prozesse auf die Fehlerhäufigkeit beim Lösen deduktiver Aufgaben?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie die Frage gemeint ist.

Ich nehme an du redest von verschiedenen Prozessen?

 Menschen irren, jeder hat die Fähigkeit zu versagen, soviel wissen wir.

Eine Deduktion, also eine Schlussfolgerung, die aus mehreren, einzelnen Gedankenprozessen und Überlegungen besteht, hat im Regelfall eine höhere Fehlerwahrscheinlichkeit, denn desto mehr einzelne Prozesse zum erfolgreichen Schlussfolgern notwendig sind, desto mehr 'Gelegenheiten' hast du, etwas zu übersehen oder generell einen Fehler zu machen.

Umgekehrt gibt es Menschen, denen Fehler eher auffallen, wenn sie sich intensiv in eine Aufgabe vertiefen. Ihnen würden Fehler eher passieren, wenn sie die Schlussfolgerung 'oberflächlich', in einem einzigen, kurzen Denkprozess durchführen würden.

Es ist also abhängig von dem Denker, doch als grundsätzlichen Zusammenhang würde ich denken: Mehrere Gedankenprozesse= Gründlich, mit Notwendigkeit zur Vetiefung (=weniger Fehler) aber auch mehr Möglichkeiten, einen Fehler zu machen (=Fehler).

Es ist außerdem davon abhängig, wie komplex die Schlussfolgerung im Grunde ist. Jemand, der sich beim denken keine Mühe gibt, wird eine komplexe Aufgabe vermutlich nicht richtig beantworten, weil er nur einige der nötigen Deduktionen zum Endresultat absolviert.

Ein Mensch mit einer Tendenz zum Überdenken, wiederum, kann eine offensichtliche Lösung leicht übersehen, weil er sich mit Gedankenprozessen blockiert, die er gar nicht durchführen müsste. Und daraus resultieren wieder Fehler.

Hoffe ich konnte helfen, ich habe natürlich keine Fachkenntniss oder so... Aber dennoch, vielleicht hilft's ja. :)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo ! Ich bin nicht Psychloge, nur Ingenieur. Nur als Beispiel, nicht als Erlärung ! :

Ich stellte fest, dass ich mehr Fehler und Unterlassungen beging, je weiter ich in die Einzelheiten einer Aufgabe ging, also immer mehr verschiedene Vorgänge koordinierne musste.
Deshalb setzte ich mich öfters von meiner Arbeit zurück, Abstand gewinnen, etwas Übersicht. Da fiel mir manchmal auf, dass ich unterlassen hatte, manche Gesichtspunkte zu berücksichtigen.

Das sind "Gleichungen" welche keine Gleichungen sind. Die Anzahl der Unbekannten geht "e" naturalis hoch, je mehr man einzelne Prozesse und Abhängigkeiten in die Gedankengänge einbringt.

Ich hatte mal etwa zwei Jahre lange Vorbereitung und Optimisierung großer Infrastrukturbaustellen gemacht, darunter in weit abgelegen Gegenden Afrikas. Extra Zufahrtstrassen und Brücken bauen lassen, keine Schraube, keinen Nagel vergessen, die nötigen Maschinen und Energien finden undbesorgen, Dorf und Sanitär vororganisieren, wer was wann wie wo. Bis zu Klopapierrollen, Seife und Präservative in Rohre stecken zu lassen, den letzten kleinen Rest Platz in den Containern nutzen. Und so weiter.
Gott sei Dank hatten wir erfahrene Bauleiter, die mir dabei viel halfen.

Andereseits hatte ich oft "die" Lösung für Probleme, an denen ich nicht oder noch nicht arbeitete. Manchmal brachte ich mit meinen blöden Fragen ganze Versammlungen von Chefs und Verwaltern durcheinander.
Meine berüchtigste Frage war "Bitte sagen Sie mir, was das Ziel davon ist, was soll dabei am Ende herauskommen ? Damit ich meine Arbeit in der richtigen Richtung führe ?". Da war öfters betroffene Stille im Saal.
Einer sagte mir mal, zögernd, offen und ehrlich : "Das sollen Sie uns sagen, das soll aus Ihrer Arbeit hervorkommen !". Hm, warum nicht ? Das stand aber so nicht im Vertrag...

Meistens liess ich meine Arbeiten hinterher von einer anderen Person duchsehen, bevor ich sie an den Kunden gab. Wenn man die Nase derart in den Einzelheiten hat, übersieht man dicke Fehler, zum Beispiel Rechtschreibfehler oder falsche Postleitzahl des Auftraggebers auf der Titelseite.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?